[Japan Juli 2015] Tag 04 – Unterwegs in Matsuyama

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Am nächsten Morgen ging es von Takamatsu aus weiter in die Nachbarpräfektur Ehime, wo wir einen Zwischenstopp in Matsuyama, der größten Stadt Shikokus, machten. Die Zugfahrt dauerte etwa zwei Stunden. Dort hatten wir zwei Hauptziele: die Burg Matsuyama und das berühmte Dogo Onsen. 

Der Bahnhof in Matsuyama wirkte auf den ersten Blick ziemlich alt auf mich – und noch älter die Straßenbahnhaltestelle zu der wir dann weiter gingen. Den Fahrplan hatten wir zum Glück rasch verstanden und uns dann auch entschieden ein Tagesticket zu kaufen. Als dann auch noch die alten Wagen der Straßenbahn eintrafen, habe ich mich nicht mal mehr so sehr gewundert. Tatsächlich stammt ein großer Teil der Fahrzeuge noch aus den 1950/60er Jahren. Da bekommt man richtig nostalgische Gefühle. Trotzdem hat uns die Straßenbahn rasch zu unserem ersten Ziel gebracht: die Burg Matsuyama.

Matsuyama

Von der Haltestelle aus ging es noch ein Stück bis zum Haupteingang des Burggeländes. In dem Gebäude ging es erst einmal eine Rolltreppe hinauf bis wir uns dann entscheiden konnten, ob wir mit einem Skilift-ähnlichen Sessellift den Berg nach oben fahren wollten oder mit der geschlossenen Seilbahn. Mein Freund und ich waren uns schnell einig und wir entschieden uns für die Seilbahn. So ganz ohne Sicherheitsgurt ist mir das auf dem Stuhl mitten in der Luft nämlich auch nichts.

Matsuyama

Auf der Zwischenebene befanden sich dann schon ein paar Verkaufsstände und wir stärkten uns erst einmal mit einem Iyokan-Softeis. Iyokan (伊予柑) ist eine spezielle japanische Zitrusfrucht, die der Mandarine sehr nahe kommt und wird heutzutage vorwiegend in der Präfektur Ehime angebaut. Mit dem Eis ging es dann weiter bergauf Richtung Burg.

Matsuyama

Zur Burg Matsuyama (松山城). Die zwischen 1602 und 1628 errichtete Burg gehört zu einen der wenigen “originalen Burgen”, die in Japan noch erhalten sind. Zudem gilt sie auch als eine der komplexesten und interessantesten Japans. Zumal sie auch noch auf einem Berg liegt, dem Berg Katsuyama, und dadurch einen wunderbaren Ausblick über die Region bietet.

Oben auf dem Berg angekommen, konnte man ein Foto mit der Figur Akiyoshi machen, den ich an diesem Tag ziemlich ins Herz geschlossen hatte. Ich habe dann meinem Freund, dessen Name so ähnlich ist, fast den ganzen Tag mit meinem neuen Freund aufgezogen. Hehe 🙂

Matsuyama

Die Burg an sich war sehr interessant. Es gab wie üblich viele Ausstellungsstücke und man musste u.a. die alten Holztreppen hinauf und hinab steigen. Mein persönliches Highlight war, dass man sich an einer Stelle selbst eine Samurai-Rüstung anziehen konnte. An der Wand war eine Anleitung zum Anziehen abgebildet und so habe ich mit meinem Freund versucht mich in einen Samurai zu verwandeln. Da die Rüstung wohl schon oft genutzt wurde, waren leider teilweise die Bänder zum Festschnüren arg gebraucht und nicht mehr sehr effektiv. Trotzdem hat das Ganze richtig viel Spaß gemacht. Nur leider waren die Lichtverhältnisse nicht so toll zum Fotografieren…

Nachdem ich mir noch ein paar Souvenirs gekauft hatte, ging es mit der Seilbahn wieder zurück nach unten, wo wir erst einmal eine Mittagspause machten. Wir hatten uns für ein Yakiniku-Restaurant entschieden, wo es zum Glück auch ein All-You-Can-Eat-Angebot gab. So haben wir auf unserem hübschen kleinen Grill auf dem Tisch alles mögliche an Fleisch und Gemüse gebraten und uns die Bäuche voll geschlagen.

Matsuyama

Kugelrund gefuttert ging es wieder zur Straßenbahn und damit weiter zur Haltestelle Dogo Onsen. Das Dogo Onsen (道後温泉) ist das älteste Onsen Resort Japans und das Gebäude soll die Macher von Ghibli zum Badehaus in Chihiro’s Reise ins Zauberland inspiriert haben. Baden wollten wir dort nicht gehen – ich bevorzuge da dann private Onsen, wo ich mit meinem Freund zusammen baden kann -, aber da man im Onsen eine Führung mitmachen kann, war es trotzdem den Besuch wert. Die Führung war sehr interessant. In unserer kleinen 4-köpfigen Gruppe habe ich als einzige Ausländerin ein Papier mit englischer Erklärung zur Führung in die Hand bekommen und konnte so den japanischen Erklärungen folgen. Kleines Highlight hier: die extra für die Kaiserfamilie hergerichtete Toilette, die aber bisher noch nie genutzt wurde. Für mehr Informationen könnt ihr gern auf meinem Travel Blog vorbei schauen.

Auf dem Rückweg zur Straßenbahnhaltestelle sind wir ein wenig durch die Einkaufsstraße geschlendert und mussten natürlich einen Stopp beim Ghibli Laden machen. Dort saß ein großer Totoro auf der Bank. Super Fotomotiv (^_^)v

Matsuyama

Wir haben dann noch eine Pause an der Botchan Karakuri Clock (坊ちゃんからくり時計) gemacht, weil sich dort ein Fußbad befindet. Und bei Fußbädern bin ich immer zu haben. Es war eine tolle Atmosphäre dort. Andere Touristen, die ebenfalls ihr müden Füßen im Fußbad eine Erholung gönnten. Onsen-Gäste, die im Yukata durch die Straßen liefen. Die alte Straßenbahn, die man in der Ferne fahren hört. Willkommen auf Shikoku.
Matsuyama Dogo Onsen
Eigentlich hätten wir uns noch mehr ansehen wollen, aber wir sind dann doch zum Bahnhof zurück, weil wir die Nacht ja nicht in Matsuyama bleiben wollten. Vor uns stand noch eine etwa einstündige Fahrt mit der regionalen Bahn weiter nach Westen in das kleine Fischerörtchen Iyonagahama. Von dort aus sollte es am nächsten Morgen zur Katzeninsel Aoshima gehen. Aber mehr dazu dann im nächsten Reisetagebucheintrag.

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☆ Reisetagebuch Juli 2015 ☆
Tag 03 – Im Udon-Wonderland Takamatsu ☆☆☆☆ Tag 05 – Die Katzeninsel Aoshima
Gesamtübersicht
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Mehr Infos zum Dogo Onsen in Matsuyama?
Werft einen Blick auf den Beitrag im Travel Blog
Ihr wollt einmal in einem privaten Onsen baden gehen?
Das Hakone Yuryo wäre ein Tipp hierfür

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