[Unterwegs] Zwei Tage im schönen Kamakura – Teil 1

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Ich schreibe schon eine Zeit lang für die englische Webseite CityCost. Vor einer Weile gab es die Möglichkeit ein Hostel in Kamakura zu testen, wenn man darüber dann auf deren Seite einen Artikel schreibt. Nach einigem hin und her habe ich dann zugesagt und bin Anfang Juli nach Kamakura gefahren, wo ich zwei heiße, aber schöne Tage verbracht habe.

Kamakura Daibutsu

Daibutsu im Dezember 2010

Kamakura liegt gute anderthalb Stunden von unserer Wohnung entfernt. Ein Grund, warum ich nie darüber nachgedacht hätte, dort zu übernachten. Das ist schließlich eine Route, die man auch abends noch zurück fahren kann. Ich machte mir die Tage zuvor einen Plan, welche Tempel und Schreine ich mir anschauen wollte. Es war nicht mein erstes Mal in Kamakura, das war bereits 2010 und liegt schon sieben Jahre zurück. Und auch zwischendurch habe ich Kamakura öfter besucht. Die Hauptsehenswürdigkeiten wie den Hachimangu und den großen Buddha hatte ich also schon längst abgehakt. Allzu viel kosten sollte mich der ganze Spaß allerdings auch nicht. Trotzdem sind auf meiner Liste noch ein paar interessante Orte gelandet.

Am Dienstagmorgen des 4. Julis machte ich mich also auf den Weg nach Kamakura. Für meine Verhältnisse recht früh und so stieg ich gegen 10 Uhr bereits in Kita-Kamakura, meinem ersten Ziel für diesen Tag, aus dem Zug aus. Die kleineren Tempel rund um die Bahnstation hatte ich im Oktober 2016 bereits mit Kerstin (ihren Blog findet ihr hier) besucht. Trotzdem stand einer noch einmal auf meiner Liste: der Meigetsu-in!

Dieser Tempel ist berühmt für seine Hortensien – und ich habe mich in diese Pflanze, die im Japanischen Ajisai genannt wird, total verguckt. So machte ich mich also auf den Weg zum Ajisai Tempel, zusammen mit vielen anderen. Der Eintrittspreis lag noch bei den erhöhten 500 Yen, was für mich aber ein Zeichen dafür war, dass die Blütezeit noch im vollen Gange war. Es war wirklich wunderschön! Überall waren blaue, lilane und weiße Blüten, die man betrachten und durch deren Gänge man laufen konnte. Da ich den Rest des Tempels soweit kannte, beschäftigte ich mich also vorwiegend mit den Blumen dort. Mehr Informationen und Fotos findet ihr auf meinem Travel Blog.

An diesem Tag war es übrigens sehr heiß. Bereits kurz nach meiner Ankunft im Meigetsu-in lief schon das Wasser von mir. Das konnte ja ein Tag werden.

Vom Meigetsu-in ging es erst einmal zurück zum Bahnhof. Auf dem Weg haderte ich mit mir, ob ich den Engaku-ji nun besuche oder nicht. Das letzte Mal lag bereits sieben Jahre zurück und da ich gut in der Zeit lag, entschied ich mich doch dafür noch einmal einen Abstecher dorthin zu machen. Das hat sich auch gelohnt. Auch hier blühten die Hortensien und ich konnte mir einige Sachen noch einmal ansehen und in Erinnerungen schwelgen. Meine erste Reise nach Japan hatte mir damals wirklich viel bedeutet und ich kann mich noch heute an einige Sachen ganz deutlich erinnern. Eine davon folgt später noch. Auch meinen Fotovorrat konnte ich durch den erneuten Besuch des Tempels aufbessern, hatte ich damals noch nur meine einfache kleine Digitalkamera.

Inzwischen war es nach 12 Uhr und ich fuhr mit dem Zug erst eine Station weiter nach Kamakura, stieg in die Enoden um und fuhr weitere fuhr weitere zwei Stationen bis zur Haltestelle Yuigahama. Vor dort aus waren es nur wenige Minuten bis zum Hostel WeBase, wo ich auch schon erwartet wurde. Eine kurze Gesprächsrunde, ich gab mein überflüssiges Gepäck ab und lieh mir ein Fahrrad dort aus. Ich bin seit Ewigkeiten kein Fahrrad mehr gefahren und kann mich auch kein bisschen zurück erinnern, wann das letzte Mal war. Das müssen wohl mehr als 10 Jahre sein. Umso mehr war ich natürlich gespannt, wie das mit dem Fahrrad am Nachmittag klappen sollte. Ich stellte mich schon doof dabei an den Fahrradständer hoch zu machen. Nur gut, dass mich keiner dabei gesehen hat.

Kamakura WeBase

Auf zwei Rädern und mit meinem Handy als Navi, was ich immer wieder aus meiner Hosentasche zum Gucken, ob ich auf dem richtigen Weg bin, ging es dann einmal quer durch Kamakura. Das Fahren klappte ganz gut und ich genoss den Fahrtwind an dem heißen Tag.

