[Okayama Tour] Erkundungstour im Süden der Präfektur

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Im dritten Teil meiner Okayama-Reise nehme ich euch dieses Mal mit in den Süden der Präfektur, wo euch traditionelles Handwerk und wunderschöne Ausblicke erwarten. Wir haben an einem Töpfer-Workshop teilgenommen, japanische Schwerter gesehen und einen Abend mit mediterraner Atmosphäre genossen.

Dies ist ein Kollaborationsartikel in Zusammenarbeit mit der Tourismus-Abteilung der Präfektur Okayama, die mich zu einer Presse-Reise in der Region eingeladen hat. Mehr dazu hier.

 

Die Welt der Bizen-Keramik

In Japan gibt es zahlreiche traditionelle Handwerkskünste. Eine davon ist die Bizen-Keramik, auf Japanisch Bizenyaki (備前焼) genannt, die aus der Bizen-Region in Okayama stammt und bereits eine über 1.000-jährige Geschichte mit sich bringt. Bizen gehört zu den ältesten der „Sechs alten Brennöfenstätten Japans“ und vor allem die Stadt Inbe (伊部) wird als Zentrum der Bizen-Keramik genannt.

Bizen-Keramik gilt als besonders stabil und kann Temperaturen länger halten als andere Keramiken. Die Stücke werden nicht glasiert oder bemalt, sondern erhalten ihre Farben lediglich während des Brennens im Ofen. Der Vorgang dauert meist sehr lange. So stehen Bizen-Keramiken oft zwischen acht bis zwanzig Tage im Ofen, welcher mit Kiefernholz beheizt wird. Zudem sind alle Stücke Unikate und keine sehen gleich aus.

Im Inbe Bahnhof befindet sich eine Ausstellung mit Bizen-Keramik und man kann vor Ort auch Stücke erwerben. Aber auch in der ganzen Stadt befinden sich verschiedene Geschäfte und Brennereien. Es lohnt sich also ein Bummel durch die Keramik-Stadt.

Einen kurzen Fußweg hinter dem Bahnhof befindet sich Inbe Minami Ogama Ato (伊部南大窯跡), einer der alten Brennöfen der Stadt. Heute ist es eine Ruine, die vor allem dadurch einen besonderen Charm versprüht, dass Leute ihre zerbrochenen Keramiken dorthin bringen. Viele davon sind Stücke, die beim Brennen der Keramik misslungen sind und nicht verwendet werden können. Im Laufe der Jahre ist dort ein riesiger Berg entstanden. Zudem lohnt sich ein Blick von oben auf die Stadt Inbe.

Ein besonderer Ort ist auch der Amatsu Schrein (天津神社), der der Bizen-Keramik gewidmet ist. Überall kann man sie auf dem Gelände des kleinen Schreins entdecken – Ziegel, Figuren, einfach alles! Sogar Ema – Wunschplatten, die normalerweise aus Holz sind – gibt es dort aus Keramik.

Wenn ihr euch selbst einmal am Töpfern versuchen wollt, habt ihr in Inbe natürlich auch die Chance dazu. Eine Möglichkeit bietet die Töpferei Bizen Yaki Tokichi. Für 2,500 Yen im Elektroofen (helle Farbe der Keramik) oder 3,500 Yen im normalen Brennofen (dunkle Farbe der Keramik), könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen und Tassen, Teller, Teekannen, Vasen und alles andere an Keramikstücken herstellen. Wir hatten auch die Chance dazu und ich hab mir ein Unikat einer Teeschale gefertigt. Diese wird nach dem Brennen von der Töpferei versandt, was allerdings ein bis zwei Monate dauern kann.

Nach dem ganzen Sightseeing und dem Töpfern, könnt ihr euch in Inbe noch ein leckeres Essen können. Im Kokorozushi gibt es frisches Sushi, natürlich serviert auf Bizen-Keramik. Wenn ihr wie ich keinen Fisch mögt, haben sie dort auch eine tolle Alternative zum Sushi-Set in Form von verschiedenen Tempura.

Die Welt der japanischen Schwertkunst

Auch für Fans der japanischen Schwertkunst hat die Präfektur Okayama etwas Besonderes zu bieten: das Bizen Osafune Japanese Sword Museum (備前長船刀剣博物館). Dieses befindet sich in der Stadt Setouchi, die als Herstellungsort für Schwerte in der Kamakura-Zeit blühte und auch heute noch für seine hochwertigen Schwerte bekannt ist. Das Museum wurde 1983 gegründet und besitzt nicht nur Schwerte als Ausstellungsstücke.

Im unteren Bereich bekommt man zuerst eine Einführung in die Geschichte der japanischen Schwerte und ihren Aufbau. Dazu gibt es auch einen etwa 10-minütigen Film, der die Herstellung zeigt und genauer erklärt. Im Anschluss kann man sich sogar den echten Herstellungsprozess anschauen, denn zum Museum gehört auch eine Schmiede, in der Schwertmeister Klingen bearbeiten. Wenn ihr euch für japanische Schwerte interessiert, solltet ihr auf jeden Fall einmal vorbei schauen.

Japans kleines Griechenland

Wusstet ihr schon, dass es in Japan ein kleines Griechenland gibt? Das Seto Binnenmeer (瀬戸内海) trägt auch den Beinamen “Ägäisches Meer von Japan” und ja, man kommt sich wirklich ein wenig wie in Griechenland vor. Man findet entlang der Straßen sogar vereinzelt griechische Säulen!

Wir legten einen Stopp in Ushimado (牛窓町) ein und besuchten den Ushimado Olive Garden (牛窓オリーブ園) hoch oben auf einem der Berge, von wo aus man einen tollen Blick über die Inseln des Binnenmeeres hat. Dort befinden sich auch Sitzplätze von denen man den Ausblick genießen und sich nach dem Aufstieg entspannen kann. Im dortigen Laden werden natürlich auch regionale Olivenprodukte verkauft, die von den über tausend Olivenbäumen stammen.

Unsere Nacht verbrachten wir im Hotel Limani & Spa, welches direkt am Wasser gelegen ist und ebenfalls griechisch inspiriert ist. Ich kam mir wirklich wieder ein Stück nach Europa zurück versetzt vor und auch die Zimmer erinnerten in ihrer Größe und Gestaltung eher an europäische Verhältnisse. Im Hotel genossen wir zuerst den beeindruckenden Sonnenuntergang über dem Meer und den Bergen, der mit zu den “100 schönsten Sonnenuntergängen Japans” gehört.

Im Anschluss gab es ein ebenfalls griechisch angehauchtes Abendessen, bei dem wieder ohne Probleme auf Sonderwünsche (kein Seafood, Vegetarier, etc.) eingegangen wurde. Alles war sehr lecker und elegant angerichtet. Genau so ging es auch am folgenden Morgen mit dem Frühstück weiter.

Wenn man einfach mal ein wenig Mittelmeer-Feeling haben möchte, sich aus Japan den Flug nach Europa nicht unbedingt leisten möchte, dem seien ein paar Tage im japanischen Griechenland wirklich zu empfehlen. Aber auch allgemein ist der südliche Teil der Präfektur eine Reise wert, um einmal weg von den üblichen Touristenmassen zu kommen.


Links zu genannten Orten

Töpferei Bizen Yaki Tokichi
Restaurant Kokorozushi
Bizen Osafune Japanese Sword Museum
Ushimado Olive Garden
Hotel Limani & Spa

Mehr zum Thema OKAYAMA findet ihr hier auf meinem Blog (^_^)


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