[Alltagsleben] Weihnachten 2017 im Lichtertaumel

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Während in Deutschland heute der erste Weihnachtsfeiertag ist und somit die Festivitäten im vollen Gange, ist für mich in Japan Weihnachten schon wieder vorbei. Denn ein richtiges Weihnachten mit staatlichen Feiertagen gibt es hier nicht. Ich bin deshalb eigentlich schon ganz froh, dass der Heiligabend dieses Jahr auf einen Sonntag gefallen ist und wir nicht arbeiten mussten. Trotzdem ist in den letzten Wochen immer wieder Weihnachtsstimmung aufgekommen, mit verschiedenen Ausflügen oder anderen Zufälligkeiten. Und anstatt für jedes davon einen Artikel zu schreiben, gibt es hier meine kleine weihnachtliche Zusammenfassung des Dezembers 2017 in Japan.

Weihnachtsmarkt Yokohama 2017

Yokohama Weihnachtsmarkt 2017Bereits im November hatte ich mir mit der lieben Sabrina vorgenommen zusammen auf den Weihnachtsmarkt in Yokohama zu gehen. Da es mit mehreren Leuten aber mehr Spaß macht, haben wir über Facebook noch ein paar Gleichgesinnte gesucht und uns für den Nachmittag des 15. Dezember verabredet. Es gab einige Zusagen, kurzfristig auch wieder Absagen, aber am Ende waren wir doch ein nettes Grüppchen von fünf Frauen – darunter auch eine nette Japanerin, die Deutsch lernt.

Den Weihnachtsmarkt in Yokohama habe ich dieses Jahr bereits zum dritten Mal besucht. Neben den Buden und dem Weihnachtsbaum hatten sie dieses Mal sogar eine Art Lichterhimmel gespannt, der im Dunkel wirklich wunderschön ist. Wir machten Fotos und holten uns alle einen Glühwein – mit ¥ 700 für einen Apfelglühwein im Pappbecher ein teures Vergnügen, aber einmal im Jahr muss das sein.

Da es Freitagabend noch nicht all zu voll war, haben wir sogar einen Tisch für uns gefunden und saßen dort eine knappe Stunde und haben gequatscht. Es tut echt gut, wenn man mal so eine Runde zum Deutschreden hat. Und das Mitten in Yokohama. Weitere Impression von mir vom Weihnachtsmarkt gibt es auf Englisch auf City-Cost.

Wir entschieden uns dann im World Porters essen zu gehen, denn das Essen auf dem Weihnachtsmarkt ist einfach unglaublich teuer. Vor allem für Leute wie uns, die die Preise in Deutschland kennen. Bei Teddy’s Bigger Burger gab es für uns Cheeseburger, Pommes und Melon Soda. Auch nicht gerade billig, aber sättigender als zwei wanna-be deutsche Würstchen. Zum Abschluss statteten wir dem JUMP-Shop und dem Ghibli-Store im Landmark Tower noch einen Besuch ab.

Tamaplaza Illumination & Candle Garden

TamaplazaEine der Schulen, für die ich arbeite, befindet sich in Tamaplaza. Wie an so vielen Orten gab es auch hier tolle Beleuchtungen – hier im Disneythema. So standen vor dem großen Weihnachtsbaum bei uns Winnie Pooh und seine Freunde (an anderen Bahnhöfen dann andere Charaktere). Es sah auf jeden Fall alles wunderschön aus. Eigentlich wie fast überall in den größeren Städten. In Shibuya hat dieses Jahr übrigens Hello Kitty mit Illumination in Schleifenform Einzug gehalten.

Am 17. Dezember hatten wir unser Bonenkai (忘年会, Jahresabschlussfeier) und genau an diesem Tag fand auch ein Event namens Candle Garden statt. Den ganzen Tag über konnte man Kerzen gestalten und ab 17:00 Uhr wurden diese dann angezündet. Wirklich schön anzusehen, wie sich der Platz in ein Lichtermeer verwandelte.

Tama-Center Illumination

Von meiner anderen Arbeit aus war ich in der vergangen Woche unter anderem in Tama-Center eingeplant, wo es ebenfalls eine wunderbare Beleuchtung gibt (noch bis 8. Januar 2018). Eigentlich ist Tama-Center als Ort des Hello-Ketty-Themenparks Sanrio Puroland bekannt, deshalb wundert es nicht, dass hier neben Weihnachstbäumen und Rentieren auch Kitty-chans leuchten. Freitags gab es sogar extra Paraden, zu denen ich es zeitlich leider nicht geschafft habe. Ein Highlight war aber definitiv das Lichter-Aquarium, ein langer Lichttunnel mit Abbildungen von Meerestieren. Dazu wurde sogar Meeresrauschen abgespielt. Einen englischen Artikel von mir mit vielen Bildern findet ihr auf Odigo.

Vorfeiern am 23. Dezember

Der 23. Dezember ist in Japan (noch) ein Feiertag – der Geburtstag des Kaisers –, dieses Jahr auch noch ein Samstag und mein Mann und ich haben uns vorgenommen an diesem Tag etwas zu unternehmen und den Heiligabend dann ruhig angehen zu lassen. Gesagt, getan. Kurzfristig hatte ich allerdings ein Konzert im Teminkalender (Bericht zum Chachamaru Weihnachtsevent folgt in einem anderen Artikel), zum Glück um die Mittagszeit, was unsere sonstigen Pläne nicht beeinträchtigte.

