[Auswandern] Letzter Arbeitstag in Deutschland

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Am Mittwoch hatte ich meinen letzen Arbeitstag in Deutschland. Jetzt habe ich bis Monatsende noch ein paar Tage Urlaub und dann geht der Countdown für meinen Flug nach Japan in die heiße Phase.

Zwei Jahre war ich auf meiner Arbeitsstelle. Und genau diese zwei Jahre liegen zwischen meinem Working-Holiday-Aufenthalt in Japan und meinem jetzigen großen Schritt des Auswanderns. In diesen zwei Jahren ist viel geschehen. Ich war noch zwei Mal zwischendurch in Japan, ich bin Tante geworden, ich habe geheiratet. Ich war zwei Jahre lang auf einer damals neuen Arbeitsstelle und ich habe viele neue Kollegen kennen gelernt, die mit der Zeit doch eine recht wichtige Rolle für mich eingenommen haben. Nicht nur auf der Arbeitsebene, auch konnte ich mir viele Sachen von der Seele reden, die ich sonst in meinem näheren Umfeld nicht gleich los werden konnte. Vielen Dank dafür, auch wenn es bestimmt manchmal nervig war.

Meine Arbeit an sich hat mir rückblickend Spaß gemacht. Konnte ich mir erst nicht vorstellen täglich mit Kundenkontakt zu arbeiten, so hatte mein Working-Holiday-Jahr doch eines meiner Ziele aus dem Motivationsschreiben erfüllt: ich bin selbstbewusster geworden und war nicht mehr zu schüchtern und ängstlich mit fremdem Menschen zu sprechen. Letzteres musste ich auf Arbeit oft genug machen: mit Menschen aus ganz anderen Ländern mit den verschiedensten Kulturen sprechen und ihre Anträge bearbeiten. Es war oft sehr interessant, manchmal kompliziert und einiges werde ich wohl nicht vergessen. Diese Zeit hat mich schon sehr geprägt.

Letzter Arbeitstag in Deutschland

Zur Verabschiedungen von meinen Kollegen hatte ich mir vorgenommen für sie Japanisch zu kochen. Hatte ich sie doch zwei Jahre lang mit Japan genervt, wollte ich ihnen auch ein bisschen Japan in Erinnerung lassen. So hatte ich bereits am Dienstag einen Tag Urlaub und habe den ganzen Tag mit meiner Mutti in der Küche gestanden. Auf meiner To-Do-Liste standen einige Gerichte aus den Kochbüchern von Angelina Paustian (Links findet ihr unten), die ich teilweise schon gekocht hatte, aber auch einige, die ich zum ersten Mal ausprobiert habe.

Sushi (お寿司)

Wenn man von japanischem Essen spricht, kommt den meisten natürlich gleich Sushi in den Sinn. Und natürlich habe ich auch welches gemacht. So kam zumindest mein Reiskocher nochmal in Einsatz bevor ich ihn abgebe. Gefüllt habe ich das Sushi teilweise mit Lachs, Gurke, Möhre, Frischkäse und Ei. Die Rollen wurden dann in Frischhaltefolie eingewickelt und am nächsten Tag kurz vor dem Verzehr geschnitten. Erstaunlicher Weise sind einige meiner Kollegen über das Wasabi hergefallen.

Karaage (唐揚げ)

Das fritierte Hühnchen esse ich sehr gerne, traue mich teilweise aber nicht dran, weil in Japan auch oft die Haut und andere fettige Sache mit am Fleisch gelassen werden. Das mag ich nämlich gar nicht. Wir hatten Hähnchenbrüste dafür verwendet und sie bereits am Montag Abend in ihre Marinade eingelegt. Am Dienstag hat meine Mutti sie dann in ihrer Panade frittiert. Hat zwar nicht ganz geklappt, wie wir es wollten, lecker war es aber alle mal.

