[Okayama Tour] Kurashiki – Von der Handelsstadt zum Touristen-Spot

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Schon seit einer Weile stand für mich ein Ort in West-Japan recht weit oben auf der Muss-ich-noch-besuchen-Liste. Kurashiki mit seiner besonderen Architektur vermittelt schon auf Fotos einen ganz besonderen Charm – und diesen wollte ich einmal selbst erleben. Im Rahmen einer Okayama-Presse-Tour hatte ich nun Gelegenheit dazu.

Dies ist ein Kollaborationsartikel in Zusammenarbeit mit der Tourismus-Abteilung der Präfektur Okayama, die mich zu einer Presse-Reise in der Region eingeladen hat. Mehr dazu hier.

 

Anfang November ging es von Tokyo aus mit dem Flugzeug nach Okayama. Normal kann man hierfür natürlich auch den Shinkansen nutzen, was für ausländische Touristen mit dem Japan Rail Pass natürlich am einfachsten ist. So hatten wir aber auch die Möglichkeit einen Blick auf den recht kleinen Inlandsflughafen der Präfektur zu werfen. Und der Okayama Momotaro Airport (岡山桃太郎空港) macht seinem Namen alle Ehre, denn gleich auf dem Kofferlaufband begrüßt einen die japanische Sagenfigur Momotaro.

Das historische Viertel von Kurashiki

In der Stadt Kurashiki ist bei Touristen vor allem die Bikan Historical Area beliebt. Das ist die Gegend, die früher Handelsschwerpunkt war und heute mit der Architektur der zahlreichen Lagerhäuser punktet. In der Edo-Zeit war in Kurashiki der Handel mit Reis, Zucker und anderen Gütern vorrangig. Zu dieser Zeit entstand auch die Kanalstadt und die vielen Lagerhäuser, die heute das Stadtbild des historischen Viertels prägen. Von diesen Lagerhäusern kommt auch der Name Kurashiki (倉敷), denn dieser bedeutet nichts anderes als Fläche mit Lagerhäusern.

Wichtig für die Geschichte der Stadt ist die Spinnerei, die 1888 dort gegründet wurde und damals zu den modernstes Spinnereien der Zeit gehörte. Heutzutage findet man dort den Kurashiki Ivy Square. In den mit Efeu überwucherten Gebäuden gibt es neben verschiedenen Museen und Shops auch ein Restaurant und Hotel.

In den anderen alten Lagerhäusern befinden sich heute vorwiegend Geschäfte. Einerseits werden regionale Produkte angeboten, die sich perfekt für Touristen eignen. Andere sind etwas spezieller. Kurashiki ist für Washi-Tape, in Japan Masking Tape, bekannt. Im mt-Geschäft kann man nicht nur aus einer riesigen Auswahl an Mustern einkaufen, man kann sogar kostenlos seinen eigenen Badget, kleinen Fächer oder eine Papiertüte mit Washi Tape gestalten. Probiert es aus!

Wenn man schon einmal in Kurashiki ist, sollte man auch eine Runde mit dem Boot entlang des Kanals fahren. Ausgestattet mit passenden Reisstrohhüten bietet dies eine gute Möglichkeit seine Füße vom Laufen etwas auszuruhen. Eine 20-minütige Fahrt kostet für Erwachsene 500 Yen.

Kurashiki im Kimono erleben

Ein besonderes Erlebnis vor allem für weibliche Besucher ist es in dieser besonderen Gegend einen Kimono zu tragen. In Kurashiki befinden sich dafür ein paar Rental Shops, bei denen man sich einen Kimono für ein paar Stunden leihen kann.

Wir besuchten den Kimono Shop Komachi. Dort gibt es neben normalen Kimono auch Denim Kimono. Kurashiki ist bekannt für den japanischen Jeans-Stoff und dieser wurde auch auf die traditionelle japanische Mode des Kimono übertragen. Einen solchen Jeans-Kimono zu tragen ist eine einmalige Gelegenheit in dieser Gegend. Das Ausleihen kostet für Frauen 3,500 Yen. Auch Männer können sich für 4,500 Yen dort einen Tag einkleiden lassen. Für Paar gibt es auch einen Kombi-Preis.

