[Rundreise 2014] Die längste Busfahrt meines Lebens

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Was war denn bisher eure längste Zeit in einem Reisebus? Ich habe in der Nacht vom 8. zum 9. April 14 Stunden und 25 Minuten in einem Bus verbracht. Während dieser Zeit haben wir die Strecke von etwa 1.100 km vom Ikebukuro Bahnhof in Tokyo bis zum Hakata Bahnhof in Fukuoka zurückgelegt. Gekostet hat der ganze Spaß nur ¥ 8,000 (etwa 60 €), was auch der Hauptgrund war, warum ich mich für den Bus und gegen Zug oder Flugzeug entschieden habe.

Gebucht habe ich die Fahrt über Highwaybus.com, wo es einige Angebote gibt. Allerdings nur, wenn man die Seite auf Japanisch benutzt; auf Englisch beschränkt sich das Ganze auf 11 Angebote. Es ist auf Japanisch aber auch nicht all zu schwierig. Stecke eingeben, Busunternehmen aussuchen, Zeit & Sitzplatz aussuchen, seine ganzen Daten eintragen und bezahlen. Bezahlt habe ich über Kombini-Automat, was ich ziemlich praktisch finde. Dort bekommt man dann sein Ticket in die Hand gedrückt und alles ist fertig. Zudem gibt es auch noch eine e-Mail mit allen Daten.
Allerdings war die Angabe, dass der Bus vom „Ikebukuro Station East Exit“ fährt nicht so besonders. Und desto öfter ich die Seite auch durchsucht habe, ich habe keine genauere Ortsbestimmung gefunden. Am Ende habe ich über Google doch noch eine Karte gefunden und eine Vermutung, von wo der Bus fahren müsste. Und zumindest wusste ich jetzt, wo im Notfall das Ticketcenter gewesen wäre.
Am Ende war meine Vermutung richtig und ich habe gut zum Abfahrtsplatz des Buses gefunden. Ich war überrascht, wie viele Langsstreckenbuse dort regelmäßig abfahren – meist alle 10 Minuten. Die Fahrt nach Niigata wird hier zum Beispiel fast stündlich angeboten, die Fahrt nach Fukuoka findet täglich jedoch nur einmal statt. Mein Bus kam 18:20 Uhr angefahren, die Koffer wurden verladen und nach Ticketprüfung durfte man in den Bus einsteigen und auf seinen Platz. Auf die Minute genau um 18:30 Uhr ging es los. Es hat übrigens sehr viel Spaß gemacht, durch das nächtliche Tokyo zu fahren. Wir sind u. a. an der Rainbowbrigde vorbei gefahren. Zudem war es das erste Mal, dass ich in Japan auf einer Autobahn unterwegs war.
Nach einem weiteren Stopp in Yokohama waren wir komplett. Es waren nur 10 Leute im Bus – zwei Pärchen im mittleren Alter und jeweils drei alleinreisende Männer und Frauen. Natürlich war ich die einzige Ausländerin. Allerdings bezweifel ich, dass sich diese Fahrt rechnet. Aber wahrscheinlich wird die Strecke Richtung Wochenende beliebter sein. 

Da wir nur so wenige waren, war wenigstens der Sitzplatz neben mir frei. Man hatte relativ viel Platz nach vorn und konnte am Sitz noch etwas hochklappen und somit seinen Sitzplatz verlängern. Sonst hatte man noch eine Fußstütze. Dazu gab es für jeden Platz eine Decke und eine kleine Wasserflasche. War es bequem? Nun ja, mehr oder weniger. Die zusätzliche Stütze war zwar praktisch, aber da man sie nicht waagerecht stellen konnte, sind meine Füße immer etwas nach unten gerutscht und ich habe am Ende doch die ganze Fahrt über nach einer halbwegs bequemen Position gesucht. Zwischendurch hatte ich mich dann über beide Plätze irgendwie verteilt. Jedoch tut mir heute – einen Tag danach – immer noch alles weh. Das ganze ist aber mit einem Flug Deutschland-Japan von 12 Stunden vergleichbar. Man hatte zwar kein Entertainmentprogramm an Bord und bekam auch kein Essen serviert, dafür hatte man allerdings ein wenig mehr Platz und konnte sich bei den kurzen Pausen auf den Autobahnraststätten auch mal die Beine vertreten und sich etwas zu Essen kaufen,
Zusammenfassend lässt sich sagen: wenn ich als Tourist nach Japan komme, dann würde ich mir den Japan Railpass holen und damit bequem im Shinkansen 5 Stunden lang fahren. Da ich aber in Japan nicht als Tourist gelte und ich ja sparen möchte, weil die gesamte Reise ja allgemein schon teuer genug wird, finde ich den Nachtbus eine gute Alternative. Man bezahlt nur ein knappes Drittel vom Zugfahrtpreis, ist aber dafür auch umso länger unterwegs. Aber wenn man keinen Zeitdruck hat, stört das ja keinen. Zudem spart man sich eine Übernachtung im Hotel. Ich glaube also, dass ich das ganze noch einmal machen würde. Kleines Manko allerdings: es war alles komplett auf Japanisch – man musste also auf Japanisch die Ansage verstehen können, wie lange der Bus jetzt eine Pause macht usw.
Übrigens kam der Bus auch pünktlich um 8:45 Uhr in Fukuoka an! Wie sie das machen, weiß ich nicht. Zumindest habe ich dann auf dem Bahnhof erstmal die Touristeninformation ausgeräumt und mir danach ein süßes Frühstück gegönnt. Alles weitere über Fukuoka folgt dann in meinen nächsten Einträgen.
Ostern bei Krispy Kreme Dounghnuts
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