[Arbeitsleben] Meine Zeit in einer Konditorei in Tokyo

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Eigentlich wollte ich nach meinem ersten Blogeintrag über meine Arbeit in Japan schon lange mal wieder darüber schreiben. Aber irgendwie bin ich dazu nicht gekommen. Nun liegt mein letzter Arbeitstag schon fast vier Wochen zurück und auch verabschiedet habe ich mich schon letzte Woche von meinen lieben Kollegen.

Wie in o.g. Eintrag geschrieben, habe ich einer etwas teureren österreichischen Konditorei in Tokyo als Teilzeitkraft gearbeitet. Nachdem ich im Dezember 5 Tage die Woche gearbeitet habe, hat sich das im Januar etwas geändert. Offiziell war ich dann nur noch zwei Tage da (Dienstag und Donnerstag), aber je nachdem wie viel zu tun war, wurde das natürlich geändert. Wenn jemand mal nicht da war oder zu den Hauptverkaufszeiten war ich also auch öfter mal wieder 4 oder 5 Tage auf Arbeit – geändert hat sich auch, dass ich nun immer von 10:45 Uhr bis 18 Uhr (wenn das Geschäft schließt) gearbeitet habe. Dadurch konnte ich auch jeden Nachmittag mit Kaffeepause machen, wo es entweder was Süßes oder Obst oder irgendeine andere Leckerei gab.
Törtchen aus dem Geschäft

Meine Aufgaben haben sich auch etwas geändert bzw. vermehrt. Im Januar wurde mir das Verpacken der Plätzchendosen beigebracht, was am Nachmittag neben dem Versenden die meiste Zeit in Anspruch nimmt. Erst sauber machen, dann in Seidenpapier einpacken und dann in das Papier mit dem Geschäftsaufdruck einwickeln. Alles für vier verschiedene Dosen-Größen. Natürlich muss das dann am Ende auch ordentlich aussehen, kostet ja auch entsprechend (^_~)

Sonst habe ich noch Schoko-Dragees, Schokokuchen, Schoko-Stangen und Schoko-Mandeln eingepackt, sowie Tee und österreichisches Natursalz abgefüllt. Zum Valentinstag haben wir ganz viele Pralinen aus Wien bekommen und auch die mussten natürlich schick verpackt werden. Nachdem ich von meiner Rundreise durch Westjapan zurück gekehrt war, haben wir auch angefangen Fotos aller Waren für die neue Internetseite der Konditorei zumachen. Das fand ich sehr lehrreich, denn wir hatten u.a. auch eine kleine Lehrunterweisung einer Profi-Fotografin.
Schokokuchen ♡

Valentinstag und dann einen Monat später der White Day waren die Zeiten, die wir am beschäftigsten waren. Wenn dann die Plätzchen schon nach einer knappen Stunde ausverkauft waren, habe ich nicht schlecht geguckt. Beim White Day haben wir auch noch viele andere Sachen zum Verkauf gebastelt, was für mich sehr interessant war. Ich habe zum Beispiel auch gelernt, wie man Stoffknöpfe bastelt und schöne Schleifen bindet. Zudem haben wir auch allgemein ganz viele kleine Grußkarten gebastelt – mit Stempeln bedruckt, beklebt, bemalt. Das hat mir als kreativer Mensch natürlich sehr viel Spaß gemacht.

Geschenkboxen zum White Day

Nachdem ich im Dezember angefangen habe, haben in den folgenden Monaten noch viele weitere neue Kolleginnen in der Konditorei begonnen. Teilweise sollte ich sie in einigen Sachen einarbeiten, weshalb ich schnell zu ihrem “Senpai” wurde. Dieser Begriff wird in Japan meist in der Schule / Uni oder Arbeitsplatz für den jenigen, der über einem steht bzw. länger im Unternehmen ist, verwendet. Allerdings war das ganze bei mir doch recht merkwürdig. Natürlich war das auch alles nur Spaß 😉 Aber am Ende hat mich das halbe Team Claudia-senpai genannt, obwohl ich sogar die jüngste von allen war.

Meine Kolleginnen habe ich alle sehr lieb gewonnen und sehr ins Herz geschlossen. Sie sind eigentlich zu meiner kleinen Familie geworden und ich werde die Zeit mit ihnen wirklich sehr vermissen. Ich habe in vielen Sachen von ihnen Unterstützung und Hilfe erhalten und konnte mir auch immer mal ein paar Dinge von der Seele reden. 
Vielen Dank an alle! 
みんなありがとうございます!
一緒に過ごした時間を忘れないよ!
Es ist also nicht verwunderlich, dass zum Abschied nicht nur bei mir die Tränchen geflossen sind…
Zum Abschied habe ich unter anderem eine wirklich tolle Karte von allen bekommen, wo in Japanisch, Englisch und Deutsch von jedem etwas geschrieben steht. Das hat mich so sehr gefreut. Und noch ein Foto von (fast) allen, welches wir am White Day aufgenommen haben. Und noch einige andere Sachen (^w^)

Mir hat die Arbeit wirklich sehr viel Spaß gemacht und ich wäre gerne noch länger dort geblieben. Aber mal sehen, was die Zukunft bringt. Bei meiner nächsten Reise nach Japan werde ich auf jeden Fall wieder dort vorbeischauen.

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