Mit meinem Mann verabredete ich mich um 15 Uhr in Shibuya. Ich war bereits früher da, mein Mann wollte eigentlich auch schon früher da sein, verschlief dann aber anscheinend seinen Umsteigebahnhof und meldete sich irgendwann später aus Shinjuku. Am Ende wartete ich am Bahnhof Shibuya eine knappe Stunde auf ihn… Hätte ich das gewusst, wäre ich mit unseren Neujahrskarten schon alleine zur Post gegangen. Nachdem wir dann verspätet gemeinsam in der Postfiliale standen, sind wir nämlich nach Anblick der Wartenummern und der vielen Menschen unverrichteter Dinge wieder abgezogen.

Unser Weg führte uns zum Hibiya Park, denn nachdem ich schon zahlreiche Weihnachtsmärkte in der Tokyoter Gegend besucht hatte, fehlte mir noch einer: der Tokyo Christmas Market! Hier war es zwar schön und auch ziemlich weitläufig, aber auch proppenvoll. Nachdem wir eine Runde gedreht hatten, habe ich das Stockbrot aus der Broschüre entdeckt – und die lange Schlange, die dafür anstand. Ich wollte eigentlich weiter, aber mein Mann überredete mich dann doch dort zu bleiben. Schließlich hatte ich ihm gesagt, dass es lecker ist und er wollte es probieren. Geschlagene 30 Minuten später hatten wir dann auch eins mit Zimt in den Händen. Sehr lecker! Aber dafür so lange anzustehen…

Inzwischen war es dunkel, wir drehten noch eine kleine Runde – eigentlich wollte ich ja einen Glühwein oder Kakao trinken, das habe ich mir aber verkniffen – und so ging es dann wieder zurück zum Bahnhof.

Wir fuhren nach Kichijoji. In der deutschen Bäckerei Linde holte ich mir Laugenstangen und eine Nussecke (abends war leider nicht mehr allzu viel Auswahl). Dann ging es weiter ins Schmatz, wo wir einen Tisch reserviert hatten. Wir bestellten einmal quer durch die Speisekarte: Käse-Schnitzel, Currywurst, Pommes, Calamaris-Ringe und so weiter. Mein Mann trank ein Radler, ich verliebte mich derweil in die Red Berry Soda, die wir noch ein zweites Mal bestellten. Zum Abschluss noch einen Kaiserschmarrn und wir rollten dann mit fast 8,000 Yen ärmer zurück nach Hause (was immerhin noch eine Stunde Zugfahrt bedeutete).

Unser Heiligabend

Weihnachten 2017Wie geplant habe ich am Heiligabend erst einmal ausgeschlafen. Mein Mann ist wie immer früh aufgestanden und erst einmal zur Post gegangen, um unsere Karten doch noch los zu schicken. Nach dem Mittagessen wollte mein Mann nochmal los zum Einkaufen. Was er dabei vor hatte, hatte ich nicht geahnt. Ich blieb also mit Katze allein zu Hause und setze mich an Blogschreiben, Häkeln und sonstige Beschäftigungen.

Zum Abendessen wollten wir Pizza bestellen – hört sich einfach an, sollte aber schwierig werden. Ich hatte von Domino’s Gutscheine, doch die boten Heiligabend nur ein begrenztes Sortiment an, welches uns nicht zusagte. So endeten wir bei Pizza Hut, wo mein Mann auf dem Heimweg vorbei ging. Gegen 18:30 Uhr wanderten Pizza, Chicken Nuggets und Kartoffeln in den Ofen, wir öffneten uns je eine Dose Chu-Hi und genossen das Abendessen.

Im Anschluss gab es dann natürlich auch unsere Christmas Cake, was in Japan zur Tradition gehört und welche man schon im November vorbestellen kann. Unserer wurde am Freitagabend geliefert und, wie sollte es anders sein, es hatte Rilakkuma zum Thema. Wir entschieden uns für eine Rolle mit Print, die wirklich super lecker ist.

Zwischendurch tauchte mein Mann auf einmal mit einem großen silbernen Sack vom Kiddyland auf. Nun wusste ich auch, warum er nochmal nach Machida wollte! Darin jede Menge Sachen aus dem Rilakkuma Store, inklusive Kissen, Kuscheldecke, Socken, Essstäbchen, kleinem Beutel und Kulli. Ich kam mir mit meinem dann doch recht kleinem Gegengeschenk recht schäbig vor, aber mein Mann hat sich über seine neue Bento-Tasche auch sehr gefreut.

Aus Deutschland gab es auch wieder Geschenke. Eins kam bereits am Freitag als Überraschung an. Ein weiteres gerade, während ich hier schreibe. Zwei sind nun noch auf dem Weg – darunter auch das, was als erstes los geschickt wurde. Verstehe einer die Post. Ich sage trotzdem schon mal DANKE, an alle, die an uns gedacht haben ♥

Nun ist Montag, in Japan wieder ein ganz normaler Arbeitstag und mein Mann ist schon wieder fleißig. Da ich Lehrerin bin, habe ich zum Glück frei und gehe erst im neuen Jahr wieder arbeiten. Trotzdem klingelte mein Wecker um 6:00 Uhr – weihnachtliches Skypen mit der Familie. Damit ist Weihnachten aber nun abgeschlossen.

Ich hoffe, ihr habt alle eine schöne Weihnachtszeit!
メリークリスマス!


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