[Unterwegs] Erdbeeren und Fußball in Kofu, Yamanashi

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Zu Beginn der vergangenen Woche sagte mir mein Mann, dass sein Chef gern mit ihm am Wochenende zum Fußball fahren möchte. Das hatten sie in den letzten Jahren schon öfter gemacht. Und ich sollte diesmal mit!

Ich bin ehrlich, ich habe keine Ahnung von Fußball und war auch noch nie bei einem Fußballspiel. Deshalb habe ich mich auch sehr über diese Chance gefreut. Am Samstagmorgen ging es dann gegen 9 Uhr los und der Chef meines Mannes und seine Frau holten uns mit dem Auto ab. Natürlich war ich vor dem Treffen nervös, aber die beiden sind zwei wirklich sehr nette Menschen. Wir haben während der Fahrt viel geredet und sie haben wirklich viele Fragen gestellt. So konnte ich auch mein Japanisch mal wieder ausprobieren. Die Beiden sprechen aber auch gut Englisch.

Da wir auf der Autobahn gut durchkamen, waren wir früh dran und der Chef meines Mannes meinte, dass wir, bevor wir zum Stadium fahren, noch was unternehmen können. Ich hatte die Wahl zwischen a) eine Weinprobe, da die Präfektur Yamanashi bekannt für seine Weinproben ist, oder b) eine Runde zum Erdbeeren-Futtern. Da ich Erdbeeren über alles liebe – und ich so selten in Japan an Obst komme, weil ich absolut teuer ist – war für mich die Entscheidung ziemlich leicht.

Yamanashi Erdbeeren

So machten wir unseren ersten Stopp nach der Ankunft in der Stadt Kofu an einem Gewächshaus voller Erdbeeren. Im Fujita16 kostete das Erdbeerenpflücken (いちご狩り) pro Person ¥ 1600 und damit hatten wir 30 Minuten Zeit um uns den Bauch voll zu schlagen. Am Eingang erhielte jede ein Schälchen mit dickflüssiger Milch und Platz für die grünen Reste. Uns wurde eine Reihe im Gewächshaus zugeteilt, erklärt wie wir die Erdbeeren abtrennen sollten und dann durften wir uns austoben.

Wir veranstalteten ein Wettessen. Der Chef meines Mannes und ich lagen vorn, seine Frau dich hinter uns und mein Mann weit abseits zurück. Die Erdbeeren waren sehr lecker. Ziemlich süß und recht weich. Ich hab es sehr genossen einfach so viele Erdbeeren essen zu können, wie ich wollte – bewusst, wie viel eine Schachtel Erdbeeren im Supermarkt hier kostet. Am Ende habe ich das kleine Wettessen mit 60 Stück gewonnen. Ich bin Ichigo Master!!

Vollgefuttert ging es dann weiter zum Yamanashi Chuo Bank Stadium. Am Samstag spielte Ventforet Kofu gegen Kashima Antlers – für mich zwei unbekannte Begriffe, die mir im Auto so erklärt wurden: wir sind die Blauen und wenn du Rote siehst darfst du sie hauen. Wir wurden alle mit TShirts ausgestattet und haben uns sogar kostenlos das Teamlogo als Tattoo ins Gesicht kleben lassen.

Nachdem wir unsere Plätze gefunden hatten, ging es auf zu den Essensständen. Dort teilten wir uns auf und jeder holte etwas zu essen. Etwas abseits auf einer Bank ließen wir uns dann nieder und teilten das Essen. Ich fand das Mochi-Cheese-Frankfurter Würstchen der lecker und eine echt tolle Idee. Zudem sollte ich unbedingt 甲州とりもつ煮 probieren, eine Spezialität der Region. Mir wurde es als Hühnerleber erklärt, aber es waren wohl auch andere Innereien vom Huhn dabei. Zum Glück war das meiste wirklich Leber, die gar nicht mal so schlecht geschmeckt. Nur mit dem scharfen Pulver darauf hatte ich Probleme und dann gern den Rest meinem Mann überlassen.

Es ging zurück in Stadium, wo wir es uns gemütlich machten und unsere kostenlosen Fahnen, die wir beim Einlass bekommen haben, auspackten. Zum Spiel selbst kann ich nicht viel sagen. Da es mein erstes Fußballspiel war, hatte ich schon zu tun dem Ball zu folgen. Die gegnerische Mannschaft schoss in der zweiten Halbzeit ein Tor, Ventforet Kofu hatte in der Verlängerung einen Freistoß und hat diesen versaut. Toll fand ich aber vor allem die Stimmung der Fans. Es wurde die ganze Zeit gesungen und gesprungen. Echt beeindruckend. Zudem hat das Stadium mit seiner Lage in mitten der Berge eine wirklich tolle Umgebung. Nur den Fuji sieht man dahinter nicht…

Nach Spielende machten wir uns zurück auf den Weg zum Auto und dann im Schneckentempo in Kolone voran. Wir machten zum Abendessen Stopp in einem Restaurant, wo es Houtou (ほうとう) zu essen gab. Auch das ist ein sehr beliebtes Gericht in der Präfektur Yamanashi. Hierbei handelt es sich um eine Art Eintopf auf Miso-Basis mit dicken flachen Udon und jeder Menge Gemüse. Wir hatten alle vier die Variante mit Schweinefleisch gewählt und diese in einem heißen Topf serviert bekommen. Es war sehr lecker, aber allerdings so viel, dass ich gar nicht geschafft habe.

Yamanashi Houtou

Die Fahrt zurück war relativ ruhig, wir waren alle etwas erschöpft. Eigentlich hatte ich mich auf Kälte eingestellt und Schal und eine Extra-Jacke eingepackt. Am Ende habe ich mir sogar einen Sonnenbrand im Gesicht geholt, der mich den Abend lang quälte. Das hatte ich nicht erwartet. Auf jeden Fall war es ein schöner Tag und ich hoffe, dass wir nochmal etwas zusammen unternehmen.

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2 Kommentare

  1. Das klingt nach einem super gelungenem Tag! 🙂 Das Pflücken der Erdbeeren läuft ja ganz anderes als in Deutschland. Nimmt man Erdbeeren mit nachhause oder isst man nur vor Ort welche? Hier in Deutschland kenne ich es so, dass man auf dem Erdbeerfeld so viel pflücken kann wie man mag und später nach Kilo abgerechnet wird. Das Essen im Stadion sieht sehr gut aus! 😀

    • Erdbeeren durfte man leider keine mitnehmen – man durfte sie nur vor Ort essen, weshalb ich mich damit auch richtig vollgestopft habe xD In Deutschland hatten wir immer Erdbeeren im Garten ^^

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