[Japan Neujahr 2015/16] Kleine Reise nach Sendai

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Oder: Zu wenig Zeit mit zu vielen Göttern im Norden

Ich war noch nie im Norden Japans. Mein weitestes bis dahin war Nikko in der Präfektur Tochigi. Das sollte sich nun endlich ändern und ich habe meinen Freund überredet in seinem Neujahrsurlaub nach Sendai zu fahren für einen drei Tagestrip mit zwei Übernachtungen.

Mit dem Hayabusa-Shinkansen ging es am 27. Dezember 2015 um 9:36 Uhr auf in den Norden. Kurz nach 11 Uhr waren wir dann in Sendai und wie immer ging es erstmal in der Touri-Info, wo ich mir einige Broschüren holte. Natürlich hatte ich mich vorher schon vorbereitet, was wir machen wollten, aber ein Blatt Papier ist doch auch was Feines. Dann brachten wir unseren Koffer zum Hotel – zur Abwechslung waren wir mal im APA Hotel – und mein Freund erledigte den Check-In.

Währenddessen studierte ich die Broschüren und vor allem auch den Busplan und musste feststellen, dass wir inzwischen schon so getrödelt hatten, dass wir gar nicht mehr alles schaffen würden, was ich mir rausgesucht hatte. Schließlich machen die meisten Touristen-Attraktionen in Japan ja schon gegen 17 Uhr zu. So eilten wir zurück zum Bahnhof, kauften fix ein paar Sandwiches für unterwegs und setzten uns in den nächsten Bus, der uns zu unserem ersten Ziel brachte.

Die Sendai Daikannon (仙台 大観音), die mit ihren 100 Metern Größe die größte Statue der Göttin in Japan ist. Zu ihrer Fertigstellung im Jahr 1991 war sie sogar die Größte ihrer Art auf der Welt, das hat sich aber inzwischen geändert und sie belegt nur noch den sechsten Platz. Wenn man davor steht, kann man die Größe gar nicht realisieren. Wirklich beeindruckend!

Gegen eine Gebühr von 500 Yen kann man die Statue auch betreten und sich die zahlreichen Ausstellungsstücke ansehen. Dazu zählen einerseits 33 Kannon-Figuren. Es wird gesagt, dass die Kannon-Bosatsu in 33 verschiedenen Gestalten erscheint, abhängig von den Wünschen der Menschen. Diese Figuren sind alle sehr detailreich und farbenfroh gestaltet. Dem gegenüber stehen zwölf Schutzgötter, die sich an den chinesischen Sternzeichen orientieren und u.a. den Buddhismus schützen. Diese sind zwar auch detailliert, aber mehr Ton in Ton gehalten.

Nachdem wir uns alle angesehen hatten, ging es zum Fahrstuhl und wir führen nach ganz oben. In der Etage gibt es ein kleines Areal mit einem goldenen Torii und einen Schrein zum Beten. Das Highlight folgt dann: in der großen Statue befinden sich zwei Aussichtsfenster, aus denen man einen herrlichen Blick auf der einen Seite auf die Berge, auf der anderen Seite auf die Stadt bis hin zum Pazifik hat. Allein deshalb hat sich der Besuch hier gelohnt.

Auf den Weg nach unten haben wir die Treppen genommen, weil man dadurch die 108 Buddha ansehen konnte. Das war zu Beginn zwar auch interessant, wurde nach einer Weile dann doch langweilig, denn die Figuren sahen sich nach den ersten 30~40 doch irgendwie alle ähnlich. Wir nutzen deshalb die nächste Chance mit dem Fahrstuhl nach unten zu fahren.

Sendai Daikannon

Im Bus ging es weiter zu den Ruinen der Burg von Sendai, Aoba Castle (青葉城). Waren wir bei der Kannon noch fast allein gewesen, wimmelte es hier schon mehr vor Touristen. Wir wanderten eine Weile auf dem Gelände herum, wovon man ebenfalls einen tollen Ausblick auf das Stadtgebiet hat. Natürlich mussten wir auch ein Foto vor der berühmten Statue von Date Masamune machen, der die Burg 1600 erbauen ließ.

Sendai

Panoramafoto mit dem Handy

Sendai - Date Masamune

Am Gokoku Jinja (護国神社) waren die Vorbereitungen für die Neujahrsfeierlichkeiten schon im vollen Gange und alles war schön geschmückt. Dort fand ich auch Omikuji mit Rilakkuma, wo ich natürlich nicht widerstehen konnte. Dazu gab es nämlich auch noch einen Anhänger. Wir gönnten uns noch etwas Kleines zu Essen, denn so langsam kam dann doch der Hunger durch, und machten uns wieder zurück auf den Weg zur Bushaltestelle.

Eigentlich wollte ich gern noch mehr sehen. Unter anderem das Zuihoden Mausolem, aber da dieses im Dezember bereits 16 Uhr schließt, was es bereits zu spät. Also müssen wir irgendwann nochmal nach Sendai (^_~)

Auf der Rückfahrt zum Bahnhof wurde im Sendai Loop Bus angesagt, dass es auf der Jozenji-dori im Dezember immer eine Lichterstraße gibt, die in etwa einer halben Stunde erleuchtet werden würde. Kurzerhand stiegen wir also dort aus. Da wir noch Zeit hatten, stöberten wir durch die Einkaufsstraße und blieben beim Ghibli Shop hängen. Die Jiji-Ohrringe, mit denen ich geliebtäugelt hatte, aber sie wieder weg hin, weil sie mir etwas zu teuer waren, hat mir mein Freund dann geschenkt. Ist er nicht süß ♥

Zurück auf der Hauptstraße hatte sich schon eine große Menschenmasse versammelt und die Polizei regelte den Menschenverkehr. Wir schafften es doch noch bis in die Mitte, bevor der Countdown los ging. Und auf einmal erstrahlten im Dunkeln der Nacht etwa 600.000 Lichter an den Bäumen der Allee entlang. Es war so schön, dass ich auf einmal Tränchen in den Augen hatte. Alle machten fleißig Fotos und freuten sich.

Wir liefen von dort zurück zum Bahnhof und suchten uns dort ein Restaurant aus. Bei einem Italiener entdeckte ich eine lustige Pizza: mit Salat und Schinken!! Diese musste ich mir natürlich bestellen und sie war wirklich lecker. Dann ging es ab ins Hotel, noch etwas Planung für die nächsten Tag machen und schlaaaaaafen~

Sendai


Japan-Reise Neujahr 2015/16
Gesamtübersicht
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