[Review] Schonungslos Japanisch

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Das Buch „Schonungslos Japanisch“ erschien bereits im Februar 2012 und trägt den Untertitel „Ein High-School-Jahr zwischen Moderne, Tradition, Gastfamilie und Manga“. Die Autorin Mona I. Thraen erzählt hierin über ein Austauschjahr in einer japanischen Schule.

Das Buch hat mich schon eine Weile interessierte, doch leider bin ich bisher nie dazu gekommen es zu lesen. So fand ich damals schon das Interview auf dem Schwarzen Sofa der Leipziger Buchmesse 2012 sehr interessant. Vorerst geriet das Buch dann aber bei mir wieder in Vergessenheit. Bis meine Mit-Japanisch-Lernerin Anfang des Jahres meinte, dass sie das Buch zuhause liegen hat. Zeit es mir endlich mal auszuleihen. Da ich allerdings in Deutschland recht wenig lese, habe ich doch glatt bis Ende September gebraucht, um es fertig zu lesen – und das auch nur aufgrund des Drucks es vor meiner Reise nach Japan noch zurück geben zu können. Dafür gibt es jetzt aber – auch recht spät – endlich eine Rezension dazu.

Worum geht es im Buch?

Mit 17 Jahren geht Mona nach Japan für ein Austauschjahr an einer japanischen High School. Überwiegt am Anfang noch die Vorfreude findet sie sich bald in einer Gastfamilie wieder, die sich nicht wirklich einladend gibt. Auch in der Schule wird sie als Ausländerin zwar mit Neugier betrachtet, aber wahre Freunde zu finden scheint unmöglich. Ein Blick in den japanischen Schulalltag und hinter die Fassetten der japanischen Gesellschaft, die zwar von außen freundlich und höfflich wirkt, aber doch einiges im Dunkeln verborgen hält. Ein ganzes Jahr voller Abenteuer im Land der aufgehenden Sonne erwartet Mona, geprägt von guten und schlechten Erfahrungen, wobei vor allem letztere ziemlich an ihren Kräften und ihrer Psyche nagen.

Buch: Schonungslos Japanisch

Wie ist das Buch aufgebaut?

Das Buch umfasst 312 Seiten, die mit viel Text aber auch ab und zu mit farbigen Bildern gefüllt sind. Unterteilt ist das Buch in vier Hauptteile, wobei hier der Aufenthalt bei den verschiedenen Gastfamilien zur Orientierung genutzt wurde. Die Hauptteile sind dann weiterhin in einzelne Kapitel geteilt.

Familie Kaneko – Die ehrgeizige Mittelschicht
Familie Streunerleben – Auf der Suche nach einer neuen Familie
Familie Yamamoto – Das traditionelle Japan in der Oberschicht
Familie Yoshida – Japans Jugend und die alleinerziehende Unterschicht

Am Ende befindet sich noch ein 10-Seitiges Glossar mit Erklärungen zu den verwendeten japanischen Begriffen.

Buch: Schonungslos Japanisch

Wie hat es mir gefallen?

Ich selbst wollte immer gern für ein Jahr nach Japan an eine Schule gehen. Allerdings haben mir meine Eltern das nicht erlaubt, weil ich so schüchtern war und sie mir nicht zutrauten bei meiner Rückkehr mich in einer neuen Klasse einzufinden und sie dadurch mein Abitur gefährdet sahen. Irgendwann hatte ich mich dann auch damit abgefunden und meine Zukunft sollte mich ja dann doch nach Japan bringen. Für jemanden wie mich, der also selbst gern so ein Austauschjahr machen wollte, war das Buch auch jetzt, nachdem ich in Japan war, noch sehr interessant. Vor allem die Erfahrungen mit den verschiedenen Gastfamilien und den Mitschülern sind doch etwas, die man sonst nicht erleben kann.

Ihr Schreibstil lässt einen alles miterleben. Ich habe mit gelacht, aber auch mitgelitten und es hat mich teilweise sehr bewegt. Was hättest du eigentlich selbst getan, wenn du in einer schrecklichen Gastfamilie gelandet wärst? Aufgegeben oder wie Mona weiter gekämpft? Ich bewundere ihre Stärke, das Jahr durchzuhalten und beneide sie ein wenig diese Erfahrung machen zu dürfen. Umso mehr bin ich froh, dass man mit dem Buch diese Erlebnisse nachvollziehen kann.

Für Japan-Einsteiger gibt es sicherlich viel Neues und Exotisches über Japan in diesem Buch zu lernen. Mit Fußnoten wird das Wichtigste immer erklärt. Aber auch als Japan-Kenner sind noch einige neue Informationen im Buch enthalten.

Wer also einen etwas anderen Einblick in die japanische Kultur bekommen möchte, dem kann ich das Buch sehr ans Herz legen.

Informationen zum Buch

Autor: Mona I. Thraen
Verlag: traveldiary Verlag (Webseite)
Erscheinungsdatum: 1. Februar 2012
Umfang: Taschenbuch mit 312 Seiten

Das Buch gibt es unter anderem auf Amazon für 16,80 Euro zu kaufen, eine Kindle-Version ist für 9,99 Euro erhältlich.

HINWEIS!
Das Buch schrieb Mona fünf Jahre nach ihrem Japanaufenthalt, ein Jahr später wurde es dann veröffentlicht. Das liegt nun auch bereits gute vier Jahre zurück. Beim Lesen sollte daher beachtet werden, dass seit den Erlebnissen im Buch fast 10 Jahre vergangen sind.


Kleine persönliche Anekdote zum Abschluss: Ich habe das Ende des Buches kurz vor meiner Abreisen nach Japan gelesen. Die beschriebenen Gefühle vor dem Verlassen Japans als neue Heimat konnte ich so gut nachvollziehen und es hat mich sehr bewegt. Ein Zeichen, das man das Land wirklich als eine zweite Heimat ins Herz geschlossen hat.

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12 Kommentare

  1. Heike Hotovy

    Mein Sohn ist in Berlin im japanisch deutschen Zentrum. Er war letztes Jahr zum Austausch in Tokio und Nagasaki. War toll für ihn. Aus ganz Deutschland wurden nur 70 Jugendliche ausgesucht und er war dabei.

  2. Saskia Evita Pauly

    Ich habe das Buch auch gelesen und es ist wirklich klasse!
    Es zeigt die schönen und nicht so schönen Seiten Japans. Vor allem die Verhaltensunterschiede und worauf man achten sollte.
    Auch sehr interessant ist das Buch „The Tokyo Diaries“ von David Schumann.

  3. Steffi Pfeiffer

    Vielen Dank für den Hinweis auf das Buch. Bin zwar dem Thema Schüleraustausch schon ein paar Jährchen entwachsen, aber es hört sich ja so an, dass die Einblicke in die japanische Kultur und Gesellschaft einen recht großen Teil des Buches ausmachen. Der Lesehunger ist geweckt. Danke!!!!

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