[TOP 10] Japanische Gerichte, wenn du keinen Fisch magst

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Eines der Themen dieses Monats auf City-Cost ist „Japanese Food Experiences“ und diesem habe mich mit zwei Artikeln gewidmet. Vor allem der Artikel „TOP 10 Japanese dishes as a non-seafood-eater“ (Artikel hierkam super an und ich wurde gebeten ihn auch auf Deutsch zu schreiben. Und hier ist er! Natürlich noch etwas abgeändert, aber seht selbst (^_^)

Ich esse keinen Fisch und auch keine anderen Meeresfrüchte. Warum? Weil ich einfach den Geschmack und die Konsistenz nicht mag und teilweise schon ein Würgereiz einsetzt, wenn ich manchen Dingen nur zu nahe komme. Deshalb werde ich wohl auch nie einen Fischmarkt besuchen… Wenn ich das nun jemanden erzähle und er gleichzeitig erfährt, dass ich in Japan lebe, wird meist angezweifelt, dass hier ein Leben ohne Meeresgetier im Essen möglich sei. Aber Japan besteht nun mal nicht nur aus Fisch, Algen, Oktopussen und Co. Es gibt auch normale Gerichte, genau wie in allen anderen Ländern der Welt auch. Ein paar meiner Lieblingsgerichte möchte ich euch heute vorstellen.

Achtung!! Ich rede hier von mir – jemandem, der lediglich Fisch & Co. nicht mag. Ich habe keine Allergie oder ähnliches und achte deshalb nur darauf, dass Gerichte nicht danach schmecken. Wenn ihr Allergien habt oder euch ausschließlich vegetarisch/vegan ernährt, müsst ihr in Japan vorsichtig sein. Viele Gerichte beinhalten Dashi, einen Fischsud, der oft als Grundlage für bestimmte Gerichte – vor allem Suppen – verwendet wird. Fragt also im Restaurant nach, ob Dashi enthalten ist bzw. aus was dieses hergestellt wurde, denn Es gibt auch vegetarische Varianten aus Kombu.

# 01 Okonomiyaki (お好み焼き)

Okonomiyaki wird auch die „japanische Pizza“ genannt. Es ähnelt einen Pfannkuchen, dessen Basis aus Weißkohl, Mehl und Eier besteht. Da der Name Okonomi-yaki für „brat, was du magst“ steht, können die weiteren Zutaten frei gewählt werden. Oftmals kommen noch Möhren, Mais, Schinken, Mochi und mehr hinzu. Das kann man in den Restaurants aber oft wählen. Oben drauf kommt dann eine spezielle Okonomiyaki-Soße und Mayonnaise. Wenn ihr es in einem Restaurant bestellt, passt darauf auf, dass oben drauf keine Aonori (Seetang) und Katsuobushi (Bonitoflocken) gestreut werden.

Ich persönlich liebe die Hiroshima-Variante, die etwas anders zubereitet wird und zusätzlich gebratene Soba-Nudeln enthält. Sehr lecker!

# 02 Tonkatsu (豚カツ)

Tonkatsu geht ursprünglich zurück bis ins 19. Jahrhundert. Es ist ein paniertes Schweinekotelett, welches dem Wiener Schnitzel sehr ähnelt. In Restaurant gibt es dieses meist als Set zusammen mit Weißkohlstreifen, Reis und Misosuppe. Oft findet man es aber auch als Sandwich oder als Beilage zum Curry. Eine weitere Variante ist auch Katsudon (カツ丼), bei dem das Tonkatsu mit Ei und anderen Zutaten vermischt auf einer Schale Reis liegt.

Okonomiyaki & Tonkatsu

Links: Okonomiyaki in einem Restaurant in Osaka
Rechts: Tonkatsu-Set mit Weißkraut, Reis und Suppe

 

# 03 Yakisoba (焼きそば)

Yakisoba ist ein recht einfaches japanisches Gericht, welches aus gebratenen Nudeln besteht. Oft sind darun Weißkohl, grüne Paprika, Karotten, Sojabohnensprosse und Schweinefleisch enthalten. Yakisoba wird oft zuhause gekocht, wenn man nicht viel Zeit hat, denn die Zutaten werden nur alle zusammen in einer Pfanne angebraten und dann Yakisoba-Soße oder eine Yakisoba-Gewürzmischung hinzugegeben. Sehr beliebt ist es auf Festveranstaltungen wie Feuerwerken, wo die gebratenen Nudelnan Verkaufsständen angeboten werden. Achtet auch hier auf Aonori und Katsuobushi, da diese als geläufiges Topping gelten.

# 04 Oyakodon (親子丼)

Oyakodon heißt übersetzt “Eltern-Kind-Schale” und geht darauf zurück, dass neben anderen Zutaten dieses Gericht hauptsächlich aus Hühnchenfleisch (Eltern) und Ei (Kind) besteht. Dieses wird mit anderen Zutaten gemischt, in einer Pfanne leicht gebraten und dann auf einer Reisschale serviert. Dieses Gericht wurde bereits 1891 in einem Tokyoter Restaurant kreiert.

Yakisoba & Oyakodon

Links: Yakisoba
Rechts: Oyakodon mit Frühlingszwiebeln – auch hier wurden Nori-Streifen verwendet

 

# 05 Ramen (ラーメン)

Viele sagen Ramen kommen ursprünglich aus China, andere sagen sie wurden in Japan erfunden. Aber das ist ja egal – Hauptsache es schmeckt! Die Nudeln bestehen aus Weizenmehl, Salz und Wasser und es werden vorwiegend weiter Zutaten wie Schweinefleisch, Frühlingszwiebeln, Eier und Mais in die Suppe hinzugefügt. Über das ganze Land verteilt gibt es jede Menge Varianten und Zubereitungsweisen.

