[Hokkaido] Tag 2 – Mehr Mombetsu und Shibetsu Ryokan

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Der zweite Tag unserer Hokkaido-Reise startete für mich recht früh, denn 6:30 Uhr klingelte mein Wecker. Ich hatte mich mit meiner Freundin Kim zum Frühstück verabredet, denn alleine ist das ja immer doof. Bereits um 7:00 Uhr waren wir daher im Hotelrestaurant und deckten uns beim Buffet ein, dass sowohl japanisch als auch westlich orientiert war.

Leider gehöre ich zu den Menschen, die am Morgen nicht all zu viel Essen können und sie blieb es bei mir bei einem Croissant, Cornflakes und ein paar Kleinigkeiten wie Tamagoyaki und Salat. Alles wirklich sehr lecker. Das Restaurant ist in zwei Bereiche geteilt – eine mit normalen Tischen und Stühlen und einer mit Tatami. Da dort kaum jemand saß, haben wir es uns dort gemütlich gemacht und so gut 40 Minuten gefrühstückt.

Wir machten noch eine kleine Runde durch das Hotel und schauten uns um. Dann gingen wir zurück auf unsere Zimmer und bereiteten uns für die Abfahrt vor. In der Lobby kaufte ich auch meine ersten Souvenirs von der Reise. Am Vortag hatten wir einfach keine Zeit dafür und ich wusste nicht, wie es an unserem zweiten Tag mit Shopping-Gelegenheiten aussehen sollte.

Krabben Statue

Einer der beliebtesten Fotospots von Mombetsu ist die Statue einer Krabbenschere (巨大カニ爪オブジェ). Diese ist 12 Meter hoch und vor allem wenn Schnee liegt und rundherum alles weiß ist, kann man dort super kreative Fotos machen. Man braucht nur den richtigen Winkel – und diesen zu finden, ist echt kompliziert. Vor allem unter Zeitdruck.

Wir hatten an der Crab Claw, wie sie auf Englisch genannt wird, nur 15 Minuten Zeit. Währenddessen sollten auch noch Gruppenfotos für den Veranstalter gemacht werden. Wir nutzten die wenigen Minuten, um einige Fotos zu machen, aber DAS Bild, haben wir leider nicht so wirklich hinbekommen. Zudem waren bei etwa minus 10 Grad und leichtem Wind auch schnell die Finger eingefroren, die bei der anschließenden kurzen Fahrt im Bus schnell wieder auftauen mussten.

Okhotsk Tokkari Center

Danach ging es mit dem Bus wieder dahin zurück, wo wir am Tag zuvor schon waren: zum Hafen von Mombetsu. Diesmal aber nicht aufs Eisbrecherschiff sondern ins Okhotsk Tokkari Center (オホーツクとっかりセンター). In der Auffangstation wird sich um gestrandete und verletzte Robben gekümmert, diese aufgepäppelt und danach wieder ausgewildert. Man kann die anwesenden Robben in zwei Becken sehen und an den Fütterungszeiten teilnehmen.

Ein älterer Robbenherr namens Agu war auch dort und hat uns unterhalten. Zuerst wurden uns ein paar seiner Kunststücke vorgeführt, wie auf Kommando klatschen, rollen und sich verbeugen. Auch wie gut er Ringe fangen kann. Dann durften wir freiwillig auch etwas davon mit ihm machen und haben im Anschluss noch ein Foto zusammen gemacht. Das war super interessant und ich habe zum ersten Mal eine Robbe anfassen können.

Eisskulpturen Festival

Wir hatten noch ein wenig Zeit bis zur Abfahrt und durften diese Nutzen um bei den Arbeiten für das Eisskulpturen Festival , welches am Wochenende stattfinden sollte, zuzuschauen. Die Kräfte der Self Defense Force bauten gerade eine riesige Eisfestung. Uns wurde erklärt, dass diese am Festival teilnehmen, um zum einen die Bindung zum Volk zu stärken, andererseits ist dies aber auch eine gute Einsatzübung.

Es gab auch schon jede Menge fertige Figuren, an denen man sich nicht sattsehen konnte. Von kleinen Totoros über Donki Kong und Kaito Kid bis hin zur Thousand Sunny, dem Schiff aus One Piece. Einfach beeindruckend! Irgendwann möchte ich auch mal das Schneefestival in Sapporo besuchen.

Kamaboko Fabrik

Mit dem Bus ging es nun wieder etwas in die Innenstadt von Mombetsu zu einer Kamaboko Fabrik. Kamaboko ist verarbeitet Fischfleisch, welches dann in verschiedene Formen gepresst wird. Oft findet man es zum Beispiel in Ramen.

Da ich kein Fischfan bin, war ich natürlich etwas skeptisch. Ich habe Kamaboko zwar schon mal gegessen, aber da es schmeckt rein theoretisch nach nichts bzw. nimmt den Geschmack der Suppe an und ist für nicht wirklich was Umwerfendes. Aber ich ließ mich mal überraschen, was uns erwarten sollte.

Im Dezuka Suisan (出塚水産) haben wir dann auch gleich zur Begrüßung einen warmen Kamaboko-Snack bekommen. Kamaboko gefüllt mit Krabbenfleisch. Nicht schlecht, aber trotzdem konnte ich es nicht komplett aufessen. Von oben konnten wir dann einen Blick in die Fabrik werfen und haben alles erklärt bekommen – auf Japanisch und dann Englisch übersetzt – was sich ziemlich hingezogen hat.

