[Unterwegs] Deutsch-Japanischer Ausflug nach Kichijoji

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Ich habe meine gute Freundin und frühere Tandempartnerin seit unserem letzten Treffen zu Halloween 2016 in Osaka wieder über ein Jahr nicht mehr gesehen. Da sie jetzt aber zurück in die Kanto-Region gezogen ist, wurde es endlich wieder Zeit. Allerdings wohnt sie in Chiba und ich in Kanagawa – da liegt die ganze Präfektur Tokyo dazwischen. Wir einigten uns daher auf etwas in der Mitte und nach Google Maps lag das Kichijoji am besten. Also auf nach Kichijoji!

Pepsi Christmas ColaWir waren um 11 Uhr am Bahnhof Kichijoji verabredet. Aufgrund dessen, dass für mich die Fahrt mit der Keio-Linie billiger war als mit der JR, wie ich am Abend zuvor mit Google Maps heraus fand, entschied ich mich spontan um und war dadurch schon etwas vor der geplanten Zeit dort. Das war aber nicht so schlimm, denn dadurch konnte ich mir im Konbini gleich die neue Pepsi Christmas Cola zum Probieren kaufen. Sie schmeckt übrigens ganz gut, allerdings, weiß ich immer noch nicht, zu welcher Geschmacksrichtung ich sie nun einordnen soll.

Deutsche Bäckerei Linde

Unser erstes Ziel war die deutsche Bäckerei Linde. Diese hatte ich das letzte Mal im Juni 2014 besucht nachdem wir im KatzenCafé Temari no Ouchi waren. Also schon eine ganze Weile her. Das war auch das letzte Mal, dass ich in Kichijoji war.

In der Bäckerei Linde war ich erst einmal ziemlich überfordert von all den toll aussehenden Leckereien und habe sehr lange überlegen müssen, was ich mir denn nun mitnehme. Am Ende hatte ich eine Laugenbretzel, ein Laugenbrötchen und eine Laugenstange auf meinem Tablett. Ja, ich liebe Laugengebäck. Und auch eine der Nussecken musste ich mir mitnehmen. Zum Glück hat das Timing gepasst und es war gerade Ladies Day, das heißt, es gab 10 % Rabatt und ich habe am Ende etwa 700 Yen bezahlt.

Wir drehten dann noch eine Runde, da wir noch Zeit übrig hatten. In dieser Ecke gibt es einige Tempel und wir schauten uns ein paar davon an. Allerdings war es an diesem Tag ziemlich kalt und wir beeilten uns dann doch zum Mittagessen zu kommen.

Mittagessen im Schmatz Kichijoji

Wir hatten uns für das gerade neue eröffnete Schmatz entschieden, welches deutsch-inspirierte Speisen und natürlich auch Bier anbietet. Das Restaurant in Akasaka hatte ich bereits zwei Mal besucht und war immer zufrieden. Nun gibt es Schmatz also auch in Kichijoji. Innen war ich überrascht, wie groß es doch ist und war auch ganz froh, dass neben uns auch noch ein paar andere Tische gefüllt waren.

Ich bestellte mir den Schnitzelburger. Meine japanische Freundin entschied sich für das Chicken Schnitzel mit Reis und auch ein Bier – das Kichijoji Pilsner, was ihr gut geschmeckt hat. Da ich kein Biertrinker bin, habe ich es bei einer Cola belassen.

Mein Schnitzelburger hat mir sehr gut geschmeckt. Das Fleisch war lecker und das Brötchen knusprig. Dazu noch Pommes und Salat, eine gute Kombination. Ich hätte gleich noch eins essen können *lach* Somit steht für mich nun auch fast fest, dass ich mit meinem Mann Weihnachten nochmal hierher komme, denn wir wollen Weihnachten dieses Jahr wieder zusammen deutsch essen gehen. Vielleicht kann ich dann auch mal den Kaiserschmarrn ausprobieren.

Wir blieben noch ein Weile dort, tranken in Ruhe unsere Getränke aus, wärmten uns auf und unterhielten uns. In Japanisch. Eine gute Übung für mich, denn sie hat von ihren damals recht guten Deutschkenntnissen inzwischen fast alles vergessen. Schade eigentlich, aber so ist das bei mir mit Französisch ja auch.

Inokashira Park, Zoo und Kaiser

Gegen 13:00 Uhr machten wir uns auf dem Weg zum Inokashira Park (井の頭公園) mit ein bisschen Wehmut, denn dort befindet sich auch das Ghibli Museum, welches ich eigentlich dieses Jahr besuchen wollte. Irgendwie haben wir es aber nicht auf die Reihe bekommen. Hoffentlich klappt es nächstes Jahr endlich, denn mein letzter Besuch im Januar 2011 liegt doch schon eine ganze Weile zurück.

