[Konzertbericht] Wagakki Band – Shinnenkai 2017 Sakura no Utage

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Die Wagakki Band (和楽器バンド) kenne ich jetzt schon eine ganze Weile und ich mag ihren Mix aus japanischen Instrumenten und Gesangselementen mit der westlichen Rockmusik sehr. Umso mehr freute ich mich, dass ich ein Ticket für eines ihrer Neujahrskonzerte ergattern konnte. So ging es für mich am 18. Februar zum Dai-Shinnenkai 2017 Sakura no Utage (大新年会2017 東京体育館 桜ノ宴) nach Tokyo.

Etwa eine halbe Stunde vor Einlass kam ich am Tokyo Taiikukan (東京体育館), auch bekannt als Tokyo Metropolitan Gymnasium, an und war schon hier über die vielen Menschen erstaunt. Vor allem freute es mich viele Fans in traditioneller Kleidung oder zumindest mit traditionell inspirierten Kleidungsstücken zu sehen. Manche Kimono sahen wirklich traumhaft aus.

Mein Weg führte mich allerdings zuerst zum Merchandise-Stand, an dem ich leider leer ausging. Vieles war schon ausverkauft, darunter natürlich auch die Tasche, die ich mir wirklich gern gekauft hätte. Ich habe mich sogar hinreißen lassen danach auf Auktionsseiten zu schauen, kann sie aber auch dort nirgends entdecken. Da kann man nichts machen…

Ich drehte noch eine Runde über das Gelände und stellte mich dann an die lange Schlange für die Tribünenplätze, die sich bereits langsam bewegte, da der Einlass begonnen hatte. Es dauerte trotzdem noch eine Weile bis ich drinnen war. Dort stellte ich mich weiter an den Toiletten an, wo ich nochmal geschlagene 25 Minuten verbrachte.

Als ich dann meinen Sitzplatz gefunden hatte, war daher auch nicht mehr all zu viel Zeit bis zum Beginn des Konzertes. Widererwartens war mein Sitzplatz doch nicht so „grottenschlecht“. Ich saß im Nordflügel im B-Block in Reihe 12, was etwa die hintere Mitte war. Die Bühne war zwar ziemlich weit weg, aber an den Seiten gab es jeweils Bildschirme sowie in der Mitte der Bühne einen großen. Man konnte also zumindest durch diese Übertragung gut sehen.

Das Konzert fing mit wenigen Minuten Verspätung an. Die sechs Instrumentalisten der Wagakki Band tauchten auf der oberen Bühnen auf und liefen dann an ihre Plätze. Wie erwartet kam Yuko, die Sängerin, in der Mitte der Hauptbühne aus dem Boden hervor. Und der erste Song erklang.

Hier ist die Setlist vom Konzert. Ich habe sie nur in Japanisch gefunden und versucht soweit möglich zu romanisieren.

Wagakki Band01. Nadeshiko Sakura (なでしこ桜)
02. Sen -ikusa- (戦-ikusa-)
03. Hangeki no Yaiba (反撃の刃)
04. Yoshiwara Lament (吉原ラメント)
05. Mirai (ミ・ラ・イ)
06. Shiromadara (白斑)
07. Children Record (チルドレンレコード)
08. 遠野物語:四四
09. Kochou no Yume (胡蝶の夢)
10. Nijiiro Chouchou (虹色蝶々)
11. Infinity
12. 刹那-桜風雪花-
13. Homura (焔)
14. Ikusa Otome (戦乙女)
15. Oki no Tayu (オキノタユウ)
16. Setsuna Trip (セツナトリップ)
17. Drum & Wadaigo Battle (ドラム&和太鼓バトル)
18. ー遊嬉宴楽ー
19. Kishi Kaisei (起死回生)
20. Hana Furumai (華振舞)
21. Senbonzakura (千本桜)

Encore
22. Akatsuki no Uta (暁ノ糸)
23. Ukiyo heavy life (浮世heavy life)
24. Perfect Blue

Die Setlist war für mich super zusammen gestellt und hielt zwischen den einzelnen Songs immer wieder Überraschungen bereit. So gab es einiges an Solos und Duetten, begonnen mit dem Zusammenspiel von Shakuhachi (Bambuslängsflöte) und Shamisen (dreisaitiges Lauteninstrument). Beeindruckt hat Kiyoshi mit der Koto, der mit sich selbst über Videoaufnahmen im Trio spielte. Natürlich durfte auch das Battle zwischen der japanischen Wadaiko und den Drums nicht fehlen, bei denen das Publikum von etwa 7.500 Menschen aufgefordert war mitzumachen.