Als Nicht-Fisch-Esser müsst ihr allerdings auch hier vorsichtig sein. Es gibt verschiedene Arten von Brühen. Bei Shoyu Ramen wird die Brüge hauptsächlich aus Sojasauce hergestellt, bei Miso Ramen aus Miso. Bei Shio Ramen ist es Salz, oft wird hier aber auch ein Teil Fischsud verwendet. Das schmeckt man zwar meist nicht, ist bei Allergien aber gefährlich. Fragt in Restaurants also nach, aus was die Brühe besteht. Oft wird auch Nori, Wakame und Kamaboko als Topping auf die Suppe getan – sagt einfach, dass ihr das nicht möchtet.

# 06 Udon (うどん)

Udon ist eine dicke japanische Nudelart, die ebenfalls aus Weizenmehl, Salz und Wasser hergestellt warden. Sie werden oft als Nudelsuppe serviert, können aber auch auf andere Weise gegessen werden. Es gibt sie in warmer oder kalten Varianten und mit unterschiedlichen Toppings. Ich esse gern Kitsune-Udon mit frittieretem Tofu oder kalte Zaru Udon. Auch mit Curry schmecken Udon sehr gut.

Auch hier gelten zwecks Brühe die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie bei den Ramen.

Ramen & Udon

Links: Tonkotsu Ramen im Ketten-Restaurant Ichiran.
Rechts: Kitsune Udon mit frittierten Tofu und Frühlingszwiebeln. Das weiß-rosane ist Kamaboko, bestehend aus püriertem Fischfleich, schmeckt aber recht neutral.

 

# 07 Curry (カレー)

Das Japanische Curry ist in Japan sehr beliebt. Es ist dicker und meist milder als das indische Ursprungsgericht. Auch hier gibt es jede Menge verschiedene Zutaten, die im Curry enthalten sein können. Meistens findet man Kartoffeln, Zwiebeln und Karotten, aber auch verschiedene Fleischsorten und andere Gemüse. Normalerweise ist man Curry mit Reis, aber auch hier gibt es Varianten mit Udon oder sogar Brot. Wenn ihr Curry in einem Restaurant essen wollt, empfehle ich CoCoIchi, eine sehr bekannte Kette in Japan. Dort gibt es verschiedene Arten, zusätzliche Toppings und man kann sich Schärfegrad und Menge des Reises aussuchen.

# 08 Omurice (オムライス)

Omurice ist eine tolle Kombination aus westlichem und japanischem Essen. Es besteht aus dem westlichen Eieromelette und wird mit japanischem Reis gefüllt. Der Geschmack des Reises kann hier unterschiedlich sein, oft wird er aber mit Ketchup und Gemüse wie Karotten und Erbsen gemischt. Auch oben drauf kommt oft Ketchup oder eine spezielle Soße. Aber auch hier gibt es an Varianten kein Ende.

Curry & Omurice

Links: Gemüse-Curry von CoCoIchi
Rechts: Omurice mit Ketchup

# 09 Gyoza (餃子)

Hier steht es nicht zur Frage, dass Gyoza eigentlich aus China kommen, aber im Geschmack und der Konsistenz unterscheiden sich die japanischen Gyoza von dem ursprünglichen Gericht. Die Teigtaschen werden hauptsächlich mit Fleisch und Gemüse gefüllt und dann in der Pfanne gebraten, gedämpft, gekocht oder frittiert. Gerne werden sie zu Ramen gereicht. Vor alle bekannt sich Gyoza aus der Stadt Utsunomiya (Tochigi Präfektur).

# 10 Soba (そば)

Ein weiteres japanisches Nudelgericht sind Soba – recht dünne, grau-braune Nudeln aus Buchweizenmehl. Man findet sie fast überall, ob am Schnellimbiss am Bahnhof, in japanischen Restaurants oder in exklusiven Soba-Restaurants. Auch hier gibt es jede Menge verschiedene Varianten, wie die Soba serviert werden, kommen da aber auch nah an die Udon-Versionen heran.

Gyoza & Soba

Links: gebratene Gyoza
Rechts: Kurumi Soba – in der kalten Brühe sind Walnussstücke enthalten


Das waren meine TOP 10 Japanischen Gerichte, wenn man kein Fisch mag. Allerdings waren das noch längst nicht alle, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen. Es gibt in Japan noch zu viele andere Gericht, angefangen bei Yakiniku, Yakitori, Karaage, Kyudon, Onigiri … Natürlich gibt es aber auch westliche Speisen wie Hamburger, Pizza, Pasta, Sandwiches. Man muss in Japan also nicht verhungern (^_~)

Fun-Fact: ich gehe gern in Sushi-Kettenrestaurants! Hier gibt es nämlich neben Sushi mit Fisch auch Reis mit Ei, Mais und Fleisch als Topping. Und da Nori für mich gerade so noch ok ist, esse ich auch gern Kappamaki mit Gurke.


Was esst ihr gerne an japanischen Gerichten?
Und was mögt ihr so gar nicht?

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10 Kommentare

  1. Lost in Japan

    Mein Mann startet auch immer mal wieder einen Versuch mich an den Fisch zu kriegen. Mal gucken, ob ich ihn irgendwann weniger schlimm finde xD Bisher ess ich maximal noch Lachs im Sushi.

  2. Astrid Krause

    Ich mußte bei meiner Gastfamilie alles probieren. Ebi, Kai und Ika esse ich nicht, das kenne ich aus Deutschland. Okay, wurde akzeptiert. Allerdings kam ich beim Tempura auf den Geschmack von Ebi, sehr lecker. Und Ika esse ich gerne in der getrockneten Variante als Snake

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