[Working Holiday Japan] Wie bekomme ich ein Visum?

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Laut Internetseite der Japanischen Botschaft gibt es nur 5 Arten von Visa, mit denen man für einen längeren Zeitraum in Japan bleiben kann. Das heißt, entweder ich habe einen festen Arbeit- oder Praktikumsgeber, studiere, heirate einen Japaner oder mache Working Holiday. Für mich kommt nur letzteres in Betracht und deshalb geht es nun mit dem Working Holiday Visum nach Japan.
Doch wo bekomme ich das Visum her? Was brauche ich dafür? Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen? Und was bedeutet „Working Holiday“ eigentlich?
Auf ein paar dieser Fragen und ein paar weitere möchte ich in diesem Blogeintrag Antworten geben. Natürlich ist dabei zu beachten, dass es sich hierbei um meine persönlichen Erfahrungen handelt und es bei jedem, der ein Visum beantragt, anders verlaufen kann.

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a) Was ist Working Holiday eigentlich?
Ein Working-Holiday-Aufenthalt (oder zu deutsch Ferienarbeitsaufenthalt) ist dazu gedacht, jungen Leute die Möglichkeit zu geben einen längeren Urlaubsaufenthalt in einem Land zu machen und währenddessen durch kleine Nebentätigkeiten die Urlaubskasse aufzubessern. Das heißt, ich reise durch das Land und, wenn ich Geld brauche, suche ich mir einen Nebenjob um mir meinen Lebensunterhalt und Weiterreise zu finanzieren. Das Visum ist nicht an Leute gerichtet, die hauptsächlich beabsichtigen einer Arbeit nachzugehen, sondern es soll nur für einen gewissen Zeitraum gearbeitet werden. Jedoch weiß ich nicht, wer das kontrollieren sollte.

b) Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
Dies ist auf der Seite der Japanischen Botschaft sehr schön aufgelistet.

  1. Um in Deutschland das Working Holiday Visum ausgestellt zu bekommen, muss man die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.
  2. Wie bereits unter Punkt a) geschrieben, sollte der Zweck der Einreise sein, dass man Urlaub/Ferien in Japan machen möchte und nebenbei die Möglichkeit hat einer Tätigkeit nachzugehen.
  3. Zum Zeitpunkt der Antragsstellung muss man mindestens 18 Jahre alt sein, höchstens aber 30.
  4. Man darf nicht von Unterhaltsberechtigten (Ehepartner, Kinder) begleitet werden.
  5. Man muss einen gültigen Reisepass und Flugtickets besitzen. *
  6. Es müssen ausreichende finanzielle Mittel vorweisen können. *
  7. Man hat noch nie Working Holiday gemacht, weil dieses Visum nur einmal im Leben ausgestellt wird.
  8. Es muss eine Versicherung für die Zeit des Auslandsaufenthaltes vorliegen, die Entschädigung leistet falls Schäden durch Krankheit oder Unfall auftreten.
* Mehr zu diesen Punkten bei d)

Bild von der Seite der
Japanischen Botschaft

c) Wo muss ich das Visum beantragen? Was kostet mich das Visum?

Wo man seine Unterlagen einreichen muss, hängt ganz davon ab, wo man wohnt. Die Aufteilung seht ihr auf dem Bild rechts. Da ich in Thüringen wohne, musste ich zur Botschaft in Berlin. Sonst gibt es noch Konsulate in Düsseldorf, Frankfurt, München und Hamburg.

Das Gute an dem Visum: es kostet nichts! Man muss keine Bearbeitungsgebühren oder sonst etwas bezahlen. Lediglich die Fahrtkosten muss man selbst tragen – und die Versandkosten, falls das Visum zugeschickt wird.

d) Was brauche ich alles? Welche Unterlagen muss ich einreichen?
Um auch wirklich alle Unterlagen dabei zu haben, habe ich mir eine Liste zum Abhacken gemacht. Am Ende habe ich mir bestimmt mit allem zu viel Stress gemacht, aber man weiß ja nie, was einen erwartet.

