[Veranstaltung] Oktoberfest in Yokohama

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Am Montag bin ich in Japan angekommen, am Samstag waren wir auf dem Oktoberfest in Yokohama. Nicht, dass ich Deutschland so extrem vermissen würde, aber mein Mann wollte unbedingt mit mir dorthin. Warum also nicht.

Nachdem wir zuerst in Kamoi eine Wohnung besichtigt hatten, war der Weg nach Yokohama nicht mehr weit. Vom Bahnhof Sakuragicho machten wir uns zu Fuß auf zum Akarenga (横浜赤レンガ倉庫), Yokohama’s berühmten roten Speichern. Dort fand vom 30. September bis 16. Oktober 2016 das Yokohama OktoberFest (横浜オクトーバーフェスト) statt.

Oktoberfeste habe ich in Japan schon zwei besucht – das in Akihabara im März 2014 (Bericht) und in Nagoya im Juli 2015 (Video). Das in Yokohama war aber um einiges größer als die mir bekannten und verlangte sogar einen Eintrittspreis von ¥ 300 pro Person. Dafür gab es dann ein Papierarmband, welches man beim wiederholten Betreten des Festbereiches vorzeigen musste.

Es gab eine Vielzahl an verschiedenen Bierständen, wo es auch Essen zu kaufen gab. Jede Menge Bierbänke standen zu Verfügung, waren aber komplett besetzt, aber es war ja schließlich auch Samstag Nachmittag/Abend. In einem großen Festzelt gab es neben den besagten Bierständen und –bänken auch eine kleine Bühne in der Mitte, wo am Wochenende im 2-Stundentakt die Woho & Kalendar Band auftrat.

Nachdem wir uns einen ersten Überblick verschafft hatten, war nun die Frage: Was wollen wir essen? Wie gewohnt waren die Preise utopisch. Der Grund warum ich eigentlich gar nicht hingehe wollte. In der ersten Runde gab es Westernkartoffeln mit Käsesauce für mich (¥ 1000) sowie eine Wanna-be-Currywurst mit Westernkartoffeln für meinen Mann (¥ 800). Wir suchten uns damit dann einen Platz außerhalb des offiziellen Geländes, um in Ruhe zu essen. Danach wollte mein Mann noch kleine Kartoffelbällchen ausprobieren, ein Beutel für ¥ 500. Diese haben wir dann mit Consommé vermischt und mit Stäbchen aus dem Beutel geangelt. Fast wie kleine runde Kroketten.

Wir liefen ein Stück zum Hafen hinaus, genossen den Wind am Wasser und die Aussicht auf’s Meer. Mit dem fast vollen Mond und den beleuchteten Schiffen war es dort super romantisch. Hat man aber auch daran gemerkt, dass fast nur Pärchen um uns herum standen. Viel Aufmerksamkeit zog ein älterer Herr auf sich, der in seinem Kinderwagen zwei Katzen Spazieren fuhr. Niedlich war es ja ♥

Yokohama Oktoberfest

Wir drehten noch eine Runde über das Gelände und auf einmal fragte mich mein Mann, ob wir ein Bier trinken wollen. Eigentlich trinke ich kein Bier, weil es mir einfach nicht schmeckt. Mein Mann trinkt nur selten Alkohol, weil er ihn nicht so gut verträgt. Ich habe mich dann aber doch für ein Hofbräu Zitronen Weißbier überreden lassen. Einmal ¥ 1000 für das Bier plus nochmal ¥ 1000 Glaspfand. Überraschenderweise hat das Bier mir sogar geschmeckt und ich habe mehr davon getrunken als mein Mann. Dazu gab es dann noch einen Flammkuchen für ¥ 1500. Klein und lecker, aber der Preis… *hust*

Irgendwann hörten wir dann die Musik im Festzelt erklingen und gesellten uns dazu. Deutsche Musik, angetrunkene Japaner – eine lustige Kombinationen. Es war echt interessant anzusehen, wie die Japaner zu der Musik abfeierten. „Viva Colonia“ wurde in „Viva Yokohama“ umgedichtet und in ihrem lustigen Akzent versuchten die Japaner „Ein Prosit“ mitzugröllen. Alles war dann vorbei, als die junge Dame auf der Bühne jodelte. Ein Anblick! Ein richtiges Highlight! → Das Video dazu findet ihr hier!

Das Bier war leer. Wir hatten ¥ 5400 (ca. 47 Euro) ausgegeben. Wir entschieden uns allmählich für den Heimweg. Jede Menge Japaner strömten uns noch entgegen Richtung Oktoberfest. Eine wahre Geldquelle, diese deutschen Feste in Japan. Wir werden dann wohl zum Weihnachtsmarkt hierher zurück kehren. Den kenne ich zwar schon (Bericht), aber da gibt’s dann zumindest teuren Glühwein.


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Bericht zum Oktoberfest in Akihabara
Video zum Oktoberfest in Nagoya
Offizielle Webseite des Yokohama Oktoberfest 2016
Weihnachtsmarkt in Japan

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