Mein erstes Ziel mit dem Fahrrad war der Hokokuji (報国寺). Vom Hostel aus waren das 4 Kilometer. Den Hokokuji hatte ich noch nicht besucht, stand aber recht weit oben auf meiner Liste. Der Tempel an sich ist recht unspektakulär. Interessanter ist der Garten dahinter, für den man 200 Yen Eintritt bezahlen muss. Ich entschied mich auch die zusätzlichen 500 Yen für das Teehaus zu bezahlen, da ich noch keine Pause gemacht hatte und eine Tasse grüner Tee gut zum Entspannen war. Erst einmal ging es natürlich eine runde durch den Garten, mit großem Bambuswald, der aufgrund des Schattens recht angenehm war. Und schön dort war es sowieso.

Für meinen grünen Tee musste ich ein wenig warten, bis ich einen Platz bekam. Dabei konnte ich aber zwei Frauen im Kimono beobachten, die wohl eine Tour dort machten. Der Tee hat sehr gut geschmeckt und mit dem Blick auf den grünen Bambuswald, war der Augenblick natürlich unbezahlbar. Kann ich wirklich nur empfehlen.

Weiter ging es zum Hasedera Tempel, gute 4 Kilometer in die Richtung zurück aus der ich kam. Allerdings machte ich zwischendurch noch einen kurzen Halt am Myohon-ji (妙本寺). Dieser ist kostenlos und es gibt auch nicht all zu viel zu sehen. Trotzdem saßen einige ältere Leute dort und haben gemalt, was mich immer sehr begeistert.

Den Hasedera (長谷寺) hatte ich ebenfalls 2010 besucht, im Winter. Nun war die Hortensien-Zeit und in dieser lohnt es sich definitiv. Die Hänge am Tempel sind komplett voll mit blühenden Pflanzen und es ist wirklich atemberaubend. Natürlich war der Weg durch die Berghänge deshalb auch voll mit Touristen, aber das ist ja kein Wunder.

Da ich so lange nicht mehr beim Hasedera war, habe ich mir natürlich alles nochmal in Ruhe angesehen. Positiv war ich über die Toiletten überrascht, an das japanische Hock-Klo, dass ich damals dort zum allerersten Mal in Japan gesehen hatte, war modernen Toiletten gewichen. Ansonsten war vom Tempelgelände her soweit ich mich erinnern konnte, aber alles noch beim Alten.

Dieses Mal war ich auch im Kannon Museum, für welches man extra Eintritt bezahlen musste. Daher war dort auch nicht viel los. Etwas klein, aber trotzdem interessant. Und eine gute Abkühlung dank Klimaanlage.

Ich liebe Pancakes und ich hatte ein Fahrrad, deshalb hatte ich mir für mein ziemlich spätes Mittagessen etwas Besonderes vorgenommen. Ich für die 3,5 Kilometer entlang der Küstenstraße zum bills. Inzwischen tat mir vom Radfahren allerdings ganz schön der Hintern weh und die Strecke hat sich zusätzlichen mit kleiner Steigung und Baustelle ziemlich gezogen. Dafür hatte man trotz inzwischen ziemlich drüben Wetters eine tolle Sicht, u.a. auf die Insel Enoshima.

Im bills bekam ich sofort einen Platz – mit Blick auf’s Meer – und bestellte mir Panna Cotta Pancakes mit Banane. Sie waren wirklich lecker – und teuer -, aber leider war mir etwas schlecht. Sehr wahrscheinlich, weil ich erst so spät gegessen habe… Ich ließ mir also Zeit mit essen und ruhte mich für die Rückfahrt aus.

Bevor es dann ins Hostel zurück ging, machte ich noch einen Stopp am Strand. Das Hostel ist ja auch nur zwei Minuten vom Strand entfernt, was wirklich praktisch ist. Im Wasser waren die Surfer aktiv und haben auf Wellen gewartet, die durch den stärker werdenden Wind auch mehr und mehr kamen. Hier schwelgte ich dann noch einmal in Erinnerungen. Denn auch 2010 bei meiner ersten Japan-Reise stand ich hier am Strand und hatte damals extremes Heimweh, da ich meine Familie und Freunde vermisste und ihnen gern all das hier zeigen wollte. Dieses Mal hatte ich zwar kein Heimweh, aber mein Wunsch hier irgendwann einmal mit meiner Familie und Freunden zu stehen, ist immer noch da. Irgendwann einmal…

Kamakura Yuigahama Beach

Da es nun doch etwas lang geworden ist, habe ich mich entschieden, diesen Artikel in zwei Teile zu teilen. Der nächste Teil über das Hostel selbst sowie meinen zweiten Tag in Kamakura folgt dann, wenn alles klappt, am Samstag oder dann nach unserem Kurzurlaub im Laufe der nächsten Woche!


Mehr Kamakura?

Teil 2 der Serie „Zwei Tage im schönen Kamakura“
Travel Blog: Meigetsu-in Tempel | English Version
Travel Blog: Sasuke Inari Schrein
YouTube: Kamakura Fireworks 2017

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