[Review] Barfuß durch Hiroshima

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Es gibt Manga, die bringen einem Freunde beim Lesen. Es gibt Manga, die reißen einen mit bei ihrer Liebesgeschichte. Und es gibt Manga, die bewegen einen durch ihre bedrückende Erzählung. Vor allem, wenn man im Hinterkopf weiß, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt. Barfuß durch Hiroshima von Keiji Nakazawa gehört zur letzteren Kategorie und ich möchte euch diese Manga-Reihe heute einmal vorstellen.

Worum geht es?

Wie der Name Barfuß in Hiroshima schon sagt, befindet sich der Handlungsort in Hiroshima. Die Manga-Reihe beginnt Mitten im zweiten Weltkrieg, in der die japanische Bevölkerung gegen Hungersnot und andere Notstände kämpft. Auch die Familie Nakaoka, deren sechsjährige Sohn Gen der Hauptcharakter der Geschichte ist. Der Vater ist Kriegsgegner und wird daher als Verräter von der Gesellschaft angesehen. Die Familie wird deshalb ausgegrenzt, die Kinder werden in der Schule schikaniert und auch so hat es die Familie sehr schwer.

Nach etwa 250 Seiten fällt die Atombombe auf die Stadt und verändert alles. Gens Vater, große Schwester und kleiner Bruder sterben im Feuer und er ist mit seiner schwangeren Mutter, die kurz darauf ein Mädchen gebärt, allein. Die Umstände sind hart und die Überlebenden haben nicht nur mit Armut und den Krankheiten zu kämpfen, sondern auch mit der Unfreundlichkeit und Korruption der anderen Menschen. Die Mange-Reihe Barfuß durch Hiroshima nimmt einen durch die traurige Geschichte mit.

Wie ist der Manga / die Manga-Reihe aufgebaut?

In Deutschland sind von der Manga-Reihe Barfuß in Hiroshima vier Bände erschienen: Kinder des Krieges, Der Tag danach, Kampf ums Überleben, Hoffnung. Mit knapp jeweils 300 Seiten und einem anderen Format sind die Manga größer als die regulär bekannten. In Japan erschienen seit 1973 von Hadashi no Gen (はだしのゲン) zehn Bände, in Deutschland davon leider nur die oben genannten vier.

Zusätzlich zu der eigentlichen Geschichte in Manga-Form enthalten die deutschen Ausgaben einige Zusatzseiten. Dazu zählt ein langes Interview mit dem Autor Keiji Nakazawa, der in dieser autobiografischen Manga-Reihe seine Erlebnisse als Kind rund um den zweiten Weltkrieg und die Atombombe schildert. Zudem spricht er auch über den Erfolg seines Manga und vieles mehr.

Wie hat mir die Manga-Reihe gefallen?

Barfuß durch Hiroshima ist ein Manga, der mich innerlich ziemlich aufgewühlt und berührt hat und ich habe nicht nur einmal eine Träne vergießen müssen. Zu Beginn musste ich mich an den Zeichenstil gewöhnen, aber wenn man einmal drin ist, lässt sich die Reihe sehr flüssig lesen.

Vor allem mochte ich den schonungslosen Umgang, den Keiji Nakazawa mit Kriegsgegnern und auch zwischen den Menschen zeigt. Allein der Teil, bei dem Gen, seine Mutter und das Neugeborene bei Verwandten unterkommen, die sie allerdings nicht haben wollen, ist sehr bewegend.

Zudem mag ich die Sichtweise des 6-jährigen Gen, der als Kind natürlich eine andere Auffassung hat als Erwachsene. Teilweise kindlich naiv, andererseits auch schon sehr erwachsen. Eigentlich ist er ein sehr lebensfroher, lustiger Junge, der viel singt, aber durch den Krieg gezeichnet wird.

Fazit: Eine sehr bewegende Manga-Reihe, die man gelesen haben sollte, wenn man sich mehr mit der Geschichte Japans rund um den Atombombenabwurf in Hiroshima beschäftigen möchte.


Informationen zum Buch

Titel: Barfuß durch Hiroshima
Autor: Keiji Nakazawa
Verlag: Carlsen Verlag (Webseite)
Erscheinungsdatum: Oktober 2004
Umfang: Softcover, 4 Bände mit je etwa 300 Seiten
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahre

Die einzelnen Bände der Manga-Reihe kosten jeweils 14,00 Euro und sind in den bekannten Büchershops, auf der Seite des Carlsen Verlags sowie auf Amazon (Band 1 | Band 2 | Band 3 | Band 4)* erhältlich.

Ich bedanke mich beim Carlsen Verlag, der mir die Manga-Reihe zur Rezension zur Verfügung gestellt hat.

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