Mit dem Kimono sollte man dann die Chance nutzen viele schöne Erinnerungsfotos in der historischen Altstadt zu schießen.

Essen und Trinken in Kurashiki

Die Stadt bietet natürlich auch zahlreiche Orte, um etwas zu essen. Zum Mittagessen besuchten wir eines der besten Restaurants der historischen Gegend, das Ryokan Kurashiki. Wie der Name schon sagt, ist dies eigentlich ein japanisches Hotel mit exklusiven Zimmern im japanischen Stil. Im Restaurant gibt es Washoku, traditionelles japanisches Essen, der Jahreszeit entsprechend angerichtet. Vor allem frisches Seafood aus dem Seto-Binnenmeer und andere lokale Produkte werden hier serviert. Auch für Leute, die keinen Fisch mögen oder Vegetarier sind, gibt es Varianten des Washoku.

Als bestes Yakitori-Restaurant von Kurashiki wurde uns das Takataya vorgestellt. Dieses befindet sich auf der Einkaufsstraße und besitzt neben dem Haupt- sogar noch ein Nebengebäude. Das Essen dort ist wirklich sehr lecker und man kann für Gruppen sogar einen eigenen Raum reservieren.

Natürlich gibt es entlang der Straßen noch jede Menge Läden für Snacks Zwischendurch. Softcream und frische Senbei (japanische Reiscracker) sind dabei sehr beliebt. Das Café Yuuri-an bietet zudem Shiawase Purin an, kleine Pudding-Gläser mit Gesichtern, die einfach nur glücklich machen. Auch Panacotta mit Panda-Gesichtern könnt ihr dort genießen.

Übernachtung mitten im historischen Viertel

Kurashiki ist ein gutes Ziel für einen Tagesausflug. So benötigt man von Osaka aus nur ca. 90 Minuten mit dem Zug, von Hiroshima ca. 65 Minuten und die Fahrt wird komplett vom Japan Rail Pass gedeckt. Aber natürlich bietet Kurashiki auch verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten an. So kann man auch einfach die Atmosphäre am Abend sowie in den frühen Morgenstunden erleben.

Eine dieser Übernachtungsmöglichkeiten ist der Kurashiki Ivy Square, welches ein recht luxeriöses Ambiente bietet. Die Gästezimmer sind klassisch westlich gehalten und haben ein hübsches Badezimmer. Pro Nacht beginnen die Preise bei etwa 7,000 Yen pro Person. Prachtstück ist der weitläufige Innenhof und verständlicherweise auch die zentrale Lage im historischen Viertel. Zum Frühstück, welches ihr für etwa 2,000 Yen hinzubuchen könnt, steht im Restaurant ein japanisches und westliches Frühstücksbuffet zur Verfügung.

Wer es etwas günstiger möchte, kann auch im Guesthouse Yuuri-an nächtigen, welches zum o.g. Café gehört. In dem alten japanischen Haus könnt ihr auf Tatami und Futon schlafen. Eine Nacht im Schlafsaal kostet hier wochentags 3,780 Yen. Für ein privates Zimmer zahlt ihr u.a. zu zweit 9,500 Yen.

Mir hat der Besuch in Kurashiki sehr gefallen und ich konnte die besondere Atmosphäre genießen. Gern möchte ich mir alles noch etwas genauer anschauen. Das heißt ich komme sicher irgendwann noch einmal zurück.


Links zu genannten Orten

Ryokan Kurashiki
→ Kurashiki Ivy Square
→ Kimono Rental Komachi 
Yakitori Restaurant Takataya
Café & Guesthouse Yuurin-an

Mehr zum Thema OKAYAMA findet ihr hier auf meinem Blog (^_^)


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