[Alltagsleben] Von Namensstempeln, Bankkonten und Krankenversicherungen

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Bald sind es sechs Monate, die ich nun schon wieder in Japan bin. Die Zeit vergeht so schnell, dass ich es gar nicht glauben kann. Und natürlich hat sich in den letzten Monaten auch so einiges – bürokratisches – getan. Hier mal ein kleiner Überblick.

Namensstempel

In Japan ist es üblich anstatt mit einer Unterschrift mit einem Namenstempel zu unterschreiben. Diese Stempel werden Hanko (判子) oder Inkan (印鑑) genannt und es gibt sie in den unterschiedlichsten Formen. Auf Facebook wurde mir vor einer Weile eine Hanko-Werbung von Rakuten eingeblendet, die meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Einfacher Grund: auf den Stempel konnte man neben seinen Namen auch eine Katze machen. Zudem stand dort geschrieben, dass diese Art Stempel von Banken anerkannt wird.

Nach kurzer Rücksprache mit meinem Mann wurde der Stempel bestellt und er ist wirklich zuckersüß! Zum Einsatz gekommen ist der Stempel auch schon: auf meinem Arbeitsvertrag sowie der Eröffnung meiner Bankkonten.

Hanko

Bankkonto

Wo wir gleich beim Thema wären: Bankkonten! Eigentlich wollte mein Mann, dass ich ein Bankkonto bei seiner Bank eröffne. Diese meinten aber, dass ich dafür erst einmal sechs Monate in Japan leben müsse. Mein Mann wollte nun, dass wir abwarten, aber da kam doch etwas dazwischen: im Januar habe ich meinen ersten Arbeitsvertrag unterschrieben und da musste ich ein Bankkonto für meinen Lohn vorlegen.

Auf Empfehlung haben wir ein Konto bei der Japan Post Bank eröffnet – da sollte es am einfachsten sein. Dafür hatte sich mein Mann einen Tag frei genommen und wir waren bei einer Filiale der japanischen Post. Der ganze Spaß hat sich allerdings ziemlich lange hingezogen. Formulare mussten ausgefüllt werden und, da sich die Mitarbeiter dort nicht ganz sicher waren, auch einige Telefonate geführt werden. Am Ende saßen wir ewig wartend herum, weil sie auf einen Rückruf aus der Zentrale gewartet haben. Ich musste irgendwann mal auf Toilette und wir baten darum, dass sie meinen Mann anrufen, wenn alles soweit ist und wir dann wieder kommen. Nach einer weiteren Dreiviertelstunde hatte ich dann mein Bankbüchlein in der Hand. Die Karte kam eine Woche später per Post.

Aber das sollte es nicht gewesen sein. Bei meinem anderen Job wurde eine Bank vorgegeben, bei der ich ein Konto eröffnen sollte: die MUFG Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ. Zum Glück gibt es von der überall Filialen und so nahm sich mein Mann ein paar Stunden am Morgen frei. Die Eröffnung des Bankkontos dort ging viel schneller – allerdings wurde darauf bestanden, dass ich die Formulare selbst ausfülle. Bei der Japan Post hat mein Mann alles geschrieben. Helfen durfte er mir trotzdem. Nach einer guten halben Stunde war alles fertig, ich habe ein niedliches Disney-Bankbuch erhalten und inzwischen auch eine niedliche Cash-Karte mit Mickey und Minnie.

Jetzt muss ich nur noch lernen, wie ich Geld abhebe, sobald welches auf meinen Konten gelandet ist.

Bankkonto in Japan

Krankenversicherung

Ein weiteres Thema der letzten Monate war die Krankenversicherung. Solange ich mein Spouse Visa und meine Residence Card noch nicht hatte, konnte ich mich bei der japanischen Krankenversicherung noch nicht anmelden. Deshalb musste ich auch bei den zwei Arztbesuchen im Oktober 100 % der Kosten tragen (zusammen über 250 Euro), die ich aber zum Glück von meiner Auslandskrankenversicherung wiedererhalten habe.

Bei der Anmeldung meines Wohnsitzes wollten wir mich deshalb in der Nationalen Krankenversicherung (国民健康保険, Kokumin Kenkō Hoken) registrieren. Das wollte der Mensch im Bezirksamt aber nicht, da mein Mann ja Vollzeitarbeitnehmer ist. Wir sollten erstmal bei seiner Firma anfragen, ob die mich mit aufnehmen. Es dauerte ein paar weitere Tage, aber es klappte dann doch. So bin ich nun über meinen Mann und seine Firma krankenversichert. Wo, ist mir eigentlich egal, solange ich jetzt weniger beim Arzt bezahlen muss.

 

Das wichtigste haben wir nun so weit erledigt. Ein Thema was noch offen ist, ist mein deutscher Führerschein. Da muss ich mich auch langsam mal in die Spur begeben. Und in etwa fünf Monaten geht das Thema Visaverlängerung los. Juhu! D:

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4 Kommentare

  1. Hallo Yoko,

    das ist alles so spannend!
    Ich lese hier so gern. Danke dafür!
    Was machst du denn jetzt eigentlich beruflich?

    Eine schöne Zeit und vielen Dank nochmal.

    LG Anna

    • Hallo Anna,
      das freut mich 🙂 Ich habe derzeit drei Teilzeitjobs. Dazu wird es demnächst auch noch einen Blogeintrag geben. Vorab: bei zweien bequassel ich Kinder auf Englisch 😉

  2. Ja, das mit dem Katzenhanko hab ich jetzt schon oft gesehen. Find ich schade, dass es das zu meiner Zeit noch nicht gab. Hätte mir natürlich sofort einen besorgt!! 😉

    Komisch, dass das solange bei der Bank gedauert hat. Bei mir hat es damals bei der japanischen Post überhaupt nicht lange gedauert. War damals schon mein zweites Bankkonto in Japan. Hab das auch alles alleine erledigt, war alles kein Problem. 🙂
    Meine lokale Bank hatte damals auch TOTAL niedliche Bankbücher und Karten. ^___^
    Dagegen ist die japanische Post eher langweilig, dafür konnte ich überall immer Geld abheben. Meine lokale Bank hatte einfach kaum Filialen und selbst in Conbinis war das manchmal ein Problem. T_T …..

    Ja, man muss weniger zahlen, aber im Vergleich zu Deutschland immer noch viel.
    Ich musste leider regelmäßig zum Arzt, um meine Medikamente zu holen. Jeder Arztbesuch hat mich was gekostet und die Medikamente waren auch teurer.
    Wenn man mal einen Aufenthalt im KH hat, dann wird es wohl richtig teuer, da man ja immer noch 30% selber zahlen muss. Da helfen wohl dann nur noch Zusatzversicherungen? … Das war auch immer ein Punkt, der mir in Japan Sorgen gemacht hat (von denen es ja nun wirklich sehr wenige gibt). Gerade im Alter spielt das sicher eine Rolle! 😉

    • Ich glaube, die hatten bei mir in der Postfiliale noch nie einen Ausländer gesehen und wussten nicht, worauf sie achten müssen. Deshalb Telefonate usw. Hauptsache es hat geklappt. Die Automaten der JP Bank nutze ich ja schon immer mit meiner Kreditkarte, da weiß ich wo ich welche finde. Und die MUJF gibt es zum Glück auch fast an jeder Ecke 🙂

      Ja, das bereitet mir auch noch Sorgen. Derzeit läuft meine Auslandskrankenversicherung noch, die ich für ein Jahr abgeschlossen habe. Aber was danach wird, wenn einer von uns mal richtig krank wird… Bleibt nur: versuchen gesund zu bleiben! D:

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