Neben der Wagakki Band standen noch viele andere Künstler auf der Bühne, ob Tänzer die große Fahnen schwingend tanzten oder eine Gruppe mit Taikos, die zusammen mit Kurona die Masse einheizte. Auch Yuko beeindruckte mit ihrem Schwerttanz zusammen mit anderen Tänzern.

Das Bühnenbild war gut gewählt und erinnerte an Bambuswände. Besonders schön wirkte es, als Yuko in ihrem lila-schwarzen Kimono, der mit Blüten verziert war, und einem roten Lackschirm den Weg entlang lief. Später trug Yuko noch einen Sakura-Umhang über ihrem Kimono. Die Bühne hatte zu beiden Seiten jeweils einen Weg zum Publikum entlang der Tribünen und formte somit ein U. Diese beiden Wege wurden auch oft genutzt.

Wagakki Band

Etwas Übliches auf Konzerten ist meist der Vergleich der Stimmkraft der männlichen und weiblichen Fans. Die Wagakki Band ist eine der wenigen Bands, bei denen das Verhältnis fast 50/50 ist. Es durften auch die Kinder rufen. UND die Ausländer!! Ich war überrascht, als Yuko auf einmal ihr Wort an die ausländischen Fans richtete. Grob würde ich sagen, dass sogar um die Hundert da waren. Wasabi richtete dann sogar ein paar Worte auf Chinesisch an die Fans aus China.

Auch gegen Ende sollte mich Yuko mit ihren Worten noch einmal bewegen. Die Band ist sich durchaus bewusst, welchen Erfolg sie derzeit haben. So haben sie sich während der Talk-Session im Encore unterhalten und überlegt, an welchen Orten sie denn gern spielen würden. Für Japan liegt das Ziel beim Tokyo Dome, im Ausland beim Madison Square Garden in New York. Ob sie das wohl irgendwann schaffen werden?

Einen weiteren Traum hat Yuko auch geäußert: „Wäre es nicht schön, wenn in Zukunft die Hallen halb mit Japaner und halb mit Ausländern gefüllt wären?“ Dass die Wagakki Band einen großen Bezug ins Ausland haben, weil sie mit ihrer Musik die Japanische Kultur verbreiten möchten, ist bekannt, aber diese Aussage zu hören, hat mir doch eine Gänsehaut bereitet. Ich drücke ihnen die Daumen, dass sie ihre Ziele irgendwann erreichen. Ihr Bekanntheitsgrad ist zumindest schon stetig am Wachsen.

Wie erwartet gab es während des Konzertes auch einen Kirschblütenregen sowie Glitzerstreifen. Ihren berühmtesten Song Senbonzakura spielten sie als letzten Song vor der Zugabe und die Menge feierte hier noch einmal richtig ab. Anstatt den üblichen Zugaberufen sang die Menge immer wieder den Refrain von Akatsuki no Uta. Ein toller Moment! Vor allem als die Wagakki Band dann wieder auf die Bühne kam und dieses Lied mit allem zusammen spielte.

Wagakki Band

Mein Konzertticket (^_^)

Ihr neues Album Shikisai (四季彩) erscheint am 22. März 2017. Natürlich durften wir schon einige der Songs live erleben und es wurde während des Konzertes beworben. Zu den gespielten Songs gehörten Mirai, Oki no Tayu, Children Record, Kishi Kaisei und mehr. Nach Ende des Konzertes lief zudem ein Video, in dem wir in alle Lieder des neuen Albums kurz hinein hören könnten.

Das Konzert dauerte gute zweieinhalb Stunden, was recht lang ist. Dafür war es ja aber auch kein normales Tour-Konzert sondern eine besondere Veranstaltung. Mir hat es sehr gefallen und ich hatte viel Spaß. Gern möchte ich die Wagakki Band noch einmal live erleben.


Eine Übersicht der japanischen Konzerte inklusive vereinzelten Konzertberichten dazu findet ihr hier.

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