[Reisebericht] Ausflug nach Hakone ins Onsen

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Ich habe ja schon vor etwa vier Wochen davon berichtet, dass wir nach Hakone fahren wollen. Nun ja, nachdem wir uns dazu entschieden haben, uns den Hakone Free Pass in Machida für  ¥ 4,700 zu holen, habe ich eine lange Reiseroute geplant – mit Fahrt im Piratenschiff und mit der Seilbahn in die Berge. Wenn man sich den Hakone Free Pass schon holt, sollte man ihn ja dann auch ausgiebig nutzen.
Nur wurde meine komplette Vorfreude auf das tolle Wochenende mit meinem Freund im schönen Hakone zerstört. Warum? Mein Freund wollte am Freitag Abend für uns die Pässe schon einmal holen, doch da wurde ihm mitgeteilt, dass es unsicher ist, ob wir wegen dem noch liegendem Schnee Bus, Schiff und Seilbahn benutzen können. Nachdem wir dann am Abend im Internet auf der Seite von Hakone gesuchten, haben wir den Schlamassel mit eigenen Augen gesehen. Danach müssten eigentlich auf ALLEN Strecken Verkehrsprobleme sein. Lediglich bis zu unserem Bahnhof in Hakone-Yumoto sollten wir ohne Probleme kommen. Na super…

Nach einiger Überlegung haben wir uns dann entschieden nur nach Hakone-Yumoto zu fahren und uns dort ein wenig umzusehen. Privatonsen und Hotel waren ja schließlich gebucht. Unsere große Hakone-Tour machen wir dann irgendwann im Sommer… So haben wir ausgeschlafen, relativ spät gefrühstückt und haben uns gegen 12 Uhr auf den Weg gemacht.

Von unserem Bahnhof Kajigaya benötigt man mit den billigsten Zügen gute zwei Stunden bis nach Hakone-Yumoto. Wir sind in Nagatsuta, Machida und Odawara umgestiegen. Für mich war die Zugfahrt schon sehr aufregend, denn ich liebe es neue Gegenden zu sehen. Vor allem geht es ja in Richtung Berge und ich kann mich gerade nicht wirklich erinnern, wann ich das letzte Mal irgendwo in den Bergen war.

Hakone Yumoto

Kurz nach 14 Uhr sind wir dann in Hakone-Yumoto angekommen. Erstmal haben wir uns etwas zum Mittagesse gesucht, denn mein Freund war schon halb ausgehungert. So sehr, dass er sich auf dem Bahnhof Odawara erstmal noch ein paar Snacks kaufen musste (Jakariko (*w*~)). Wir sind am Ende an einem Schild hängen geblieben, dass uns handgemachten Nudeln versprach. Somit folgten wir dem Schild abseits der Hauptstraße und landeten in der zweiten Etage eines japanischen Hauses, wo wir mit anderen auf Tatami-Matten an kleinen Tischen saßen. Für mich gab es Ramen und dazu ein paar Gyoza. Dass die Nudeln wirklich selbst gemacht waren, konnte man sehr gut sehen, denn sie hatten richtige Ecken und Kanten. Waren aber total lecker. Im Erdgeschoss konnte man am Eingang sogar beobachten, wie die Nudeln gemacht werden. Es war sehr interessant zu sehen, wie sie mit einem großen Bambusrohr platt gedrückt werden.

Nach dem Essen sind wir noch ein wenig entlang der Bahnhofsstraße gelaufen und haben uns dann, nachdem wir die Ajisai-Bashi (Hortensien-Brücke) überquert haben, auf dem Weg zum Soun-ji Tempel gemacht. Da wir irgendwo falsch abgebogen sind, hat es etwas länger gedauert, bis wir angekommen sind. Wir mussten dann erstmal nach dem Weg fragen.

Hakone

Allerdings konnten wir dadurch in einem kleinen Laden ein Stück Baumkuchen probieren. Am Soun-ji Tempel (早雲持) wurde natürlich gebaut. Wie sollte es auch anders sein. Zumindest haben dort ein paar schöne Blüten geblüht. Der kleinere Shirayama Schrein (白山神社) ganz in der Nähe hat mir allerdings ein wenig besser gefallen. Aber vielleicht lag das auch an der Baustelle…

Auf dem Rückweg sind wir den Wegweisern gefolgt und standen irgendwann in einem kleinen Wäldchen, wo es noch einen weiteren kleinen Schrein gab. Jedoch möchte ich da nicht sein, wenn es dunkel ist.