Am Ende hatten wir noch Zeit uns im Shop umzuschauen und dort Mitbringsel zu kaufen. Da gab es echt interessante Sachen, aber leider nicht wirklich was für mich. Für meinen Mann habe ich aber eine Packung Kamaboko Curry mitgenommen.

Mittagessen mit Hamanasu Rind

Zu Fuß ging es weiter zu einem kleinen Restaurant names Ajidokoro Azuma, wo wir in der zweiten Etage ein separates Zimmer für unsere Gruppe bekamen. Uns wurde eine Schüssel mit Hamanasu Rind serviert – auf Reis und dazu mit rohem Ei. Das war wirklich unglaublich lecker! Auch wenn es nur wenig aussieht, machte es auch sehr satt.

Im Anschluss saßen wir noch etwas bei Tee zusammen und haben eine Erklärung zur Region erhalten und was uns auf unserer Reise noch bevorstand, denn vor uns lag eine vierstündige Busfahrt.

Wir fuhren entlang der Küste – Schnee auf der einen Seite, Eis auf der anderen. Das war wirklich beeindruckend und wunderschön. Auch am Saroma-See kamen wir vorbei, der der größte Binnensee Hokkaidos ist. Unterwegs machten wir an zwei Raststätten Stopp, wo wir etwas nach Souvenirs stöbern konnten. Die kurzen Pausen, in denen wir laufen konnten, taten echt gut, denn die Fahrt zog sich wirklich hin. Vor allem, weil die Internetverbindung zwischenzeitlich wirklich schlecht war…

Onsen Ryokan und Abendmenü

Unser Ziel nach der langen Reise war die Hot Spring Lodge Daiichi (湯宿だいいち), ein Onsen Ryokan der besonderen Klasse. Schon die Lobby mit der Feuerstelle hat uns beeindruckt. Wir erhielten erst einmal Manju und Tee zur Begrüßung und wurden unseren Zimmernummern zugewiesen, wo die Mitarbeiter unser Gepäck hinbrachten.

Wir Mädels durften uns im Yukata-Zimmer einen Yukata aussuchen. Und ich war begeistert! So viele Yukata und dann auch noch welche in größeren Größen für Leute wie mich, die etwas breiter um die Hüften sind. Wir waren wahrlich in Paradies gelandet und das sollte weiter gehen, als wir zu unseren Zimmern gebracht wurden.

In der Gruppe waren wir drei Frauen und wir hatten unsere Zimmer zusammen in einem Flur im B-Trakt des Hotels. Abgetrennt durch das Musikzimmer, gab es dort nur unsere drei Zimmer. Die Männer waren eine Etage tiefer. Und die Zimmer waren riesig – größer als unsere Wohnung – mit riesigem Sofa, zwei großen Betten und Blick auf den Fluss hinter dem Hotel. Einfach nun wunderschön!

Ich werde auf meinem Travel Blog demnächst mehr über das Hotel im Ganzen schreiben.

Wir hatten etwas Zeit uns auszuruhen, bis es dann zum Abendessen ging. Davor hatte ich ehrlich gesagt, etwas Angst, weil es ein traditionell japanisches Menü sein sollte – mit vielen Meeresfrüchten. Aber ich wollte ja mutig sein und zumindest probieren. Und den anderen Frauen um mich herum, ging es ja ähnlich.

Es gab jede Menge verschiedene Gänge, die alle wie kleine Kunstwerke aussahen. Den Seafood Teller habe ich am Ende gar nicht angerührt, auch, weil ich ihn nicht zerstören wollte. Ansonsten habe ich aber wirklich recht viel probiert. Auch vom Fisch und Lachs. Es gab auch etwas Fleisch und nach Eis und Melone war ich auch wirklich gesättigt.

Nun kam das Thema Onsen: ich mag öffentliche Onsen nicht, weil … ach keine Ahnung. Ich mag es nicht nackt unter Menschen zu sein. Mit unserer Dolmetscherin waren wir vor dem Essen kurz im Umkleidebereich des großen Onsen, wo sie uns alles erklärt hat mit den einzelnen Bädern und bereits da fühlte ich mich sehr unwohl.

Mit meiner Freundin machten wir also zumindest erst einmal ein Yukata-Photoshooting, denn das gehörte dazu. Sie hat das gleiche Problem wie ich und wir hatten uns eigentlich vorgenommen, es zusammen zu überwinden, haben es aber nicht geschafft. In unserem Trakt gab es aber noch ein weiteres, kleines Onsen und da unsere Übersetzerin uns gesagt hatte, dass Japaner meist erst ins Onsen gehen und danach zum Essen, haben wir dann geschaut, ob dort jemand ist. Es war leer.

Meine Freundin ging zurück auf ihr Zimmer. Ich traute mich hinein, allerdings die ganze Zeit schreckhaft, ob doch jemand kommen könnte. Der kleine Bereich hatte drei Bäder. Erst war ich im oberen, doch dann entdecke ich ein kleines, die Treppe runter und draußen. So konnte ich zumindest ein wenig entspannen während ich den fallenden Schneeflocken zusah.

Nach einer Stunde machte ich mich aber doch zurück auf mein Zimmer. Ich hatte noch 10 Seiten Fragebogen bis zum Morgen auszufüllen, was eine lange Zeit in Anspruch nehmen sollte – inklusive vier Becher kostenlosen Kakao aus dem Automaten im Gang. Gegen Mitternacht ging ich dann in meinem riesigen Bett schlafen, denn der Wecker sollte um 6 Uhr wieder klingeln für unseren letzten Tag auf Hokkaido.


→ Übersicht zur Hokkaido-Tour 2018

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