[Rundreise 2014] Bahnhofskatze Tama & Wakayama Castle

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Nachdem mein Freund zum Ende der Golden Week aus Osaka wieder abgereist war, hatte ich noch ein paar Tage Zeit bis ich mich mit Besuch aus Deutschland in Kyoto treffen wollte. Deshalb habe ich mich entschieden, mich in den nächsten Tagen noch etwas in der Region umzusehen. Dazu gehörten u.a. Wakayama, Kobe, Sakai und der berühmte Ise Jingu Schrein. Allerdings habe ich zuerst einmal mein Hotel gewechselt – in der Nähe von Tennoji hatte ich ein ziemlich billiges Hotel/Hostel gefunden, wo ich bei den Kosten pro Nacht fast bei der Hälfte vom Toyoko Inn lag. Und da ich allein war und nicht viel Luxus brauche, war es mir auch egal, wenn es dort etwas schäbig war. Nachdem ich meinen Freund verabschiedet und das Hotel gewechselt hatte, habe ich mich auf den Weg nach Wakayama gemacht. Hauptgrund für meine Reise dorthin war die berühmte Bahnhofskatze: Super Station Master Tama.

Info
Ursprünglich war Tama eine Streunerin, die auf dem Bahnhof Kishi in der Präfektur Wakayama lebte und von Einheimischen versorgt wurde. Personalstreichungen der Bahngesellschaft Wakayama Dentetsu hatten u.a. zu Folge, dass im Januar 2007 die siebenjährige Tama formell zur „Bahnhofsvorsteherin“ ernannt wurde. Sie bekam sogar eine Mütze geschneidert und eine Namensplakette.
Wie in Japan nicht anders zu erwarten, wurde die Geschichte über die Bahnhofskatze natürlich vermarktet und lockt seither viel Besucher aus ganz Japan aber auch aus der Welt an. Der Bahnhof, der restauriert wurde und hat eine Katzengestalt erhielt, beinhaltet ein Café sowie einen Souvenirshop und es fährt sogar ein extra Tama-Zug, der komplett nach seinem Namensgeber gestaltet ist. Inzwischen arbeitet Tama nur noch in Schichten und hat eine Vertreterin namens „Nitama“, was soviel wie Tama2 heißt.

Aber nun zurück zu meiner Reise. In Wakayama auf dem Bahnhof angekommen, war ich erstmal verwirrt, wie ich denn jetzt weiter zu meinem Ziel, dem Bahnhof Kishi auf der Kishikawa Line, komme. Da ich mein Zugticket nur bis Wakayama gekauft hatte, bin ich dann erstmal aus den Ticketschranken raus und wollte mich am Bahnplan informieren. Allerdings war dort keine Spur von Tama. Ich habe dann das Bahnpersonal gefragt, wo ich erfuhr, dass sich der Zugang – und auch der Ticketschalter – für diese Linie innerhalb der Ticketschranken befindet. Er hat mich dann wieder nach innen gelassen und dann habe ich auch die Katzenpfotenabdrücke entdeckt, die einen zum Zug führen sollten. Nachdem ich mir ein Round-Trip-Ticket gekauft hatte, habe ich auf den Zug gewartet. Ich bin mit Tama Densha (たま電車) – dem Tama-Zug – gefahren, der total niedlich gestaltet ist und bei dem jeden Katzenliebhaber das Herz aufgeht.

Der Zug war ziemlich gefüllt und natürlich hatten alle das gleiche Ziel. Deshalb war es am Bahnhof dann auch ziemlich voll. Bis zum nächsten Zug zurück hatte ich eine halbe Stunde Aufenthalt. Ich habe mich natürlich erst einmal mit eingereiht, um einen Blick in „Tama’s Büro“ zu werfen. Dieses ist ein stillgelegter Fahrkartenschalter, der mit Kratzbaum und flauschiger Decke ausgestattet ist. Tama hat geschlafen und sich nicht von den Gästen stören lassen. Leider hat das Glas drum herum ziemlich gespiegelt… Danach bin ich noch in den nebenan liegenden Souvenirshop, wovon man Tama auch sehen konnte. Langsam hatte sie dann doch mitbekommen, welch Andrang um sie herum war. Gekauft habe ich mir natürlich auch etwas kleines – einen Schlüsselanhänger mit dem Tama-Charakter.

Danach habe ich mir im Tama Café noch einen Erdbeersaft im Tama-Plastikbecher gegönnt. Eigentlich wollte ich ein paar der Ichigo-Daifuku (Erdbeeren + rotes Bohnenmus in Klebereismehl), aber die waren leider schon ausverkauft… Zu meiner großen Überraschung tauchte dann auf einmal ein großer Plüsch-Tama vor dem Bahnhofsgebäude auf, auf den sich natürlich alle (vorallem die Kinder) stürzten und Fotos machten. Ich habe dann auch einer Frau meine Kamera in die Hand gedrückt, denn ich wollte auch ein Foto mit Tama. 

Der Zug zurück war nicht so voll. Ich fuhr auch nur bis zum Bahnhof Idakiso, weil dort an dem Tag Tama’s Stellvertreterin Nitama arbeitete. Der Bahnhof war weniger spektakulär. Außer ein paar Bildern und der im Tiefschlaf versunkenen Katze gab es nicht viel zu sehen. Auch vor dem Bahnhof gab es nicht viel außer ein paar Wohnhäuser. Allerdings konnte ich mir hier an einem kleinen Stand endlich ein paar Ichigo-Daifuku kaufen <3 Kurz vor meiner Weiterfahrt hat sich Nitama dann doch noch einmal erhoben, um ihre Liegeposition zu ändern.

Zurück in Wakayama hatte ich mir noch die Burg vorgenommen. Auf der Straßenkarte sah es eigentlich nicht all zu weit aus und ich habe mich entschieden hin zulaufen – Fehler! Es war doch eine ganz schöne Strecke und ich war ziemlich k.O. als ich dann endlich ankam. Zudem befindet sich die Burg auf einem Berg.

Die Wakayama Burg (和歌山城) wurde 1585-1586 gebaut und war bis 1867 in Benutzung. Allerdings wurde sie im 2. Weltkrieg durch Bombenangriffe zerstört und dann 1958 wieder neu aufgebaut. Innen befindet sich eine schöne Ausstellung und man hat einen tollen Ausblick von oben. 

Es lohnt sich im Anschluss noch etwas um die Burg herum zu erkunden, denn die riesigen Steinwände sind wirklich sehr beeindruckend. Man läuft durchs Grüne der Natur und viele Katze waren dort auch unterwegs ♥ Ich bin dann noch an der Ohashi Rouka vorbei gekommen, einer Brücke, über die damals enge Verbündete des Burgherrens unbemerkt von außen in die Burg gelangen konnten und über das Wasser führt.

Danach war ich noch in einem kleinen Souvenirgeschäft, wo sich die ältere Dame mit mir etwas unterhalten hat. Ihr Tochter habe in Deutschland studiert. Nachdem ich noch einen Tee bekommen hatte, bin ich zurück zum Bahnhof diesmal mit dem Bus gefahren. Dort verspürte ich auch langsam, dass ich bisher kaum etwas gegessen hatte und habe mir erstmal ein Restaurant gesucht, bevor ich mich auf den Weg zurück nach Osaka machte. 

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