[Okinawa] Tag 2 – Okinawa World, Shuri Castle und Tamaudun

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Für unseren zweiten Reisetag hatten wir uns zwei beliebte Sehenswürdigkeiten von Okinawas Hauptinsel heraus gesucht: der Themenpark Okinawa World und das Shuri Castle. Problem war nur: wie kommen wir am einfachsten dorthin? Da es auf Okinawa nur eine einzige Zuglinie gibt (die Monorail im Zentrum Nahas), war die Auswahl nicht so groß und wir mussten uns mit dem Bus durchschlagen.

Bereits am Abend zuvor waren wir beim Information Center des Naha Bus Terminal und haben dort einen Zettel mit den Fahrtzeiten zum Okinawa World erhalten. Wenn man aus Tokyo kommt, sind die nicht allzu üppig – nämlich nur etwa einmal pro Stunde. Wir entschieden uns für den Bus um 8:30 Uhr, was hieß, dass wir früh aufstehen mussten.

Bevor es losging, genossen wir aber zuerst einmal das Frühstück im Hotel. Darauf hatten wir uns beide fast mit am Meisten gefreut. Es gab allerlei Speisen, sowohl Japanisch als auch Westlich. Natürlich auch viel Regionales aus Okinawa selbst. Für mich gab es jeden Morgen frisches Omelette mit Käsesauce, Beni-Imo-Brötchen (Beni-Imo sind lilane Süßkartoffeln), Cornflakes, Wagashi (japanische Süßigkeiten) und Obst wie Melonen, Orangen und Ananas. An den letzten Tagen haben wir sogar Eis zum Frühstück gegessen, da es eine Kühltruhe mit sechs Sorten des Blue Seal Ice Cream gab. So ein Frühstück hätte ich gern immer.

Gegen 8 Uhr machten wir uns dann auf dem Weg vom Hotel zur Bushaltestelle. Ich muss sagen, dass das Busterminal mit seinen ganzen Haltestellen in allen möglichen Ecken echt nicht so einfach zu durchschauen ist und ich froh war, dass auf unserem Buszettel noch eine kleine Karte gezeichnet war. An der Haltestelle stiegen nicht allzu viele Leute ein und wir hatten eine ruhige Fahrt zum Okinawa World (おきなわワールド), die etwa 45 Minuten dauerte und 580 Yen kostete.

Okinawa World

Wir waren gegen 9:15 Uhr dort und es waren noch wenige andere Touristen da – später im Laufe des Tages rollten dann die Touristenbusse an. So hatten wir bei unserer ersten – und für mich auch beeindruckentsten Attraktion – unsere Ruhe und konnten die Zeit genießen. Nachdem wir uns einen Free Pass für 1,650 Yen geholt hatten, ging es nämlich gleich erst einmal nach unten in die Höhle.

Das Gyokusendo Cave (玉泉洞) ist eine riesige Tropfsteinhöhle, die bereits vor über 300.000 Jahren entstanden ist. Innen kann man unzählige Stalagtiten und Stalagmiten sehen, welche wirklich beeindruckend sind. Es wird mit Beleuchtungen gespielt, so dass blaue und goldene Seen entstehen. Manche Formationen haben auch ein besonderes Aussehen, eins zum Beispiel wie Fledermausflügel.

Innen herrscht natürlich eine hohe Luftfeuchtigkeit, weshalb ständig das Objektiv meiner Kamera beschlagen war – und meine Haare danach auch zum Fürchten aussahen. Trotzdem war unsere etwa 45-minütige Wanderung durch die 850 Meter der Höhle, die der Öffentlichkeit zugänglich sind, eines meiner Highlights unsere ganzen Reise nach Okinawa.

Zwischen dem 15. Und dem 19. Jahrhundert bildete ein großer Teil der heutigen Okinawa-Insel das Königreich Ryukyu (琉球王国), welches ein eigener unabhängiger Staat war. Dieser Zeit und vor allem Handwerkskultur widmet sich ein großer Teil des restlichen Okinawa World. Im Kingdom Village befindet sich ein kleines Geschichtsmuseum mit Ausstellungsstücken. Im Handwerksdorf kann man in restaurierten und nachgebauten Häusern die verschiedenen Handwerkskünste kennenlernen und auch ausprobieren und viel mehr. Dazu wird es aber noch einen ausführlicheren Artikel auf meinem Travelblog geben.

Wir sahen uns natürlich auch die Super Eisa Show an, die vier Mal am Tag gezeigt wird. Hier wird der traditionale Eisa-Tanz gezeigt, der mich schon beim Eisa Matsuri in Tokyo beeindruckte. Leider war währenddessen Fotografieren verboten. Es wurde eine kleine Geschichte erzählt und auch das Publikum durfte Teilnehmen. Am Ende wurde mit Freiwilligen getanzt und man konnte ein Erinnerungsfoto machen.

