[Fünf Tage JR-Pass] Tag 3 – Ausflug nach Kyoto

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Ich war schon ein paar Mal in Kyoto, aber irgendwie zieht es mich immer wieder dorthin. Und da der letzte Besuch in der alten Kaiserstadt schon wieder gute 2 ½ Jahr zurück lag, war ich auch auf meiner kleinen JR-Pass-Reise wieder dort.

Es gab nur ein Problem: ich wollte in Kyoto übernachten, weil ich den nächsten Tag noch in der Gegend verbringen wollte. Allerdings hatte ich mich aber erst recht spät für ein genaues Datum entschieden (eine knappe Woche vorher) und die beiden Hostels, in denen ich schon mal war und in welche ich eigentlich auch gern wieder gehen wollte, waren ausgebucht. Genau wie fast alles, wo man sein eigenes Zimmer zum Schlafen hatte und nicht Unmengen bezahlt. Ich bin zum Glück dann doch noch fündig geworden und ziemlich zufrieden. Das dann aber gegen Ende des Berichtes.

Kyoto Kinkakuji

Kinkakuji im Januar 2011

So ging es also am 27. Oktober 2016 mit dem Shinkansen um 7:52 Uhr von Yokohama aus auf in Richtung Kyoto, wo ich gute 2 Stunden 20 Minuten später ankam. Vom Kyoto Bahnhof machte ich mich direkt auf den Weg zu meinem ersten Ziel: dem Ginkakuji (銀閣寺), dem bekannten silbernen Tempel, der das Gegenstück zum Kinkakuji (金閣寺) darstellte. Den goldenen Tempel hatte ich damals im Januar 2011 besucht und nun sollte endlich der silberne dran sein. Im Bus ging es durch Kyoto und anstatt den „etwa 40 Minuten“ dauerte die Fahrt eine knappe Stunde, weil so viel Verkehr war. Auf den Fußgängerwegen haben uns Touristen teils mehrfach überholt, als wir an den Ampeln standen. Aber ich hatte ja zum Glück einen Sitzplatz. Da ließ sich die Fahrt ertragen.

An der Haltestelle angekommen, stieg ich mit den ganzen anderen Leuten aus und wir schlängelten uns die Straße voller Souvenir- und Essensläden hinauf zum Ginkakuji. Ich liebäugelte mit den ersten Packungen Yatsuhashi, hob mir den Kauf meiner Lieblingssüßigkeit aus Kyoto aber für den nächsten Tag auf.

Ich zahlte die 500 Yen Eintrittspreis und betrat das doch recht große Tempelgelände. Den silbernen Pavillon findet man gleich zu Beginn – und er wirkte etwas unspektakulär, aber trotzdem schön. Anders als sein Vorbild ist das Gebäude hier nicht mit Silber bedeckt und war es auch nie. Natürlich gibt es neben dem einen Gebäude auch noch mehr zu entdecken. Angefangen mit dem Silver Sand Sea, welcher sich gleich auf dem weiteren Weg erstreckt. Ein interessanter Stein/Sand-Garten mit großem Kegel. Weiter geht es durch den grünen Garten mit Gewässern, kleinen Wasserfällen und Brücken den Berg hinauf bis zum Moosgarten. Von oben hat man einen tollen Blick durchs Grüne auf die Stadt.

Nachdem ich den Ginkakuji verlassen hatte, ging es auf zum Philosophenweg, auf Japanisch Tetsugaku no Michi (哲学の道). Der etwa 2 Kilometer lange Weg verläuft entlang an einem kleinen Bach umgeben von Kirschbäumen. Ein wunderbarer Weg zum Abschalten und Entspannen. Unterwegs gibt es auch immer wieder Bänke zum Hinsetzen. An den Seiten des Weges findet man sowohl Wohnhäuser, Geschäfte, Restaurants und Tempel. Wer also Lust hat auf Entdeckungstour zu gehen, findet dort bestimmt so einiges. Ich habe mich vor allem über die vielen Katzen gefreut.

Am Ende des Weges hat mir ein älterer Herr ein kleines Boot aus Blättern gegeben, welches ich ins Wasser fallen lassen sollte. Meins ging leider unter. Ein weiteres trieb dann aber flussabwärts.

