[Unterwegs] Zwei Tage im schönen Kamakura – Teil 2

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Den ersten Teil zu dieser Artikelreihe findet ihr hier

Nachdem ich den ganzen Tag unterwegs war, war ich ganz froh zurück im Hostel angekommen zu sein. Dort tauschte ich Fahrradschlüssel gegen mein Gepäck und die Zimmerkarte aus und lief zu meinem Zimmer, das nicht weit von der Rezeption entfernt lag.

Das WeBase Kamakura ist ein ziemlich modernes Hostel. Vorwiegend hat es natürlich geteilte Schlafräume mit 4, 6 oder 10 Betten, aber auch private Zimmer. Normal sind Schlafsäle nichts für mich, weil ich nicht zur Ruhe finden und schlafen kann, wenn ich mit fremden Leuten in einem Raum bin. Das hatte ich vorher auch angemerkt, aber bei einer „kostenlosen Übernachtung“ soll man ja nicht meckern. Ich hatte dann das Glück – oder es wurde so eingerichtet -, dass ich in meinem 4-Frau-Schlafraum alleine war. Somit konnte ich eine ruhige Nacht dort verbringen.

Das Hostel ist recht groß und die Gemeinschaftsräume befinden sich fast alle in der unteren Etage. Neben einer großen Lounge, gab es saubere Duschräume und sogar öffentliche Bäder. Da ich von dort aber schon chinesische Stimmen gehört habe, habe ich es sein lassen dort hinein zu schauen. In der Lounge saß ich eine Weile, habe mir die ganzen Aushänge dort angesehen, TV gesehen und im Internet gesurft, bevor ich es mir dann für den restlichen Abend in meinem Zimmer gemütlich gemacht habe. Einen ausführlicheren Artikel über das Hostel gibt es in Englisch auf City Cost und auch irgendwann auf meinem Travel Blog.

Am nächsten Morgen gab es ein leckeres einfaches Frühstück mit Toast und Cornflakes und dann machte ich mich auch schon auf den Weg noch ein paar andere Ecken von Kamakura zu entdecken. Zuerst ging es allerdings noch einmal zum Meer, denn am Morgen war das Wetter um einiges besser als am Abend zuvor. Auch die ersten Surfer waren schon vor Ort und warteten auf große Wellen.

Mit der Enoden fuhr ich zurück zum Kamakura Bahnhof. Von dort aus lief ich zum Zeniarai Benten Schrein (銭洗弁天), der als Geld-Wasch-Schrein bekannt ist. Von diesem hatte ich über die Japan-Facebook-Gruppe erfahren und war natürlich gespannt. Nach einem gut 25-minütigem Marsch und einem letzten steilen Anstieg kam ich auch irgendwann an und vor allem der Eingang zum Schreingelände mitten an einer Felswand sah schon beeindruckend aus. Durch einen Steingang ging es dann auf die andere Seite, wo es neben den typischen Schrein-Sachen auch einen kleinen Wasserfall gab. In einer Hölle konnte man sein Geld waschen, was auch einige Leute dort taten.

Ich habe am Zeniarai Schrein einige Zeit verbracht und mich ausgeruht, denn auch, wenn es erst gegen 10:00 Uhr war, war es schon wieder unglaublich warm. Dann wurde es aber langsam Zeit weiter zu gehen.

Ebenfalls in der Gegend liegt der Sasuke Inari Schrein (佐助稲荷神社), der vor allem wegen seinen roten Torii – Schreintoren – ein beliebtes Fotomotiv ist. Allerdings ist er nicht allzu bekannt, weshalb auch dort nur sehr wenig Leute waren. Auf den Weg dorthin habe ich mich kurz verlaufen, stand irgendwann an einem Waldweg, und bin dann lieber zurück auf die Straße, bis ich den richtigen Weg gefunden hatte.

Die roten Torii sind wirklich immer wieder beeindruckend und man fühlte sich ein wenig an Kyoto mit seinem Fushimi Inari Schrein erinnert. Langsam machte ich mich auf den Weg nach oben. Schon unterwegs begegneten mir die ersten Fuchsfiguren. Am Schreingelände wurden es dann unglaublich viele, denn sie standen wirklich überall herum. Der Mann in dem kleinen Häuschen, der Ema, Omamori und Co verkaufte, tat mir ein wenig leid, so ganz alleine an dem kleinen, etwas düster wirkendem Schrein mitten im Wald. Ich erkundete etwas das Gelände, doch es war eh nicht sehr groß. Die vielen Figuren, Mini-Schreine und Lampen waren aber alle Mal sehenswert.

Mehr zum Sasuke Inari Schrein erfahrt ihr auf meinem Travel Blog.

Damit hatte ich mein Programm für den Tag schon abgearbeitet und es war gerade mal um 11:00 Uhr. Bis 14:00 Uhr hatte ich noch Zeit, dann musste ich mich auf den Rückweg und den Weg zur Arbeit machen, denn am Nachmittag sollte ich noch zwei Stunden Unterricht geben. Viel Lust etwas zu machen hatte ich allerdings nicht. Es war warm und ich war schon wieder total durchgeschwitzt. So machte ich auf dem Weg zum Bahnhof erst einmal eine längere Pause beim Starbucks, der zu meiner Überraschung im hinteren Garten sogar einen Mini-Pool hatte. Allerdings wollte ich nicht draußen sitzen und mich lieber im klimatisierten Inneren abkühlen. Ich gönnte mit einen Watermelon Passion Tea, der wirklich unglaublich lecker war. Wäre Starbucks nur nicht immer so teuer…

Starbucks Watermelon Passion Tea

Vom Bahnhof auf lief ich eine Runde entlang der Shopping Straße. Hauptsächlich wollte ich noch Snacks aus unserem Lieblingsladen in Kamakura holen, den mir eine Freundin im Januar 2016 gezeigt hatte. Im Mameya gibt es nämlich Soyabohnen, Erdnüsse & Co. mit verschiedenen Geschmacksrichtungen drum herum. Für meinen Mann hole ich dort immer welche mit Curry-Geschmack. Ich liebe die Mayo-Cheese-Erdnüsse über alles.

Am Ende entschied ich mich nun doch noch zum Hachimangu Schrein (鶴岡八幡宮) zu laufen, was eine gute Idee war. Denn dort war gerade die Deko für das Sternenfest Tanabata aufgebaut und es sah wirklich toll aus. Auch hier verbrachte ich noch einige Zeit, auch am Teich wo nach und nach die Seelilien blühten.

Langsamen Schrittes und mit kleinen Abstechern in einzelne Geschäfte, ging es aber nun doch zurück zum Bahnhof. Somit war mein zweitägiger Ausflug nach Kamakura beendet. Mir hat es hier wie immer sehr gefallen und – wie es der Zufall so wollte – sollte ich schon 14 Tage später wieder hierher zurück kehren. Das aber in einem anderen Artikel.


Mehr Kamakura?

Teil 1 der Serie „Zwei Tage im schönen Kamakura“
Travel Blog: Meigetsu-in Tempel | English Version
Travel Blog: Sasuke Inari Schrein
YouTube: Kamakura Fireworks 2017

 

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