  1. gültiger Reisepass, denn darein kommt das Visum
  2. ausgefülltes Antragsformular (hier)
  3. aktuelles Passfoto
  4. Finanzierungsnachweis –> Kontoauszug o.ä. mit mindestens 2000 EUR bzw. 3000 EUR, wenn der Rückflug noch nicht gebucht ist
  5. Buchungsbeleg des Fluges (mindestens Hinflug)
  6. Versicherungsschein einer Auslandskrankenversicherng mit Angabe des Zeitraums
  7. Reiseplan (hier), in dem der Aufenthalt geplant ist (wann, wo, was) – auf Japanisch oder Englisch auszufüllen
  8. Lebenslauf (hier), ebenfalls auf Englisch oder Japanisch auszufüllen
  9. einseitiges Motivationsschreiben, auch auf Englisch oder Japanisch

Ich habe alle Unterlagen in einer Mappe zusammengefasst. Zum Japanisch-Üben habe ich Reiseplan und Lebenslauf auf Japanisch geschrieben, nur das Motivationsschreiben habe ich auf Englisch belassen (nochmal Danke, an alle, die mir hier geholfen haben!!). Vor allem bei letzterem habe ich mich schwer getan, deshalb war das Motivationsschreiben auch das letzte, was fertig geworden ist. Aber ich vermute mal, dass ich mir da eh zu viele Gedanken drum gemacht habe. Bei der Abgabe in der Botschaft wurde mir sogar gedankt, weil ich das Ganze „sehr übersichtlich gemacht habe“. Oh.

e) Wie lange dauert die Ausstellung des Visums? Für welchen Zeitraum ist das Visum gültig? Was passiert auf der Botschaft?

Es stellt sich nun die Frage, wann man die Unterlagen denn alle zusammen haben sollte und wie lange es dann bis zur endgültigen Ausstellung des Visums dauert. Nun ja, da streiten sich die Geister.
Ab Ausstellung ist das Visum für ein Jahr gültig, dass heißt, wenn ich es am 1. Oktober 2012 erhalte, kann ich bis zum 30. September 2013 einreisen und ab diesem Einreisetag beginnt mein Jahresvisum zu laufen. Sprich, ich kann das Visum bereits ein Jahr vor geplanter Einreise beantragen. Bei Nachfrage per E-Mail bei der Botschaft habe ich die Antwort bekommen, dass die Ausstellung – wenn keine weiteren Rückfragen bestehen – ungefähr eine Woche dauert und das ich einen guten Monat vorher kommen soll. Das mit den 1~2 Wochen bis zur Ausstellung habe ich auch schon öfter im Forum gelesen. Ein Monat vorher ist mir aber auch schon etwas knapp, deshalb war ich 3 Monate vorher da.

Nun zu meiner persönlicher Erfahrung: das Visum kann auch innerhalb eines Tages (!!) ausgestellt werden. So war es zumindest bei mir. Aufgrund dessen, dass ich soweit von der Botschaft weg wohne (ca. 250 km), wurde mir vorher am Telefon mitgeteilt, dass es auch möglich ist, das Visum am selben Tag mitzunehmen, wenn ich meine vollständigen Unterlagen bis 10 Uhr abgegeben haben. Gesagt, getan. 9:30 Uhr habe ich meine Unterlagen am Schalter abgegeben. Die Unterlagen wurden kurz im hinteren Bereich gesichtet und ich habe ein „ok“ bekommen. 16:00 Uhr konnte ich mein Visum dann fertig wieder abholen.

Von einigen habe ich gelesen, dass sie zu einem persönlichen Gespräch geladen wurden. Mir wurden nur ein paar kleine Fragen gestellt, aber das war’s. Eigentlich lief bei mir alles reibungslos.

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Ich hoffe, dass ich mit dem Eintrag ein paar Leuten weiterhelfen konnte, die sich auch dafür interessieren, Japan mit einem Working Holiday Visum zu erleben. Natürlich könnt ihr mir hier auch noch weitere Fragen stellen.
Meine Erfahrungen vorort werdet ihr natürlich hier im Blog lesen können (^__^)v
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