Sehr interessant ist auch das Essensangebot. An einem Mango-Ananas-Stand gönnte ich mir ein Mangoeis mit Mangostücken, welches wirklich unglaublich lecker war. Entsetzt war ich allerdings über die Mango in Dosen, die 2700 Yen das Stück kosten sollten.

In anderen Bereichen wurde Obst und andere regionale Speisen verkauft. Auch Souvenir-Läden gibt es natürlich jede Menge. Man konnte sogar aus frisch aufgeschlagenen Kokosnüssen trinken. Zum Mittagessen stoppten wir in einem der kleinen Restaurants. Mein Mann bestellte sich Habu-Curry. Für mich gab es Taco-Soba, also Okinawa Soba mit dem Topping, welches nochmalerweise auf Tacorice kommt. Dazu waren auch vier kleine Stücken Goya – das erste Mal, dass ich die Bittergurke probieren konnte. Mein Mann und ich legten dann fest, dass es wie bitterer grüner Paprika schmeckt – nicht schlecht, aber auch nichts, was man regelmäßig braucht. Dazu bestellten wir noch Gyoza.

Nachdem wir soweit alles gesehen hatten, gingen wir noch ins Habu-Museum. Habu ist eine Schlangenart, die es auf Okinawa gibt. Im Museum gibt es einiges zur Geschichte zu sehen und auch echte Schlangen und Schildkröten und Fledermäuse. Die Schlangenshow haben wir uns allerdings nicht angesehen.

Wir warteten dann auf den Bus und fuhren 13:30 Uhr zurück Richtung Naha zum Busterminal. Von dort sollte es weiter gehen zum Shuri Castle (首里城), was sich aufgrund der Verkehrslage allerdings als ziemlich zeitraubend heraus stellte. Erst gegen 16 Uhr haben wir es geschafft, die Burg zu erreichen.

Die ganzen Mauern und Tore, die zum Hauptpalast führen sind schon beeindruckend – allein deshalb, weil es so anders als die anderen Burgen in Japan ist. Der Palast erstrahlt in rot und hat einen riesigen Platz vor sich. Durch das Innere kann man laufen und findet viele Museumsstücke und einiges zur Geschichte. Ich fand vor allem die kleine Gartenanlage und den Thron sehr interessant. Da das Shuri Castle auf einer Anhöhe liegt, hat man außerdem noch einen tollen Blick auf Naha.

Am Ende waren wir recht schnell durch und wir konnten uns noch einer anderen Sehenswürdigkeit von Naha widmen. Das Tamaudun (玉陵) ist eines der königlichen Mausoleen, welche als Grabstätten des Ryukyu Reiches genutzt wurden. Es hat drei Grabkammern und ist komplett von Steinmauern umgeben. Daher kann man nicht allzu viel sehen. Aber die Größe vor Ort allein ist schon beeindruckend. Einen Eindruck, was sich in den Grabkammern befindet, erhält man im kleinen Museum, welches sich direkt am Eingang befindet.Tamaudun

Somit hatten wir das Kulturprogramm für den Tag beendet und wir machten uns – nach Hinweis einer der netten Mitarbeiterinnen – mit dem Bus zurück in Richtung Innenstadt zur Kokusaidori. Dort hatten wir uns am Vortag schon ein Restaurants ausgeguckt. Da es in Okinawa auch einige amerikanische Stützpunkte gibt, hat auch die amerikanische Kultur Einzug gehalten – vor allem beim Essen. Also ging es diesmal Burger essen!

Im Sand’s Dinner gab es für mich einen Cheeseburger mit Pommes und für meinen Mann Omu-Taco-Rice. Als Vorspeise für jeden noch Tacos. Alles sah lecker aus und war es auch. Ich war gut gesättigt, mein Mann noch nicht. Im Laden nebenan aß er noch eine Portion Okinawa Soba.

Mit der Monorail ging es zurück Richtung Hotel und nochmal zum Supermarkt. Unterwegs trafen wir noch einen süßen Kater, der sehr verschmust war. Ich hatte gehofft, dass wir ihn die nächsten Tage nochmal treffen würden, aber leider gab es kein Wiedersehen.

Damit neigte sich auch schon der zweite Tag dem Ende. Wir erholten uns im Hotel und waren froh, dass wir für den nächsten Tag nichts vorbereiten mussten, denn dafür hatte ich eine Bustour gebucht. Mehr dann im nächsten Artikel.


→ Übersicht unserer Okinawa-Reise

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