[Familienzuwachs] Unsere Katze Miko

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Mein Mann und ich sind die totalen Katzennarren. Ich hatte zuhause in Deutschland schon immer eine Katze mit meiner Familie, mein Mann hat sich zumindest mit seiner Mutter um eine Streunerkatze bei seinem Elternhaus gekümmert. So stand eigentlich von vornherein fest, dass wir uns eine Katze in unsere gemeinsame Wohnung holen. Auf Wunsch meines Mannes ist das sogar schneller geschehen als ich geplant hatte.

Anfang November 2016 sind wir in unsere Wohnung in Sagamihara gezogen. Diese haben wir von vorherein so gesucht gehabt, dass Haustiere dort erlaubt sind, was die Auswahl ziemlich erschwerte. Am 3. Dezember bekamen wir Familienzuwachs und unsere kleine Mietze zog ein. Aber alles von vorn. Denn zu Beginn mussten wir uns erst einmal die Frage stellen, wo wir überhaupt eine Katze bekommen können.

Der normale Weg wäre es eine Katze im Pet Shop zu kaufen. Allerdings sind die Katzen dort einerseits unglaublich teuer und andererseits stehe ich diesen Läden sehr skeptisch gegenüber. Die Tiere dort befinden sich in Glaskästen, werden von den Menschen durch Klopfen an die Scheiben genervt und es gibt viele unschöne Geschichte darüber. Unter anderem, dass die kleinen Kätzchen viel zu früh von der Mutterkatze getrennt werden und auch die Altersangabe nicht immer ganz korrekt sind. Da wir uns die 3.000~4.000 Euro für so eine Rassekatze eh nicht leisten wollten – auch wenn sie unglaublich süß sind – mussten wir uns eine Alternative suchen.

Katze Miko-chan

Pet Shop: Tiere im Glaskasten…

Auch in Japan gibt es Straßenkatzen und Tierheime. Mein Mann machte sich online auf die Suche und fand eine Seite mit verschiedenen Treffen, bei denen man sich Katzen ansehen konnte. So machten wir uns am 19. und 20. November auf den Weg, um ein paar zu besuchen.

Der erst Ort war ein Wohnhaus mitten in Tokyo, in dem wir in der oberen Etage etwa 20 Katzen in Käfigen in einem kleinen Raum vorfanden. Mir war schlecht von dem Anblick und ich wollte dort einfach nur noch raus. Das Ganze war mir nicht geheuer. So waren wir nicht lange dort, doch noch heute ist mir das Schreien einer ängstlichen Katze im Ohr. Begründet wurde das von den Veranstaltern übrigens nur damit, dass sie die Katze gerade erst hergebracht hatten und sie sich an die Umgebungen gewöhnen musste…

Wir schauten im Internet nach und entdeckten ein anderes Treffen in Itabashi an diesem Tag. Das war zwar noch ein ganzes Stück weg, aber wir wollten es doch noch versuchen. Es dauerte eine Weile, bis wir den Ort fanden. Eine kleine Garage mit Heizstrahler. Es war schließlich ziemlich frisch. Darin ein Tisch mit Katzen in Käfigen. Diese gut verpackt in Decken. Wir sahen uns ein wenig um, mein Mann unterhielt sich mit den beiden Frauen dort. Eine der Katzen gefiel uns sehr und uns wurde erklärt, dass sie nur wenige Tage alt verlassen in einem Garten gefunden wurde. Von der Mutter keine Spur. Sie wurde von Menschen aufgezogen und ist sehr verschmust. Ich durfte sie auch kurz auf den Arm nehmen – und hatte mich sofort verliebt.

Am nächsten Tag gingen wir zu noch einem Treffen in der Nähe unserer Wohnung in Sagamihara. Auch dieses war in einer kleinen Garage und die zwei Frauen dort sehr nett. Nun hatten wir noch eine Katze gefunden, die uns gefiel und wir mussten uns entscheiden, was wirklich nicht leicht war. Ich vertraute auf mein Gefühl und den Körperkontakt, den ich mit der Katze am Vortag hatte. In Sagamihara durften wir die Katzen leider nicht aus dem Käfig holen. Mein Mann telefonierte mit den Verantwortlichen in Itabashi und wir entschieden uns für Miko.

Katze Miko-chan

Miko in ganz klein!