Zurück am Bahnhof haben wir dann auf den kostenlosen Shuttelbus zum Onsen gewartet. Damit fährt man dann etwa drei Minuten lang bergauf. Zwischenzeitlich hat die Straße eine Steigung von 21 %. Und dann standen wir vor dem Hakone Yuryo. Von außen und auch innen drin sieht es wunderschön und traditionell japanisch aus. Zudem habe ich hier auch jede menge Schnee vorgefunden, der im Innenhof gestapelt wurde.

Onsen Hakone Yuryo

Eigentlich waren wir noch 20 Minuten zu früh da, aber trotzdem haben wir den Schlüssel schon bekommen und durften uns schon in unser kleines privates Onsen-Zimmer begeben, welches wir für eine Stunde gebucht hatten. Dadurch durften wir sozusagen fast 15 Minuten länger drin bleiben (^_~)v

Wir waren im Zimmer Yamazakura (Bergkirschblüten) und es war dort wirklich schön.Wir hatten einen kleinen Tisch mit Sitzkissen im Raum stehen und durch eine Glasschiebetür konnten wir dann raus ins Freie gehen, um in das warme Wasser zu steigen. Das Becken war mit Steinen umgeben und man hatte einen wunderbaren Blick ins Grüne und man konnte die Vögel zwitschern hören. Perfekt zum Entspannen. Das Wasser hatte 44°C, weshalb ich nach 10 Minuten erstmal wieder nach draußen musste. Wir haben die Zeit eigentlich damit verbracht immer abwechselnd im Wasser zu treiben oder am Rand – mit den Füßen im Wasser – zu sitzen.

Onsen Hakone Yuryo

Nach etwa 45 Minuten sind wir dann zurück ins Zimmer und haben unsere glühenden Körper wieder etwas abkühlen lassen. Ich glaube, ich war noch nie so rot *lach* Aber insgesamt hat es wirklich gut getan. Es haben sich dadurch einige Verspannungen in meinem Rücken gelöst und ich habe mich so leicht gefühlt, wie schon lange nicht mehr. Allerdings waren die Verspannungen schnell wieder da… Außerdem war die Haut danach sehr weich und angenehm.

Als Andenken habe ich mir einen der Onsen-Fächer mitgenommen. Wir haben uns noch ein Softeis gegönnt und haben uns dann wieder mit dem Shuttelbus auf den Weg nach unten gemacht. Dort mussten wir mit erschrecken feststellen, dass die meisten Geschäfte und vor allem auch Restaurants schon geschlossen hatten. Es war gerade mal 18:45 Uhr!! Zum Glück haben wir noch einen Burgerladen gefunden und uns da etwas zu Essen mitgenommen.

Übernachtet haben wir im Senkei Plaza (仙景プラザ; Website). Das Hotel ist sehr hübsch und wir hatten ein sehr großes Zimmer. Wobei ich bei ¥ 17,200 (etwa 125 €) für zwei Personen ohne Essen auch etwas gutes erwartet habe (wobei wir auch schon mal mehr als ¥ 20,000 bezahlen mussten und man sich dann im Zimmer kaum umdrehen konnte…). Im Zimmer gab es eine Sitzbank mit Glastisch, von wo man aus Fernsehen konnte. Im hinteren Bereich des Raumes war dann ein großes weiches Bett und ein Schminktisch. Zudem hatte man einen schönen Blick auf den Fluss, an dem das Hotel gelegen ist und man konnte die ganze Zeit das Wasser rauschen hören.

Wir sind relativ früh ins Bett (ich glaube, ich lag um 22 Uhr schon im Tiefschlaf) und nachdem ich zwischendurch zwei mal wach war, sind wir dann irgendwann gegen 9 Uhr aufgestanden und haben uns fertig für die Abreise gemacht. Ich habe schon lange nicht mehr so gut geschlafen. Wahrscheinlich hat auch das warme Bad dazu beigetragen.

Nach einem kleinen Frühstück am Bahnhof haben wir noch ein paar Omiyake – Reisemitbringsel – gekauft . Ein paar Onsen Manju für meine Kollegen und ein paar Sakura-Manju für uns. Zudem hatte ich im Hotel schon Usagi Cream Daifuku gekauft. Dann haben wir uns auf den Weg nach Odawara gemacht, um die Burg dort anzugucken. Das war allerdings so schön, dass es sich hier einen extra Blogeintrag verdient hat (^__~)v

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