[Rundreise 2014] Nagasaki (Teil 1)

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Nagasaki hat mich so begrüßt, wie mich Fukuoka verabschiedet hat: mit Regen. Die Strecke zwischen den beiden Städten habe ich mit dem Highwaybus zurückgelegt, weil es sich von der Fahrtzeit gegenüber dem Zug nicht viel nimmt, dafür aber um einigeres billiger ist. Vom Bahnhof in Nagasaki – wo ich in der Touristeninfo zumindest eine Stadtkarte gefunden habe – musste ich mit der Straßenbahn zu meinem Guesthouse fahren. Wäre ja alles kein Problem gewesen, wenn da nicht die vielen Stufen gewesen wären. Denn zur Haltestelle der Straßenbahn vor dem Bahnhof kommt man nur über eine Überführung. Weit und breit kein Fahrstuhl in Sicht. Also im Regen mit Koffer, Handtasche, Beutel und Kameratasche – und eigentlich auch noch Schirm – treppauf und dann wieder treppab. Zumindest kam gleich meine Straßenbahn. Auf der Karte von der Touristeninfo standen zum Glück noch einige wichtige Information, z. B. wie man mit der Straßenbahn fährt. Hinten einsteigen, beim Aussteigen das passende Geld beim Fahrer in den Kasten werfen und dann vorne Einsteigen. Da ich in Japan noch nie Straßenbahn gefahren bin, war das gut zu wissen.
Mit der Straßenbahn bin ich bis zur Endstation Hotaruchaya gefahren und von dort musste ich zum Guesthouse laufen. Da auf der Internetseite eine ausführliche und bebilderte Beschreibung war, habe ich es auch schnell gefunden. Allerdings hieß es wieder: treppauf; und das immer noch im Regen. Angekommen im Guesthouse Nagasaki Kagamiya wurde ich herzlich empfangen. Mein Koffer wurde vom Besitzer abgetrocknet und die Treppe hinauf getragen. Es wurde mir gezeigt, wo sich alles befindet und dann habe ich noch die Discount Card für Sehenswürdigkeiten in Nagasaki bekommen. Diese finde ich sehr praktisch! Man bekommt sie übrigens nur, wenn man in einem Hotel in der Stadt übernachtet und dann auch nur vom Hotel und nicht von der Touristeninformation. Ich hatte ein japanisches Zimmer, sehr groß (6 Tatami) und sehr gemütlich. Dort habe ich mich erst einmal ausgeruht und vom Regen erholt und überlegt, was ich noch mache. Da ich nur anderthalb Tage in Nagasaki hatte, konnte ich ja nicht einfach in meinem Zimmer bleiben und die Zeit vertrödeln. Wobei der Besitzer des Guesthouses doch überrascht war, dass ich mich bei dem Regen trotzdem nochmal auf den Weg gemacht habe.

Nachdem ich erst in der falschen Straßenbahn saß – man darf halt nicht nach der Zugfarbe gehen, sondern nach der Farbe auf dem Schild des Zuges (!) – bin ich dann irgendwann an meinem Ziel angekommen. Zuerst habe ich die Oura Katholische Kirche besucht. Sie sieht sehr schön aus, aber es gibt nicht sonderlich viel zu sehen. Hauptsächlich die christlichen Staturen und Bilder, die man ja auch von europäischen Kirchen kennt.
Die Kirche habe ich aber auch nur besucht, weil sie neben meinem eigentlichen Hauptziel lag: dem Glover Garden. In diesem „Garten“ befinden sich 10 alte Gebäude der ausländischen Handelsleute, die im 19. Jahrhundert nach Nagasaki gekommen sind. Ein Teil der Wohnhäuser beinhaltet Einrichtungsgegenstände, damit man sich vorstellen konnte, wie die Menschen dort gelebt haben. Sehr interessant sind hier das „Former Glover House“ und das „Former Ringer House“ und das „Former Alt House“. In der „Former Steele Memoriel School“ findet man eine Ausstellung mit Schiffsmodellen. Am meisten beeindruckt hat mich allerdings der Ausblick vom „Former Mitsubishi No. 2 Dock House“, wo sich früher eigentlich Schiffsbesatzungen aufgehalten haben. Von der Veranda im zweiten Stock hat man einen wunderbaren Ausblick auf Nagasaki. Auch wenn es geregnet hat und es ziemlich nebelig war.

Auf dem Weg zurück habe ich einen kurzen Stopp im Castella-Schrein gemacht. Castella ist eine Art Schwammkuchen, den die Portugiesen mit nach Nagasaki gebracht haben. Er ist bekannt für Nagasaki und es gibt sogar ein Maskottchen (Castella-kun).

Am nächsten Tag hatte es zum Glück aufgehört zu regnen und die Sonne schien – so sehr, dass ich mir einen Sonnenbrand geholt habe. Für den Tag hatte ich mir eine lange Tour vorgenommen. Angefangen mit dem Pinguin-Aquarium, von dem ich durch die Discount Card erfahren habe. Im Gasthaus habe ich nachgefragt, wie ich denn dort hinkomme. Mir wurde ein Busplan ausgedruckt und erklärt, wie ich zur nächsten Bushaltestelle laufe. Wirklich sehr nett. Von meinem Gasthaus aus fährt man nur etwa 15 Minuten, vom Bahnhof Nagasaki etwa eine halbe Stunde.
Im Nagasaki Pinguin-Aquarium (長崎ペンギン水族館) gibt es acht verschiedene Arten von Pinguinen zu sehen. Sogar ganz kleine. Es gibt viele verschiedene Becken und viel zu sehen. Natürlich gibt es auch ein Aquarium mit Fischen. Interessant fand ich den Ausstellungsbereich, wo man viel über Pinguine erfahren konnte. Es gab Skelette von Pinguinen und man konnte ein Ei anfassen. Zudem haben sie noch einen 3D-Raum, indem man denkt, dass die Fische, Pinguine und Schildkröten in 3D um einen herum schwimmen. Da im Aquarium nicht viel los war, hatte ich den ganzen Kinoraum für mich alleine. Für Kinder gibt es dann auch noch den „Anfassbereich“, wo sie Seesterne und Co. Berühren können. Am Wochenende gibt es noch einige Vorführungen zu sehen, man kann Pinguine am Strand erleben und Kanu fahren. Aber da ich ja an einem Wochentag da war, habe ich das alles nicht gesehen.

Danach ging es zurück mit dem Bus. Um Fahrtkosten zu sparen bin ich auf dem Rückweg wieder bei meiner Haltestelle ausgestiegen und den weiteren Weg mit der Straßenbahn gefahren. Hier erwies es sich als sehr praktisch, dass von Hotaruchaya aus drei der vier Straßenbahnlinien der Stadt abfahren.

Und damit der Blogeintrag nicht zu lang wird, geht es mit dem Rest des Tages in Teil 2 weiter (^_~)v
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