Die Frau aus Itabashi teilte uns mit, was wir alles zu besorgen hatten. Dazu gehörte auch ein Käfig. Das widerstrebte mir zwar, gehört aber in Japan aber wohl zur Standartausrüstung. Ich fand einen Großen als Katzen-Starterset mit anderen Sachen auf Amazon und wir bestellten. Ich bekomme zwar von Außenstehenden zwar immer wieder komische Fragen, wenn sie den Käfig sehen (und erwarte hier wahrscheinlich auch wieder solche Kommentare), aber ich sage gleich, dass wir unsere Katze darin nicht einsperren. Sie kann frei in der Wohnung rumrennen – was sie auch fleißig und manchmal in arger Geschwindigkeit macht. Inzwischen finde ich den Käfig aber sogar ganz praktisch, aus dem Grund, dass darin das Katzenklo steht und wir Innen eine Hängematte aufhängen können, in der Miko allzu gern schläft. Zudem nutzt sie ihn auch als Versteck und Rückzugsort, wenn der Staubsauger an ist xD Oben drauf liegt ihr Schlafkissen und sie kann dran rumklettern, was oft aussieht als hätten wir ein kleines Äffchen.

Übrigens durften wir uns von der Firma meines Mannes noch ein Hochzeitsgeschenk aussuchen. Das ist dann ein Kratzbaum geworden. In den letzten Monaten sind auch noch viele andere Sachen für Miko hinzu gekommen.

Aber zurück zum Thema. Die Frau aus Itabashi kam sogar mit dem Auto zu uns gefahren, was immerhin fast 1 ½ Stunden dauert und brachte uns Miko am 3. Dezember erst einmal für eine Woche auf Probe. Sollte es nicht gut laufen und Miko sich nicht an uns gewöhnen, würden wir sie nicht bekommen. Miko war zwar am Anfang etwas verängstigt in der neuen Umgebung, wurde dann aber zum Glück schnell warm mit uns. Sie kuschelt unglaublich gerne und schläft auch gern auf mir. Bei meinem Mann macht sie das eher selten, das liegt aber wahrscheinlich einmal daran, dass er nicht so oft mit ihr zuhause ist und er es auch nicht so sehr mag.

Mein Mann musste die ersten Monate jede Woche einen Bericht über Miko an die Frau aus Itabashi schicken. Wie es Miko geht, ob sie genug frisst und so weiter. Dazu gehörten auch immer 1-2 Fotos. Ich war doch erstaunt, dass sich da doch so sehr um die vermittelten Katzen gesorgt wird. Heute müssen wir immer noch einen Monatsbericht abgeben. Zahlen mussten wir für Miko übrigens nur die bis dahin entstandenen Kosten der bisherigen Impfungen und Tierarztbesuche. Das waren umgerechnet irgendwas um die 200 Euro, was ich in Ordnung finde, dafür, dass es eine ehrenamtliche Organisation ist, die sich um die Katzen kümmert.

Den Tierarzt haben wir in den vergangenen Monaten allerdings auch öfter besucht als mir lieb war. Erst wegen ihrer tränenden und leicht schleimigen Augen. Dann haben wir herausgefunden, dass sie etwas Schwarzes in den Ohren hatte. Wie sich herausstellte kleine Krabbeltierchen, die Eier gelegt hatten, als sie noch mit anderen Katzen zusammen war. Das hieß dann für uns zwei Mal die Woche zum Tierarzt nachdem mein Mann Feierabend hatte. Der ist etwa 15~20 Minuten zu Fuß von unserem Zuhause entfernt.

Eigentlich sollte Miko auch schon sterilisiert werden, was eine Auflage des Tierheimes ist. Allerdings ist Miko dafür noch zu klein, wie der Tierarzt meinte. Sie ist zwar nun ein Jahr alt, aber ihre Körpergröße und Gewicht entsprechen nicht dem einer normalen Katze in diesem Alter. So wurde das Thema erst einmal auf Herbst weiter verschoben.

Ich merke schon, dass ich hier wieder einen Roman geschrieben habe. Ende vom Lied ist eigentlich: wir haben Miko total ins Herz geschlossen und sie gehört zu unserer Familie. Sie ist wirklich total süß – für uns die beste Katze auf der ganzen Welt – und ich würde sie für nichts wieder hergeben. Mein Mann meinte letztens zu mir, dass er sich eigentlich für die andere Katze aus Sagamihara entschieden hätte, er aber froh ist, dass ich mich mit der Entscheidung durchgesetzt habe und wir dort Miko gewählt haben.

Wer regelmäßig mit Fotos und kleinen Videos von Miko versorgt werden möchte, kann gern auf meinem Katzen-Instagram-Account vorbeischauen → @cat_miko_japan

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1 Kommentar

  1. Oh Gott wie niedlich. Ich bin ja auch ein Katzennarr wie verrückt, aber meine Wohnung und Finanziell lassen das derzeit halt nicht zu. Gerade bei Arztkosten ist das ja schon arg und da muss man schon über die Mittel verfügen.
    Aber eure Miko ist ja mal zuckersüß. 🙂 Das ist schön, dass sie bei euch ein tolles Zuhause gefunden hat.
    vlg misa

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