[Fünf Tage JR-Pass] Tag 4 – Nara und Uji

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Nach meiner Übernachtung in Kyoto, sollte es am nächsten Tag nach Nara gehen. Ich frühstückte in meinem kleinen Zimmer meine Sachen vom Konbini und dann ging es auch schon los zum Bahnhof Kyoto. Es war ganz angenehm, dass am Morgen in Kyoto noch nicht so viel los war und die ganzen Touristen erst später eintrafen. Mit dem Zug ging es dann eine Stunde lang nach Nara, wo ich am JR-Bahnhof ankam. In Nara war ich das letzte Mal im Sommer 2012, noch mit meiner kleinen Mini-Kamera und ich wollte meinen Bildervorrat nun noch ein wenig aufbessern.

Zuerst ging es mit dem Bus in Richtung des Nara-Parks zum Kasuga Taisha (春日大社). Dieser gehört zu den beliebtesten Schreinen in Nara und ist vor allem bekannt für seine vielen Laternen. Das war auch ein Grund, weshalb ich diesen noch einmal besuchte. Auf dem langen Weg durch die Steinlaternen begegneten mir auch schon die ersten Rehe, die überall frei herum laufen. Der Kasuga Taisha ist wirklich beeindruckend. Aber ich merkte auch schon, dass hier ziemlich viel los war. Nicht nur Touristen, vor allem Schulklassen waren unterwegs. Ich lief eine Weile auf dem Gelände herum. Natürlich stoßen einem neben den vielen Laternen auch die Ema-Holztafeln in Rehform ins Auge. Diese sind wirklich niedlich!

Da es mir dann aber doch zu viele Menschen waren, machte ich mich langsam wieder auf den Weg davon und lief entlang der Waldwege bergab. Überall waren Rehe und kleine Schreine, die man sich anschauen konnte. Die Rehe waren natürlich auch von Touristen umgeben und wurden fotografiert und gefüttert, wobei letzteres immer mehr Tiere anlockte. Natürlich habe ich es später auch nicht lassen können und habe für 150 Yen Rehfutter gekauft. Wenn man dieses hat, wird man von den Rehen quasi überrannt und es ist ein lustiges Video dabei entstanden, welches früher oder später auch den Weg auf meinen YouTube-Kanal finden wird. Auch wenn ich beim Ausweichen fast gestürzt bin *lach*

Ich hatte eigentlich überlegt den Todaiji (東大寺) noch einmal zu besuchen. Den Plan habe ich aber sofort gestrichen, als ich in einen noch größeren Haufen Schulklassen geraten bin. Das musste ich mir nun doch nicht antun. Vor allem nicht für die 500 Yen Eintritt.

Stattdessen ging es in Richtung der japanischen Gärten. Diese sind etwas versteckt und so waren dort auch um einiges weniger Menschen.

Zuerst besuchte ich den Yoshikien (吉城園). Der Eintritt kostet normal 250 Yen, ist allerdings für internationale Touristen kostenlos. Super! Der Garten ist aufgeteilt in drei Teile: einen Garten mit Teich, einen Moosgarten sowie einen Teezeremonie-Garten. Es gibt also viel zu sehen und innen habe ich auch eine freiwillige Führerin gesehen, die einem Pärchen auf Englisch einiges erklärte. Es war dort sehr entspannend und man konnte in der Ruhe etwas Energie tanken. Leider fing es währenddessen an ein wenig zu regnen.

Gleich daneben befindet sich der Isuien (依水園), ebenfalls ein japanischer Garten. Dieser ist mit seinen 900 Yen Eintritt allerdings ziemlich teuer. Dafür bekommt man aber auch einen hübschen Garten zu sehen mit Teichen, Wegen und verschiedenen Gebäuden. Im Café und Restaurant gibt es verschiedene Speisen und natürlich auch grünen Tee. Wie der Eintritt ist dies allerdings nicht all zu günstig. Der Regen wurde nun langsam stärker und viele haben sich unter die Dächer zurück gezogen.

Zum Eintrittspreis gehört auch das Museum neben dem Garten. Im Neiraku Museum (寧楽美術館) findet man verschiedene Töpferprodukte aus Japan, China und Korea, aber auch andere antike Ausstellungsstücke.

Eigentlich wollte ich noch zum Heijo Palast fahren, welcher eine ganze Ecke entfernt liegt. Ich habe mich aufgrund des Wetters und der Menschen überall um entschieden und bin zurück Richtung Bahnhof. Normalerweise sollte es zurück gehen nach Kyoto, ich sprang dann aber doch spontan in Uji aus dem Zug.

Uji (宇治) ist bekannt für seinen grünen Tee, was man an den vielen Geschäften entlang der Touristenstraße auch erkennen konnte. Matcha-Soba, Matcha-Eis, Matcha-Gebäck – alles was das Matcha-Herz begehrt. Ich war allerdings nicht wegen des grünen Tees dort, sondern wollte den Byodoin (平等院) besuchen. Dieser Tempel ist berühmt für seine Phönixhalle, die auf der Rückseite des 10 Yen Stückes abgebildet ist.

Leider musste ich vor Ort etwas feststellen: hier wurden bereits die nächsten Busse an Schulklassen ausgeladen, die gerade fleißig damit beschäftigt waren eine Klasse nach der anderen vor dem Tempel Fotos zu machen. Alle schön aufgestellt in Reih und Glied. Die anderen Touristen standen wie ich daneben und haben zugesehen, bis sie endlich fertig waren.

Nachdem ich dann endlich ein paar Bilder von dem beeindruckenden Gebäude schießen konnte – was auch nicht einfach war, weil sich ja nun auch alle anderen darauf stürzten – ging es weiter zum Byodoin Museum. Das war ein sehr modernes Gebäude und es gab einiges zu sehen. Neben der großen Tempelglocke auch einige Bodhisattwa Figuren. Unterstützt wird die Ausstellung durch interaktive Bildschirme.

Allein der Eintritt für das Tempelgelände mit Museum kostet 600 Yen – was ich auch ok finde. Um in die Phönixhalle zu kommen, muss man noch einmal 300 Yen zahlen. Dies hätte ich auch noch gemacht, allerdings war die Wartezeit für die nächste Führung zu lang und so ließ ich es doch sein. Irgendwann einmal möchte ich eh noch einmal nach Uji und mir den Rest der dortigen Umgebung ansehen.

Allmählich wurde es nämlich Zeit für mich zum Bahnhof und nach Kyoto zurück zu kehren, wo ich gegen 16:00 Uhr auch ankam. Dort deckte ich mich noch mit Yatsuhashi-Produkten und etwas zu Essen für unterwegs ein und fuhr dann mit dem Shinkansen zurück nach Yokohama und von dort zu unserer Zwischenwohnung. Das Wochenende verbrachte ich mit meinem Mann mit Vorbereitungen zum Umzug in unsere neue Wohnung und legte den JR-Pass für zwei Tage zur Seite. Am Montag wollte ich aber nochmal eine Runde damit fahren. Mehr dazu dann im nächsten Artikel der Reihe.


Fünf Tage mit dem JR-Pass
→ Tag 1 – Yahiko in Niigata
→ Tag 2 – Hikone, Nagahama und Chikubushima (Shiga Präf.)
Tag 3 – Ausflug nach Kyoto

 

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