[Feuerwerk] Flammende Sterne in Narita

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Am vergangenen Samstag fand eines der letzten Sommerfeuerwerke in Japan statt. Dafür bin ich mit meinem Freund nach Narita gefahren. Persönliches Highlight für mich war natürlich, dass ich einen Yukata an hatte (* Baumwollkimono, meist im Sommer getragen) . Natürlich wurden wir angestarrt. Das wird man als Ausländer eh schon oft genug, aber wenn dann der Ausländer auch noch im Yukata rumläuft, ist man fast Blickfang Nummer Eins. Nach einer Weile hatte ich mich zum Glück dran gewöhnt und konnte es halbwegs ignorieren.
Da es vom Bahnhof Narita zum Veranstaltungsort 3,6 km waren, haben wir uns für den Shuttelbus entschieden. Dafür standen wir dann aber auch erstmal eine dreiviertel Stunde mit vielen anderen an. Zum Glück hatten sich dann noch andere im Yukata zu den Wartenden gesellt.
Die etwa 15-minütige Busfahrt ist mir leider nicht sehr gut bekommen. Kurz vor dem Ziel hat sich mein Kreislauf verabschiedet. Schwindlig, schlecht, kalter Schweißausbruch, kurz vorm Umfallen. Mein Freund musste dann die Frau, die neben uns saß, bitten mir ihren Sitzplatz zu geben. Das hat mich dann gerettet. Zwei Minuten ausruhen und ein Schluck Wasser und dann an der frischen Luft ging es mir wieder gut. Mein Freund hat trotzdem für den restlichen Abend Panik geschoben.
Zum Feuerwerk mussten wir vom Bus dann noch knappe 5 Minuten laufen. Gerade als wir ankamen, ging auch die erste Rakete in die Luft und der Himmel erstrahlte. Wir hatten eine wunderbare Sicht.
Ja, bis auf einmal nach 10 Minuten Feuerwerk ein Platzregen über uns herein fiel. Wie die Ameisen sind wir wieder Richtung Stadt gelaufen um dort Regenschirme zu kaufen. Als wir die dann hatten und zurück an unserem Platz waren, hörte der Regen jedoch auf. Nass waren wir trotzdem. Ich war in dem Moment sehr froh, noch ein paar weitere Sachen unter meinem Yukata zu tragen.
Das Feuerwerk ging die ganze Zeit weiter und es war wunderschön. Natürlich enthielt es die bekannten Elemente, aber was ich bisher noch nicht gesehen hatte, waren Geister. Richtig beeindruckend. Aufgrund dessen, dass wir ja zwischendurch durch die Gegend gerannt waren, waren die 80 Minuten Feuerwerk aber ziemlich schnell vorbei. Mag aber auch daran liegen, dass das in Tsuchiura noch um einiges länger war.
Nachdem das Feuerwerk endete und wir unsere Yakisoba (*gebratene Nudeln) gegessen hatten, haben wir uns mit tausenden anderen für den Bus angestellt und gewartet. Und überlegt, was wir machen. Mir war vorm erneuten Busfahren eigentlich Bange. Nachdem wir eine Stunde anstanden, uns langsam kalt wurde, weil wir ja immer noch nass waren, und es wohl auch noch fast eine Stunde dauern würde, bis wir endlich in einen Bus kommen, haben wir uns entschieden zu laufen. Es hat lange gedauert. Zwischendurch hat mein Freund telefonisch immer mal wieder versucht noch ein Hotelzimmer zu bekommen. Aber ohne Erfolg. Wir haben dann im Combini einen Stop gemacht und warmen Kaffee getrunken. Eigentlich trinke ich keinen Kaffee, aber ich muss sagen, dass der Karamell-Milchkaffee, den mein Freund ausgesucht hatte, lecker war – und seinen Zweck erfüllte, mir war dann erstmal wieder warm. Am Bahnhof haben wir dann noch einige Hotels abgelaufen, aber entweder waren sie voll oder zu teuer. Ich hätte eigentlich gesagt, dass wir zurückfahren sollen, aber der Herr wollte nicht. Wir endeten im teuersten Hotel meines bisherigen Lebens…

Ich war nun zu zwei Feuerwerken in Japan, kurz hintereinander. Beide hatten ihre schönen Seiten und ich habe die Zeit genossen. In Narita war das Feuerwerk (wohl aufgrund dessen, dass wir einen direkten Blick darauf hatten) schöner, aber zum Feuerwerk in Tsuchiura hat mir die Stimmung besser gefallen. Aufgrund, dass die Buden dort etwa 2 km am Fluss lang standen und so eine ausgelassene Atmosphäre herrschte, war es für mich dort “volksfestlicher”. In Narita gab es dagegen nur etwa 20 Buden (oder es waren andere irgendwo versteckt). In Tsuchiura wurde man auch schon am Bahnhof laut Empfangen, wo ich hingegen in Narita erstmal überlegt hatte, ob wir hier richtig sind oder wir uns nicht im Datum geirrt haben, weil es so ruhig war.
Schlussendlich kann ich nur sagen, dass ich mich jetzt um so mehr auf den kommenden Sommer freue und dann so viele Feuerwerke wie möglich mitnehmen werde (^___^)v

PS:  Ich habe noch ganz viele Videos, aber momentan kein Bearbeitungsprogramm. Die folgen irgendwann noch. Die Geister habe ich auch darauf geschnitten.

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