Letzter Arbeitstag - Karaage

Tamagoyaki (卵焼き)

Etwas, was ich immer gerne mache: das japanische Omelette. Normalerweise mische ich da alles spontan zusammen, dieses Mal habe ich mich aber mal an das Rezept gehalten. Es wurde sehr lecker ♥ Und ich habe heraus gefunden, dass man Sake als Kochzutat auch gut mit Weißwein austauschen kann.

Okonomiyaki (お好み焼き)

Noch ein Gericht, welches ich liebend gern esse. Und da ich noch zwei Flaschen Okonomiyaki-Soße hatte auch perfekt für ein großes Essen. Wir hatten die doppelte Menge an Zutaten genommen und dann mit drei kleinen Tiegeln gleichzeitig gearbeitet – da ist unser Ofen schon praktisch. Am Ende hatten wir zehn Okonomiyaki, was recht viel wirkte, am Ende aber fleißig gegessen wurde.

Yakisobapan (焼きそばパン)

Gebratene Nudeln gib es bei mir auch oft. Mein Mann zeigte mir während meines WH-Aufenthaltes aber auch mal, dass man diese gut in Hotdog-Brötchen stopfen kann. Gesagt getan – auch etwas, was ich gerne esse. So wurde eine große Pfanne Nudeln gebraten und dann mit Salatblatt in die Brötchen gefüllt. Mit Frischhaltefolie verpackt kann man es leicht verpacken und ist ein toller Snack auch für unterwegs.

Letzter Arbeitstag - Yakisobapan

Oktopus-Würstchen (タコウインナー)

Das Highlight in jedem japanischen Bento. Und da sie auch auf dem Tisch niedlich aussehen und eigentlich alle gern Wiener essen, haben wir fleißig die kleinen Würstchen eingeschnitten und dann gebraten. So entstehen kleine Kraken ♥

Letzter Arbeitstag - Oktopuswürstchen

Glasnudelsalat (はるさめサラダ)

Das Rezept fand ich sehr interessant und sah auch lecker aus. Also wollte ich es mal ausprobieren. Ist auch super leicht. Zutaten wie Gurke, Tomaten, Paprika etc. schneiden und in eine Schüssel geben. Die gebrühten Glasnudeln in einer Pfanne mit Sojasoße und Öl anbraten und dann alles in der Schüssel vermischen. Hat dann auch sehr gut geschmeckt und werde ich sicher mal wieder machen.

Letzter Arbeitstag - Glasnudelsalat

Mille Crêpes (ミルクレープ)

Einer meiner lang gehegten Wünsche: einmal eine Crêpes-Torte selbst machen! Schon viele Jahre haben wir einen Crêpe-Maker, ihn aber bisher nie benutzt. Nun war es endlich an der Zeit und ich muss sagen, es ging ziemlich leicht von der Hand die ganze Schüssel Teig in Crêpes zu verwandeln. Dann immer nach einander mit Creme bestreichen, übereinander stapeln und fertig! Ich hab dann meine Schoko-Deko-Stifte noch aufgebraucht und meiner Kreativität freien Lauf gelassen.

Letzter Arbeitstag - Mille Crêpes

Am Ende unseres Kochtages waren meine Mutti und ich der Meinung, dass es viel zu viel geworden war. Am nächsten Tag wurde ich aber eines besseren belehrt. Bis auf ein Viertel der Torte und etwas Okonomiyaki, Sushi und Yakisobapan, was für mich zum Abendessen reichte, war nichts übrig geblieben. Es scheint geschmeckt zu haben.

Ich hoffe, dass das auch für meine Kollegen ein schönes Abschiedsessen war. Wir sehen uns sicher irgendwann mal wieder. Und vielen Dank für die tollen Geschenke ♥Letzter Arbeitstag in Deutschland


Reviews zu den Kochbüchern von Angelina Paustian? Die findet ihr hier:
Koch dich Japanisch
Manga Kochbuch Japanisch
Manga Kochbuch Bento

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