[Unterwegs] Auf der Jagd nach Kirschblüten 2017

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In Tokyo ist die Kirschblüte nun fast vorbei. In anderen Regionen Japans fängt sie erst noch an. Aufgrund der Frühlingsferien hatte ich Ende März / Anfang April ein paar Tage frei und so konnte ich mich auch ein wenig auf Kirschblüten-Jagd machen. Leider war Ende März noch etwas früh für Kirschblüten, Anfang April war das Wetter nicht so besonders und dann hatte ich wieder zu arbeiten. Trotzdem war ich ein paar Tage unterwegs und zeige euch heute, was ich so entdeckt habe.

Da ich, wenn ich frei habe, auch kein Geld verdiene, habe ich bei meinen Ausflügen diesmal versucht darauf zu achten recht wenig Geld auszugeben. So war ich an Orten, die keinen Eintritt kosten und so hatte ich als Ausgaben nur die Fahrtkosten und etwas Essen unterwegs. Eine interessante Erfahrung. Nächstes Jahr sind dann aber hoffentlich ein paar hübsche Gärten mit Kirschbäumen mit dabei.

Koganei Park und Edo-Tokyo Open Air Architectural Museum

Mein erstes Ziel war der Koganei-Park (小金井公園), der zweitgrößte Park in der Metropolregion Tokyo und natürlich gefüllt mit Kirsch- und Pflaumenbäumen. Leider hielten sich die Blüten am 28. März noch weitgehend zurück. Nur wenige Bäume blüten bisher und unter diesen hatten sich ein paar ältere Leute versammelt. Sonst war der Park aber ziemlich leer und bietet so eine gute Möglichkeit aus dem Großstadtchaos zu flüchten.

Ich bin aber nicht nur wegen den Kirschbäumen nach Koganei. An diesem Tag feierte das Edo-Tokyo Open Air Architektur Museum (江戸東京たてもの園, Edo-Tokyo Tatemono En) ihren Jahrestag und so war der Eintritt frei. Perfektes Timing, wobei der Eintrittspreis von ¥ 400 es alle Mal wert ist. Mit hat es dort sehr gefallen und ich fand es wirklich sehr interessant durch die ganzen Gebäude zu stöbern. Vor allem das Badehaus war beeindruckend für mich. Ich verbrachte dort fast zwei Stunden und machte es mir dann noch auf der Parkbank gemütlich und genoss mein kleines Bento, was ich mir morgens gemacht hatte.

Mehr Informationen und jede Menge Bilder zum Edo-Tokyo Open Ai Architektur Museum findet ihr auf meinem Travel Blog.

Da ich einmal mit der JR Chuo Line unterwegs war, wollte ich eigentlich einen weiteren Stopp im Showa Kinen Koen machen. Doch ich merkte schon, wie eine große schwarze Wand auf uns zu kam und entschied mich dann direkt nach Hause zu fahren. Eine weise Entscheidung, denn als ich noch im Bus zu unserer Wohnung saß, fing es auch schon an zu regnen.

Mitsuike Koen und Yokohama

Am nächsten Tag ging es Richtung Yokohama. Zuerst zur JAF, wo ich die japanische Übersetzung meines deutschen Führerschein beantragte. Danach ging es mit dem Bus vom Bahnhof Shin-Yokohama weiter zum Mitsuike Koen (三ッ池公園), wie der Name schon sagt: ein Park mit drei Teichen. Er ist wirklich schön und weitläufig – und hat etwa 1.600 Kirschbäume. Wie auch am Tag zuvor war es hier noch etwas früh und so gab es nicht allzu viele blühende Kirschbäume zu sehen. Trotzdem hat es mir sehr gefallen. Einen koreanischen Garten kann man dort auch noch ansehen.

Als nächstes stand Yokohama selbst auf dem Plan. Erst wollte ich Pancakes essen und dann zum Hafen. Also fuhr ich mit der Bahn bis zum China Town, lief dort einmal quer durch und durfte feststellen, dass beim Eggs ’n Things eine viel zu lange Schlange stand. Dann gab es lieber was aus dem Konbini neben an. Im Yamashita Koen (山下公園) standen ja genug Bänke, um sich hinzusetzen und zu essen.

In Yokohama findet derzeit die Veranstaltung Garden Necklace 2017 statt, weshalb alles blumig bunt und an jeder Ecke was zu sehen ist. Deshalb war ich auch dort und so verbrachte ich einige Zeit damit am Hafen entlang zu laufen, Blumen anzugucken und zu fotografieren. Vor allem das blumige Maskottchen war ein Highlight. Als dann noch ein Hochzeitspaar im Kimono auftauchte, war alles perfekt. Hier fand ich nun auch endlich ein paar Kirschblüten. Mehr zur Veranstaltung findet ihr in meinem Odigo Artikel.

