[Literatur] Aber bitte mit Sake

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Dieses Buch von Dana Phillips habe ich vor einer Weile zufällig in der Thalia entdeckt, denn das japanisch angehauchte Cover fällt einem ja direkt auf. Natürlich ist der erste Gedanke: „Und wieder so ein Klischee-Buch über Japan“, aber da ich sowas eigentlich gern lese und das Buch auch nur 8,99 € kostet, habe ich es mir mitgenommen.
Kurze Zusammenfassung
Titel: Aber bitte mit Sake!: Auf Kreuzfahrt mir 1000 Japanern
Autor: Dana Phillips
Verlag: Bastei Verlag, 272 Seiten
Erschienen: November 2012
Kaufen: Amazon.de

Die Redaktion der Frauenzeitschrift „Komplizin“  braucht dringend einen Freiwilligen für eine Reportagereise nach Japan, weil die geplante chinesische Kollegin kurzfristig ausgefallen ist. Nun muss Dana einspringen und macht sich auf in das ferne und unbekannte Land. Bereits bei ihrem kurzen Aufenthalt in Tokyo tritt sie in einige Fettnäpfchen. Doch dann geht erst das wahre Abenteuer los: es geht auf das Peaceboat, eine Kreuzfahrt mit 1000 Japanern. Dana versucht schnell alle Regeln zu lernen und vertieft sich immer mehr in die japanische Kultur. Auch in der Liebe kommt ein Stein ins Rollen, wobei zuhause doch noch ihr Freund Raffaele auf sie wartet…

Buch: Aber bitte mit Sake

Aufmachung & Aufbau
Das Cover ist eigentlich Japan pur! Kirschblüten, Origami, japanische Figuren im Kimono – und ein roter Punkt mitten drin. Man erkennt also auf den ersten Blick, wohin man das Buch zu ordnen hat. Das Origamiboot soll auf das Peaceboat hinweisen, auf welchen der größte Teil der Handlung stattfindet.
Das Buch ist eingeteilt in 18 Kapitel. Jedes wird mit 4 Punkten eingeleitet: Gericht, Mensch des Tages, Place to be und Erkenntnis. Diese sollen schon einmal auf das Kapitel einstimmen. Dann erzählt Dana detailliert von ihren Erlebnissen und am Ende wird das ganze in einer Kolumne für das Frauenmagazin „Komplizin“ zusammengefasst und Schlussfolgerungen daraus gezogen.
Buch: Aber bitte mit Sake
Themen
So ein Klischee-Buch muss natürlich viele typische Reiseszenen enthalten. Es geht ums Essen – mit Sushi, Onigiri, Natto & Co. -, aber auch um traditionelle Dinge wie Kimono, Origami und Onsen. Bei einem Schreinbesuch lernt man unter anderem in welcher Reihenfolge man am Eingang die Hände richtig wäscht. Natürlich werden hier auch ein paar moderne Themen wie Anime & Manga, Maid Cafes und die Besonderheit von Blutgruppen ein wenig beleuchtet.
Besonders kommen ein paar japanische Eigenheiten zum Vorschein, vor allem das Gruppengefühl, denn alles wird in der Gruppe gemacht und wer aus der Reihe tanzt, ist anders. Auch lernt man die japanischen Touristen auf Urlaubsreise kennen, wie wir sie ja auch hier schon öfter erlebt haben. Natürlich geht es auch um die typischen Verhaltensregeln, wie „Suppe schlürfen“ und „nicht in der Öffentlichkeit Naseputzen“.

Ein ebenfalls sehr interessantes, aber auch aufwühlendes Thema waren für mich die „Hibakusha“ (被爆者). So werden die Überlebenden der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki genannt, von denen einige mit an Board des Peaceboat waren.

Buch: Aber bitte mit Sake

Fazit

Mir hat das Buch sehr gefallen, weil es nun einmal nicht der typische Klischee-Reiseführer ist. Auch, dass das Ganze im Rahmen einer interessanten Story, der Kreuzfahrt mit 1000 Japanern, erzählt wird, hat mir sehr gefallen. Da hegt man glatt den Wunsch auch mal auf dem Peaceboat mitzufahren – funktioniert übrigens wirklich (hier). Allgemein ist es in einem einfachen Schreibstil gehalten und bietet eine leichte Abendlektüre.
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