[Veranstaltung] Hino Shinsengumi Festival 2018

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In unserer Gegend finden nicht allzu oft größere Festivals statt. Doch durch Zufall bin ich Anfang Mai auf eine Veranstaltung aufmerksam geworden, die gar nicht so weit von uns entfernt ist: das Hino Shinsengumi Festival (ひの新選組まつり). Dieses fand am Wochenende des 12. und 13. Mai 2018 statt und da wir Zeit hatten, entschlossen wir uns hinzufahren.
Die Shinsengumi (新選組) werden oft als die letzten Samurai Japans bezeichnet. In der Bakumatsu Periode (1853-1868) dienten sie als spezielle Polizeieinheit, die vor allem in Kyoto vertreten war. Optisch sind sie vor allem durch ihre hellblau-weiße Uniformen bekannt sowie das Wappen mit dem Kanji für Treue (誠, makoto).

Takahada Fudo-son Tempel

Da die meisten Veranstaltungen des Hino Shinsengumi Festival bereits um die Mittagszeit stattfanden, machten wir uns gegen 9 Uhr auf den Weg. Mit der Tama Monorail ging es nach Takahatafudo. Dort befindet sich der Takahata Fudo-son Kongo-ji Tempel, der einer der Hauptorte für das Festival ist. Mit seinen über 1100 Jahren gehört er zu den ältesten Tempeln der Kanto-Region. Zudem ist er der Familientempel für Hijikata Toshizo, dem Viza-Kommandant der Shinsengumi und hat daher eine besondere Bedeutung.
Wir schauten uns auf dem Tempelgelände um und es ist wirklich recht groß. Es waren auch schon zahlreiche Leute dort, vor allem aber Teilnehmer für die kleine Parade, die ab 10:15 Uhr stattfinden sollte. Diese schauten wir uns natürlich an und ich war sehr froh, dass es nicht so überlaufen war. So konnten wir in Ruhe zusehen, wie die verschiedenen Gruppen ihre Runde drehten und vom Bahnhof durch die kleine Straße zum Tempel liefen. Dort verteilten sie sich für einzelne Perfomances, Wettbewerbe und zum Bento essen.
Ich hatte im Internet gelesen, dass man sich kostenlos in Yukata kleiden lassen kann und die Gelegenheit wollte ich natürlich nutzen, denn der Tempel ist wirklich eine tolle Photo Location. Am Stand versuchten uns die älteren Damen zu überzeugen, dass ich doch lieber anstatt des kostenlosen Yukata eines der Kimono-Sets nehmen sollte. Die waren natürlich günstiger als im Studio, aber lagen immer noch über 5.000 Yen und das Geld hatten wir für den Tag definitiv nicht eingeplant. Also Yukata!
Eine der Frauen brachte mich dann noch unten in einen Raum, der als Umkleide diente. Mein Mann musste oben warten. Die Frau gehörte aber zum English Conversation Club und sprach die ganze Zeit Englisch mit mir, auch wenn ich auf Japanisch antwortete. Ich durfte mir einen Yukata aussuchen, obwohl die Wahl nicht mehr all zu groß war. Ich konnte mich nur noch zwischen blau, gelb und grün entscheiden. Das Shinsengumi-Hellblau sowie Rot waren schon weg. Ich mag alle drei Farben nicht sonderlich, entschied mich aber für blau und das war wirklich gut so.
Beim Anziehen kam wie üblich das Problem mit meinen breiten Hüften auf, dass ich bei Yukata in den üblichen Größen immer habe. Es geht vorne halt nur knapp zu. Die zwei älteren Damen versuchten ihr bestes, waren aber auch leicht verzweifelt. Sie gingen anscheinend auch nicht davon aus, dass ich sie verstehen kann, sonst hätten sie untereinander wohl nicht getuschelt, dass es sehr girigiri ist. Aber ich fand es niedlich. Auf die zu kleinen Geta habe ich verzichtet und bin total stilunecht wieder in meine Turnschuhe geschlüpft.
Dann ging es auf Fototour und es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht. Mein Mann bestand auch darauf, dass ich mit ein paar der Shinsengumi ein Foto mache und so fragten wir eine Gruppe, ob sie dazu bereit wären. Später sprach uns auch ein Mann an, ob er denn ein Foto von uns beiden machen sollte. Dafür zog er sogar seine Shinsengumi Jacke aus und gab sie meinem Mann. Das war wirklich sehr nett.
Nach der Fototour hieß es wieder umziehen und langsam machten wir uns auf den Weg zum anderen Hauptort des Festivals. Mit dem Bus ging es zum Bahnhof Hino. Das dauerte aufgrund des Verkehrs länger als gedacht, aber zumindest konnten wir sitzen und uns so etwas ausruhen.

Innenstadt von Hino

In Hino war ich schon ein zwei-drei Mal zum Arbeiten im Kindergarten, habe aber vom Ort selbst nicht viel gesehen. Allzu viel gibt es dort aber auch nicht. Zum Hino Shinsengumi Festival war allerdings einiges los und viele Straßen für Autos gesperrt.
Da es bereits gegen 13:00 Uhr war, suchten wir uns etwas zu essen. Das Angebot war typisch für japanische Festivals, mit Okonomiyaki, Omusoba, Yakiniku und mehr. Auch die Hamburger sahen sehr lecker aus, aber da standen viele Leute an. Mein Mann kaufte sich einen japanischen Dönner. Ich entschied mich für Pommes mit Käsepulver. Da mein Mann noch nicht satt war, holte er dann noch Yakisoba.
Gegen 13:30 Uhr startete die große Parade. Wir fanden einen Platz an der Straße und setzten uns auf die Bordsteinkante. Es war zum Glück nicht so viel los wie bei den üblichen Festen in der Metropole, was ich sehr genossen habe. So konnte man super sehen und musste sich nicht durch die Massen drängeln.
Die Parade war sehr interessant. Erst kamen Kinder, dann Kinder mit Pferden, auch der Kendo-Club nahm an der Parade teil. Dann kamen die verschiedenen Erwachsenen-Gruppen, die auch performten und fleißig Ey-Ey-O! riefen. Auch eine Gruppe Ausländer waren dabei, wo ich auch deutsche Flaggen erkennen konnte. Insgesamt hat es sehr viel Spaß gemacht dabei zuzuschauen und ich habe jede Menge Fotos gemacht.
Leider begann es schon zu Beginn der Parade an leicht zu regnen. Mit der Zeit wurde es stärker und auch, wenn wir Regenschirme dabei hatten, entschieden wir uns dann Flucht zu ergreifen, weil es einfach nur noch unangenehm war bei dem Wetter.
Eigentlich hatte ich noch überlegt, dass Shinsengumi Museum zu besuchen, was wir dann aber doch nicht gemacht haben. Ein anderes Mal dann. Denn ich bin wirklich am Überlegen nächstes Jahr wieder zum Hino Shinsengumi Festival zu fahren – dann hoffentlich mit besserem Wetter.

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Offizielle englische Seite zum Festival
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