Der Park ist wirklich sehr weitläufig und hat viele Ecken zu entdecken. Dieses Jahr feierte er sogar sein 100-jähriges Bestehen. Ich fand vor allem den Benzaiten Schrein (弁財天神社) mit seiner roten Farbe sehr interessant. Hier kann man, wie in dem Schrein in Kamakura, sein Geld waschen in der Hoffnung, dass es sich dann vermehrt.

Im Park waren nicht allzu viele Leute unterwegs, doch etwas viel uns doch auf. Immer wieder standen dort schwarz gekleidete Männer, die auf irgendwas aufpassten. Aber auf was? Meine Freundin meinte schon, es fühlt sich an wie in Detektiv Conan. Als wir dann zum eigentlichen Ziel, dem Inokashira Park Zoo kamen, wurden es mehr. Es standen ein paar Menschen herum, die auf irgendwas warteten und dünne blaue Seile lagen zur Absperrung bereit. Ich scherzte dann rum, dass vielleicht irgendwer berühmtes kommt. Ein internationaler Schauspieler oder so. Als wir den Eintritt bezahlten, fragte meine Freundin dann nach und bekam die Antwort: der Tenno ist da.

Bitte was? Der japanische Kaiser ist hier? Hier im Park? Genau jetzt?

Wir waren beide erst einmal perplex und wollten es gar nicht erst glauben. Wir hielten also die Ohren offen und erfuhren, dass er wohl 13:45 Uhr das Gebäude, wo sich schon eine kleine Traube gebildet hatte, verlassen würde. Das war in 10 Minuten und wir reihten uns ein. Irgendwann kamen fünf schwarze Limousinen angefahren und machten sich bereit. Die des Kaisers wurde noch einmal elegant mit zwei Staubwedeln gesäubert.

Und dann kamen sie wirklich. Kaiser Akihito und seine Frau Michiko traten aus dem Gebäude, verabschiedeten sich von den dortigen Personen und richteten sich dann zu den warteten Leuten. Es wurde gelächelt und gewunken und es war wirklich ein einzigartiges Gefühl. Sie stiegen dann in den Wagen und fuhren weiter winkend mit offenen Scheiben davon. Dass mir spontan der japanische Kaiser über den Weg läuft hätte ich echt nie erwartet. Das war wirklich ein einmaliger glücklicher Zufall.

Wir schauten uns im Anschluss im Zoo um. Es gibt dort Rehe, verschiedene kleinere Tierarten wie Kanninchen und Meerscheine, etwas größere wie Füchse, Capybara, Affen und Stachelscheine. Die meisten waren allerdings gerade mit Mittagsschlaf beschäftigt und interessierten sich auch nicht für den Besuch des Kaisers.

Toll fand ich das Eichhörnchen-Gehege, in das man hinein gehen konnte. Die Eichhörnchen rennen dort frei herum und eins meinte mein Bein hochklettern und sich unter meinem langen Rock verstecken zu müssen. Es wollte auch nicht wieder weg *lach* Es gibt noch einen Bereich mit verschiedenen Vögeln, einen kleinen japanischen Garten und Teehaus sowie einen Figuren-Garten und mehrere weitere Gebäude.

Auf dem Rückweg durch den Park haben wir noch kurz den Aqua Life Park besucht, dessen Eintritt im Ticket vom Zoo mit enthalten ist. Im Aqua Life House gibt es verschiedene kleine Aquarien, draußen befinden sich vorwiegend Wasservögel. Was ich hier sehr interessant fand, waren die ausgestellten Eier der ganzen Vögel.

Es ging nun zurück Richtung Bahnhof, wir schlenderten aber noch durch ein paar Geschäfte und machten Purikura-Bilder. Das muss einfach sein. Am Bahnhof trennten sich unsere Wege wieder. Ich hatte sehr viel Spaß an dem Tag und hoffe, dass das nächste Treffen nicht wieder über ein Jahr dauern wird.


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2 Kommentare

  1. Ohja, das Eichhörnchen Gehege im Inokashira Zoo war auch mein Highlight. Das hat echt Spaß gemacht 🙂

    Wie hat dir eigentlich die Brezn geschmeckt? Wir sind dort nämlich auch mal in der Bäckerei gelandet und ich war tatsächlich ein bisschen enttäuscht, weil die Brezel so labbrig war. Also eher das was ich bei uns im Discounter bekomme als beim Bäcker. Aber hier in München sind die Brezel-Ansprüche ja etwas höhere.

    • Ich muss sagen, dass wir dort am Vormittag um 11 Uhr eingekauft und die ganzen Sachen den Tag über mit mir in der Tasche rumgeschleppt habe. Als ich sie Abends (gegen 9 Uhr) gegessen habe, war meine Bretzel etwas hart, aber lecker. Nicht die Beste, die ich je gegessen habe, aber ok. Dafür fand ich die Laugenstange umso besser ♥ Und für den Preis (in Japan) durchaus noch in Ordnung. Und ja, Bretzeln aus Bayern sind ja nochmal was anderes xD

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