[Alltagsleben] Neujahr in Japan und Fukubukuro 2018

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Am Sonntagabend sind wir von unserer Reise nach Okinawa zurück gekommen und nachdem gestern ausruhen angesagt war, gibt es heute einmal noch einen Rückblick auf unseren Neujahrstag sowie das Fukubukuro-Shopping.

Neujahr in Japan

Wie viele von euch vielleicht wissen ist Silvester und Neujahr in Japan anders als wir es aus Deutschland kennen. Hier wird sich nicht mit Feuerwerksraketen und Böllern ins neue Jahr geknallt, sondern mit 108 Glockenschlägen um Mitternacht an buddhistischen Tempeln. Alle strömen zum ersten Schreinbesuch oder auf die Berge zum ersten Sonnenaufgang – oder sitzen mit der Familie vor dem Fernsehen und schauen Musik- oder Comedy-Sendungen.

Nachdem wir vor zwei Jahren zum Countdown Live von Ayumi Hamasaki und letztes Jahr im Yokohama Chinatown waren, gehörten wir dieses Jahr zur letzteren der oben genannten Gruppen: ins Neujahr ging es zuhause auf der Couch. Zuerst fuhren wir aber nach Machida. Mein Mann hatte mir gesagt, dass die Pullover im Rilakkuma Store endlich im Sale waren und so schauten wir vorbei. Ich wollte einen neuen Pullover haben, allerdings war der, den ich wollte, nicht mehr in meiner Größe da. Ich habe aber trotzdem einen tollen gefunden.

Im Anschluss daran ging es Abendessen: Yakiniku All You Can Eat. Zwei Stunden lang Fleisch braten und sich den Bauch voll stopfen. Es war wirklich lecker und neben Fleisch gab es auch noch allerlei andere Sachen wie Edamame, Pommes, Pizza und mehr. Da nicht allzu viele Leute im Restaurant waren, ging auch alles recht schnell. Am Ende sind wir wirklich raus gerollte.

Zurück zuhause hieß es dann auf Mitternacht warten. Wir sahen die beliebte Sendung Downtown Gaki no Tsukai, die jedes Silvester eine lange Folge mit einem No-Laughing Batsu Game (絶対に笑ってはいけない) zeigt. Den bekannten Comedien ist es verboten zu lachen, wenn doch, wird ihnen der Hintern versohlt. Das ist immer wieder lustig und mein Mann liebt die Sendung.

Zwischendurch machten wir Wachsgießen und tranken ein paar Dosen Alkohol. Pünktlich kurz vor Mitternacht schalteten wir auf einen Countdown im Fernsehen um, stießen miteinander an und machten uns am Ende von Downtown ins Bett.

Den ersten Januartag ließen wir ruhig angehen. Ich habe erstmal lange ausgeschlafen. Nach dem Mittagessen machten wir uns auf dem Weg zum kleinen Schrein in unserer Wohngegend zum Hatsumode (初詣), dem ersten Schreinbesuch des Jahres. Dort stand dann eine Schlange an und wir mussten eine ganze Weile warten. Dafür gab es dann aber auch kostenlosen Amazake (甘酒), süßen Reiswein. Wir holten uns auch Omikuji (おみくじ), kleine Zettel mit Wahrsagungen. Meins war ganz ok und prophezeite mir gute Zeiten für Reisen. Das von meinem Mann war nicht so toll, so ließ er es am Schrein zurück.

Am Abend gab es dann ein 4 Stunden und 20 Minuten langes Special von You ha Nani shi ni Nippon he (YOUは何しに日本へ?), was wir natürlich sehen mussten.

 

Fukubukuro 2018

Am nächsten Tag hieß es dann sehr früh aufstehen, denn wir wollten es dieses Jahr beim Fukubukuro-Shopping bei zwei ganz besonderen Shops probieren. Kurz gesagt sind Fukubukuro (福袋) Wundertüten, die viel Geschäfte zu Neujahr in Japan anbieten. Man weiß nicht was darin ist, aber meist hat der Inhalt den zwei-drei-fachen Wert. Viele Läden nutzen diese Aktion auch um ihre Lagerbestände leer zu bekommen.

Für uns ging es nach Yokohama ins Landmark Plaza. Mein Mann informierte sich vorab und die Mitarbeiter teilten uns mit, dass meist die ersten Leute ab 7 Uhr morgen vor dem Pokemon Center anstehen. Wohl gemerkt, das Pokemon Center öffnet erst um 10 Uhr. Mein Mann machte sich also kurz nach 6 Uhr auf den Weg und reihte sich gegen 7:40 Uhr in die bereits wartende Schlange ein. Ich machte mich zu der Zeit von zuhause aus auf den Weg und war kurz vor 9 Uhr am Ghibli Store (Donguri Kyowakoku, どんぐり共和国), wo etwa 40 Leute vor mir anstanden. Es dauerte nicht lange und hinter mir standen bestimmt noch 100 weitere Leute an und die Mitarbeiter teilten ab etwa 9:45 Uhr den neu kommenden mit, dass sie keine Tüten mehr erhalten werden.

Um zehn machten die Geschäfte auf. Wir wurden in Gruppen in den Laden gelassen und ich entschied mich kurzfristig zwei Tüten für mich mitzunehmen. Nachdem mir meine Freundin noch geschrieben hat, schnappte ich auch noch eine dritte, denn bis zu drei durfte man mitnehmen. Dann hieß es anstehen an der Kasse, wo ich 9,000 Yen für die drei Fukubukuro bezahlte.

Mein Mann teilte mir zwischenzeitlich mit, dass er ein Ticket für die Pokemon Fukubukuro bekommen hatte, die 4,000 Yen kostet, und nun dafür anstand. Ich wartete währenddessen und sah zu, wie alle schon ihre Tüten draußen öffneten und teilweise untereinander tauschten. Mein Mann kam dann auch mit der Pokemon Fukubukuro an und wir machten uns auf den Weg nach Hause.

Zuhause hieß es dann auspacken! Die Pokemon Tüte war ganz interessant und es sind einige tolle Sachen enthalten. Allerdings auch ein paar Sachen, die ich nicht brauche. Aber die werde ich schon noch los. Die zwei Ghibli Tüten waren um so besser und ich bin wirklich happy mit dem Inhalt. Vor allem das Totoro-Bento-Set mit Bentobox, Besteck und Tasche hat es mir angetan.

Zum Thema Fukuburo 2018 gibt es ein Video auf meinem YouTube-Kanal, welches überraschend viele Aufrufe bekommen hat. Ich kann es kaum glauben! Wenn ihr also sehen wollt, was Vorort los war und was genau in meinen Fukubukuro war, könnt ihr gern hinein schauen.

Den restlichen Tag hieß es dann Koffer packen für unsere Okinawa-Reise am nächsten Morgen. Miko brachten wir noch fix ins Katzenhotel, wo sie die nächsten Tage verbringen musste. Und damit war das Neujahsspektakel auch schon zu ende.

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