Besuch im Ostgarten des Kaiserpalastes

Am Donnerstag ging es dann nach Tokyo, recht früh, denn das neue Detektiv Conan Café sollte an diesem Tag eröffnen. Da die Wartezeit hierfür aber 3 Stunden betrug, habe ich es sein lassen (wir sind an einem anderen Tag wieder gekommen) und mir lieber den Crème Brûlée Crepe gegönnt, hinter dem ich schon länger her war. Leider hat er mich dann doch nicht so vom Hocker gehauen.

Nach einigem Überlegen bin ich dann zum Kaiserpalast gefahren. Der Ostgarten des Kaiserpalastes (皇居東御苑) gehört zu den beliebtesten Touristenzielen und ich war bis zu diesem Tag noch nie dort. Schande über mich *lach* Der Eintritt ist frei und die Menschenmassen verlaufen sich in dem großen Gelände zum Glück auch ziemlich. Ein paar Kirschbäume waren am Blühen und natürlich von allen Leuten mit Kameras und Handys sehr begehrt. Neben viel Grün gibt es das Fundament der Edo Burg zu sehen, einen japanischen Garten und mehr. Ich nutzte die Zeit dort auch, um mich etwas auszuruhen und zu lesen, wie es auch einige andere im Park machten.

Im Anschluss ging es noch Richtung Asakusa, denn ich wollte gern ein Foto vom Sky Tree mit Kirschblüten am Sumida-Fluss. Das war allerdings nicht so einfach, denn auch hier ließen die Kirschbäume die Menschen auf ihren blauen Planen unter ihnen noch warten. Ich bin dann bis zum Sky Tree gelaufen, habe noch ein paar Tokyo Banana mitgenommen und mich dann wieder auf den Weg nach Hause gemacht.

Kirschblüten am Meguro Fluss

Eine Woche später, am 4. April, war nun die volle Blüte so gut wie da und ich machte mich an meinem freien Tag auf zum Meguro Fluss zum Nakameguro Sakura Festival (中目黒桜まつり). Es war so wunderschön! Atemberaubend! Die ganzen Blüten, dazu der Fluss und die Brücken zwischendurch, toll! Leider war es hier total voll und man wurde vor allem im Zentrum um Nakameguro vom Menschenfluss mitgetrieben. An den äußeren Enden war es erträglicher. Es gab überall Stände mit Essen und Getränken und man kam sich richtig vor wie auf einem Volksfest. Auch darüber habe ich auf meinem Travel Blog schon geschrieben.

Nachdem ich den Fluss einmal hoch und dann runter gelaufen bin (man sollte eben nicht in der Mitte mit der Bahn ankommen), lief ich noch zum Meguro Fudoson Ryusenji (目黒不動尊 瀧泉寺), einem Tempel ein Stück vom Fluss entfernt. Auch dort war es schön und die Kirschblüte verschaffte ebenfalls ein wunderschönes Fotomotiv. Zum Abschluss ging es für mich nach Shibuya, ich wollte schließlich endlich Pancakes essen! Ich landete im Café Cucina & Company am Bahnhof und feierte die erfolgreiche Kirschblütenjagd des Tages mit Pancakes, roten Beeren und Sahne.

Special: Bei uns am Fluss

Natürlich muss man nicht immer weit fahren, um Kirschbäume zu sehen. In einigen Nachbarsgärten stehen vereinzelt Bäume, auch an unserem Bahnhof in Sagamihara sind einige, die mich immer wieder erfreut haben, als ich auf Arbeit bin. Apropos Arbeit, am Bahnhof Tamaplaza hatte ich auch eine Kirschblüten-Allee auf dem Weg zur Arbeit! Aber zurück zum Thema: bei uns am Fluss. Etwa 10 Minuten zu Fuß haben wir einen kleinen Fluss in der Nähe unserer Wohnung und da habe ich am 16. April, zum Ende der Kirschblütenzeit noch einen Spaziergang gemacht. Auch dort war es wunderschön. Die Blütenblätter wurden allmählich von den Bäumen geweht und der Weg war hellrosa. Das spiegelt leider auch die Vergänglichkeit dieser Frühlingspracht wieder, denn sie bleibt leider nicht lang.

Nun freue ich mich auf die Kirschblüte im nächsten Jahr und bin gespannt, wo es mich dann hintreiben wird. Aber keine Sorge, Kirschbäume sind ja nicht das einzige, was in Japan blüht. Die große Blütezeit fängt ja jetzt erst an und ich werde noch viel zu berichten haben.

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