[Rundreise 2014] Nagasaki (Teil 2)

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Der weitere Teil meiner Reise in Nagasaki hat mich zum geschichtlichen Teil geführt. Denn Nagasaki ist nicht nur als Hafenstadt bekannt, sondern vor allem wegen der Atombombe, die am 9. August 1945 um 11:02 Uhr über Nagasaki explodiert ist. Überall in der Stadt findet man Denkmäler an diese Katastrophe und ich habe ein paar davon besucht.
Angefangen habe ich im Friedenspark (平和公園; Peace Park). Dort ist es wirklich sehr schön. Neben der bekannten Peace Statue kann man im Park noch einige andere Denkmäler finden. Zudem hängen dort, wie eigentlich fast überall in Nagasaki ganz viele Papierkraniche. 

Eigentlich wollte ich noch in die Urakami Cathedral, aber natürlich war die ausgerechnet an diesem Tag für Besucher geschlossen… Weiter ging es dann zum Atomic Bombing Hypocenter Monument, der Punkt, über dem die Bombe in etwa 500 Metern Höhe explodiert ist. Dort befindet sich auch ein Stück Mauer der Urakami Cathedral.
Danach ging es weiter zum Nagasaki Atomic Bomb Museum. Das Museum ist in vier Bereiche unterteilt. In Teil A sieht man Bilder von Nagasaki vor der Explosion. Teil B zeigt zuerst das atomare Wüstland. Man sieht eine Uhr, die genau um 11:02 stehen geblieben ist, man sieht die verbogenen Bahngleise und beschädigte Wassertanks. Überall liegen Steine herum und es sieht komplett verwüstet aus. Man sieht auch die Ruinen der Urakami Cathedral, mit ihren verstörten Steinstatuen. In dem Raum ist es ziemlich dunkel. Auf kleinen Bildschirmen werden Videos von den Ausmaßen gezeigt – Trümmer, verletzte und tote Menschen. Doch am schlimmsten war für mich noch die Hintergrundmusik: man hört das Ticken eine Uhr, es rauscht, als würde Gas ausströmen, es grollt von Zeit zu Zeit. Im nächsten Raum sind noch mehr Sachen ausgestellt, zerstörte Uniformen, geschmolzenes Glas und Münzen, Geschirr und Dosen. Es ist auch eine Art Zeitstrahl angebracht, welche politischen Maßnahmen bis zu dieser Bombenexplosion über Nagasaki geführt haben. Danach geht es mit den Schäden an den Menschen weiter. Es werden die Ausmaße von Verbrennungen gezeigt und wie sich die radioaktive Strahlung ausgewirkt hat. Noch einmal sehr bewegend sind dann die Erzählungen der Überlebenden. In Teil C geht es nochmal um die Ereignisse, die zu der atomaren Katastrophe geführt haben. Im letzten Teil befinden sich Videoräume, in den Filme zum Thema gezeigt werden.
Ich empfehle jedem, der einmal nach Nagasaki kommt, den Besuch dieses Museums. Es ist eine sehr bedrückende Stimmung, aber wie hat ein anderer Tourist zu mir gesagt: man kommt als anderer Mensch daraus. Ich bin schon mit einem mulmigen Gefühl hinein gegangen und ja, es hat mich sehr bewegt und mir standen öfters die Tränchen in den Augen.

„Für immer Frieden, für immer Lächeln“
Nachdem ich mich im CocoWalk Kaufhaus gestärkt hatte, ging es dann noch ein wenig in der Stadt spazieren, bis ich dann am späten Nachmittag mit der Seilbahn auf den Berg Inasa hinauf gefahren. Dort gibt es ein Observatorium in 333 Metern Höhe und es heißt, dass der nächtliche Ausblick auf Nagasaki „zehn Millionen Dollar wert“ ist. Er gehört auch zu den drei schönsten Nachtansichten in Japan. Der Ausblick war schon am Tag atemberaubend. Da es aber noch eine ganze Weile dauern sollte, bis es dunkel wird, bin ich etwas herumgewandert. Eigentlich bin ich auf der anderen Seite den Berg wieder hinabgestiegen, um mir dort das Reh- und Affengehege anzusehen. Nachdem ich dann wieder oben war, habe ich mich ins Restaurant gesetzt und Castella-Kuchen gegessen. Zum Sonnenuntergang hatten sich schon viele zum Fotografieren auf dem Dach des Observatoriums eingefunden. Der Sonnenuntergang war wirklich schön.

Dann hieß es warten bis es dunkel wird. Allerdings wurde es auch ziemlich kalt und ich habe in kurzer Leggings und Söckchen ziemlich gefroren. Trotzdem hat sich das Warten gelohnt! Der Ausblick bei Nacht ist wirklich ein Traum! Vor allem hatten wir dazu noch fast Vollmond.

Bergab ging es dann wieder mit der Seilbahn, was im Dunklen auch ein Erlebnis ist. Eigentlich wollte ich mich noch etwa am Schrein umsehen, aber dafür war ich zu durchgefroren. Also ging es zurück zur Straßenbahn und dann ab in mein warmes Gasthaus.

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