[Arbeiten in Japan] Wie finde ich einen Job?

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In letzter Zeit läuft mir im Internet (auf Facebook & Co.) immer wieder die Frage über den Weg „Wie finde ich in Japan einen Job?“. Eigentlich genau nicht anders, wie in Deutschland auch, würde ich sagen. Aber da es nun so häufig gefragt wird, will ich hier mal ein paar meiner Erfahrungen teilen.
Zuerst stellt sich immer die Frage: was kann ich eigentlich in Japan arbeiten?
Nun ja, als Ausländer kommen meist zuerst Jobs als Sprachlehrer in Frage, was jedoch für Deutsche etwas schwieriger wird, weil Deutsch nicht so sehr verbreitet ist und bei Englisch zu 90% Muttersprachler gesucht werden. Dann bleibt natürlich noch die Möglichkeit in Hostels/Hotels an der Rezeption zu arbeiten oder in Cafés/Restaurants in der Küche oder als Bedienung. Natürlich wird auch immer in Kombinis oder Supermärkten nach Kassierern gesucht. Am Ende ist es eigentlich meist auch eine Frage des Japanisch-Levels und der eigenen Lernfähigkeit.

Nachdem man denn weiß, was man ungefähr machen möchte, kommt die Frage: wo finde ich nun einen Job? Im Großen und Ganzen gibt es da für mich eigentlich vier Herangehensweisen.
a) Recherche im Internet
Es gibt im Internet einige Seiten, auf denen man relativ gut nach Jobs in Japan suchen kann. Am Bekanntesten ist hier wohl Gaijinpot.com. Es gibt viele Angebote (allerdings vorwiegend Englischlehrer), jedoch fand ich persönlich das vollständige Ausfüllen des Lebenslaufes dort ziemlich lästig. Aber sonst find eich es ziemlich übersichtlich und gut gegliedert. Was mich noch etwas gestört hat, dass ich auf meine Bewerbung, die ich dort gemacht habe, nie eine Antwort bekommen habe (aber ich habe auch nur eine einzige dort gemacht).

b) Kostenlose Zeitschriften mit Jobangeboten
Hier kann man eigentlich überall Zeitschriften finden, in denen Jobs ausgeschrieben sind (auf Japanisch natürlich). Dazu gehört unter anderem Town Work und Recruit. Diese gibt es eigentlich an jeder Bahnstation und in den meisten Kombinis. Allerdings sind diese vorwiegend auf Japaner orientiert und man muss relativ gut im Japanischen sein. Ich habe mich über Town Work bei einem Hotel beworben, wo ich auch schon vorab ein kleines Interview am Telefon hatte, bevor ich zu einem richtigen Gespräch eingeladen wurde. Jedoch habe ich das Bewerbungsgespräch am Ende abgesagt, weil ich da gerade meinen aktuellen Job gefunden hatte. Ansonsten kann man, soweit ich weiß, im Zeitungsladen auch internationale Zeitungen mit Jobangeboten für Ausländer finden.
c) Direkte Nachfrage
Wenn man weiß, was man machen möchte, kann man auch zum „direkten Angriff“ übergehen. Ich hatte mir zum Beispiel zu Beginn in den Kopf gesetzt in einem deutschen Restaurant zu arbeiten – da hat man zumindest als Deutsche gute Chancen. Ich habe also im Internet geguckt, wo es deutsche Restaurants in Tokyo gibt und bin dorthin gegangen und habe direkt gefragt. Ich hatte gleich beim ersten Anlauf Glück und konnte sofort dort anfangen. Allerdings war es dann doch nicht das richtige für mich… (^_~) Was ich meine: wenn ich weiß, was ich machen möchte, kann ich mich konkret auf die Suche machen. Beispielsweise die Internetseiten von Hostels checken, ob dort gerade jemand gesucht wird oder bei Sprachschulen anrufen und um einen Vorstellungstermin bitten. Ganz nach dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung!
d) Das japanische Arbeitsamt
Was mir am Ende zu meinem aktuellen Job verholfen hat, war der Gang zum Arbeitsamt. In Tokyo hat das japanische Arbeitsamt – Hello Work – eine direkte Abteilung für ausländische Arbeitssuchende (Website). Am Telefon kann man nach jemanden fragen, der Englisch spricht und auch einen Termin mit einem Englisch-Dolmetscher vereinbaren. Vorort werden die persönlichen Daten aufgenommen, nach einem Jobangebot gesucht und wenn man möchte, ruft der Mitarbeiter sogar direkt beim Arbeitgeber an und macht einen Termin für ein Vorstellungsgespräch aus. Ich hatte eine Stunde nach meinem Termin im Arbeitsamt gleich ein Vorstellungsgespräch und dadurch einen Job (^w^) Ich fand also den Besuch bei Hello Work sehr hilfreich und kann das wirklich nur empfehlen, wenn man auf die anderen Wege selbst nichts finden kann.
Wenn ich hier von „Job“ rede, spreche ich größtenteils von Teilzeitjobs, im Japanischen übrigens Arubaito (アルバイト) genannt. Meist verdient man dort auch nur um die ¥ 1000/Stunde. Aber ich habe für meine Zeit mit Working Holiday Visum auch nichts anderes für mich gesucht. Natürlich gibt es auch noch andere Möglichkeiten einen Job zu finden. Freunde oder Bekannte in Japan fragen. Wo haben andere gearbeitet und was können sie empfehlen? Vielleicht besucht man ja auch eine Sprachschule und kann dort nachfragen usw.
Was man noch beachten sollte: bei den meisten Vorstellungsgesprächen muss man einen japanischen Lebenslauf (Rirekisho) mitbringen. Wenn Interesse besteht, kann ich in der Zukunft auch dazu noch einen kleinen Eintrag schreiben.

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Wenn ihr noch mehr Tipps zur Arbeitssuche habt, könnt ihr sie gerne hier auch als Kommentar hinterlassen (^_^)

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4 Kommentare

  1. Rirekisho, das Monster meiner Albträume. Wie oft ich die geschrieben und wieder neu geschrieben und dann im letzten Absatz einen Fehler gemacht habe…

  2. Als mein Freund Lebensläufe geschrieben hat, hat er da zuerst immer mit Bleistift geschrieben, bevor er es danach mit Kuli nachgezogen hat. Das war eine ziemlich gute Strategie, fand ich. 🙂
    Nancy

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