Mein nächster Halt war der Eikando Zenrin-ji Tempel (永観堂禅林寺). Dieser ist vor allem für sein rotes Herbstlaub bekannt, dafür war ich allerdings noch ein wenig zu früh. Der Eintritt kostet 600 Yen, lohnt sich aber alle Mal, denn das Gelände ist wirklich groß und man kann jede Menge entdecken. Ich war glaube eine gute Stunde dort. Es gibt verschiedene Gebäude, die teilweise über Holzkorridore und Treppen verbunden sind. Die unterschiedlichen Gärten können dadurch von mehreren Seiten betrachtet werden. Weiter oben befindet sich eine kleine Pagode, die man auch bereits von unten durch die Bäume sehen kann. Besonders gefallen hat es mir am Hojo-Teich mit seinen Brücken und der kleinen Insel. Dort haben auch gerade ein paar Touristen im Kimono Fotos gemacht.

Weiter ging es zum Nanzenji (南禅寺), der fast nebenan liegt. Ich habe mir dort allerdings weniger den Tempel selbst angeschaut, sondern mehr das riesige Aquädukt, welches wirklich ein Blickfang ist. Natürlich waren dort einige Touristen und haben Fotos gemacht, viel interessanter waren allerdings die ganzen Maler, die dieses Bauwerk auf Papier festhielten. Da ich an dem Tag erstmal genug an Tempeln gesehen habe – und mir auch schon etwas die Füße weh taten -, habe ich mir das Eintrittsgeld dann gespart. Vielleicht ein anderes Mal – ich bin ja nicht das letzte Mal in Kyoto.

Am Kanal entlang, vorbei am Kyoto City Zoo, ging es wieder etwas Stadteinwärts. Am Heian Schrein hüpfte ich in einen der Stadtbuse und ließ mich in den Higashiyama-Distrik fahren. Entlang der berühmten Touristen-Einkaufsstraßen ging es zum Hello Kitty Café. Das hatte ich mir schon eine Weile vorgenommen. Gegen 15:30 Uhr kam ich dort an. Es war nicht viel los und so wurde ich gleich zu einem Tisch geführt. Das Café ist hübsch eingerichtet, in einer Kombination aus japanischem Stil und Hello Kitty. Ich entschied mich für ein japanisches Parfait mit Maccha-Eis, roten Bohnen, Pfirsichen, Jelly, Kitty-Marschmallows und mehr. Sehr lecker. Dazu noch einen Maccha Latte. Damit war mein Bedarf an Maccha erstmal wieder für eine Weile gedeckt. Auch hier verbrachte ich eine knappe Stunde und genoss einfach nur die Zeit.

Gleich neben dem Café befindet sich übrigens auch ein Ghibli-Laden. Ich stöberte noch ein wenig durch die Geschäfte und machte mich so langsam zu Fuß auf den Weg zum Hotel, wo ich es mir dann zwei Stunden gemütlich machte und etwas schlief. Irgendwie bin ich in letzter Zeit ziemlich k.o.

Mein Hostel war das Shizuya (しづや). Ein recht modern und stylisch wirkendes Gebäude. Es wurde erst im April 2016 wiedereröffnet und in meinem Bereich wirkte das meiste mit seiner Holzverkleidung noch recht frisch. Die Mini-Zimmer bestehen aus einem Mini-Eingangsbereich, wo ein Hocker mit Fön und Handtuch bereitgestellt sind, sowie einem kleinen Schank. Die Betten sind so ausgerichtet, dass man in einem Zimmer oben und im Nachbarzimmer unter schläft. Ich hatte einen Platz unten und fühlte mich wie in einem kleinen Kapselhotel. Der Waschbereich mit Dusche sowie die Toilette waren sehr modern und sauber und es hat mir gut dort gefallen. Zum Hostel gehört auch noch ein Restaurant, in dem ich aber nicht war.

 

Zum Abendessen machte ich mich gegen 19 Uhr auf dem Weg nach draußen. Ich landete im CoCoIchi, denn irgendwie hatte ich Appetit auf Curry. Im Anschluss suchte ich im Kombini noch etwas für’s Frühstück und bereitete mich in meinem Zimmer dann auf den nächsten Tag vor.


Fünf Tage mit dem JR-Pass
Tag 1 – Yahiko in Niigata
Tag 2 – Hikone, Nagahama und Chikubushima (Shiga Präf.)

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