[Hokkaido] Tag 3 – Notsuke Halbinsel und Genghis Khan

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Hokkaido RyokanIch wurde von den ersten Lichtstrahlen durch die großen Fenster meines riesigen Zimmers geweckt. Es war gerade mal 6:20 Uhr und leider klingelte auch kurz darauf schon mein Wecker. Der Check-Out war für 8:55 Uhr angesetzt, doch vorher gab es noch einiges im Ryokan zu entdecken.


Mochi Schlagen

Um 7:40 Uhr sollte in der Lobby des Hotels das traditionale Reisschlagen, auf Japanisch Mochitsuki (餅つき) genannt, stattfinden, bei dem aus Reis Mochi hergestellt wird. Ich habe schon oft davon gehört, aber noch nie wirklich die Gelegenheit gehabt dabei zuzusehen. So verabredeten wir uns für halb 8 und gingen gemeinsam dorthin.

Als wir ankamen, waren die beiden jungen Herren schon im vollen Gange am Schlagen und Wenden. Leider hatte ich meine große Kamera nicht mitgenommen, denn mein Handy ist bei bewegten Bildern nicht so das Wahre. Wir schauten eine Weile zu und es war wirklich interessant. Vor allem das Timing von Schlagen und Wenden.

Dann wurde gefragt, wer es denn mal selbst ausprobieren möchte und das ließen wir uns natürlich nicht nehmen. Es hat Spaß gemacht, wurde nach den ersten Schlägen dann aber auch gleich anstrengend, wenn an nicht in der Übung war – und vor allem noch nicht gefrühstückt hatte. Die Mitarbeiter machten Fotos von uns und wir erhielten diese dann bei der Verabschiedung als kleines Geschenk. Zudem bekam auch jeder, der mitgemacht hat ein kleines Tuch vom Ryokan mit den niedlichen Eulen.

Das frische Mochi wurde natürlich gleich verarbeitet. Wir erhielten alle kleine Stücke, die in Matchapulver sowie Kinako gewälzt waren und das war wirklich lecker. Aus dem Rest wurden Ichigo Daifuku geformt. Es war so beeindruckend, wie schnell die gute Frau die Leckereien formte. Wir erhielten bei der Abfahrt jeder eins für unterwegs.


Frühstück mit kleinen Besonderheiten

Wir machten uns dann auf zum Frühstück in den großen Speisesaal. Von unseren Plätzen konnten wir nach draußen schauen, wie der kleine Fluss durch die verschneite Landschaft floss und genossen die Atmosphäre.

Das Buffet war riesig! Es gab sowohl westliches als auch japanisches Essen und man konnte sich kaum entscheiden was man essen soll. Vor allem habe ich mich aber über das Obst gefreut, weil das in Japan meist ziemlich teuer ist und ich so unter dem Entzug von Obst leide.

Als wir fast fertig waren, brachte eine Mitarbeiterin des Ryokan eine japanische Süßspeise: Shiruko (汁粉). Dabei handelt es sich um eine warme Suppe aus den roten Adzukibohnen zusammen mit Stücken aus dem frischen Mochi. Da ich das noch nie gegessen hatte, habe ich mich sehr gefreut. Es war zwar ziemlich süß, aber auch wirklich lecker.

Wir ließen uns recht lange Zeit beim Frühstück diesmal und unterhielten uns auch noch etwas mit unserer Dolmetscherin. So mussten wir uns dann beeilen, um unsere Koffer aus dem Zimmer zu holen. Zum Glück hatte ich aber alles schon soweit vorbereitet. Bei etwas unter minus 10 Grad ging es in unseren Bus und auf den Weg zu unserem letzten Ziel der Reise.


Notsuke Halbinsel mit viel Schnee und Tieren

Die Notsuke Halbinsel (野付半島) befindet sich an der Ostküste von Hokkaido in der Nähe von Shibetsu und formt einen Halbmond. Manche sagen auch, dass sie aussieht wie ein Shrimp. Unsere Busfahrt dorthin dauerte etwa anderthalb Stunden, in denen die meisten damit beschäftigt waren, ihre Fragebögen auszufüllen. Ich war froh, dass am Abend schon geschafft zu haben und genoss währenddessen den Blick aus dem Fenster über die vorbeiziehende Landschaft.

Kurz bevor es auf die Halbinsel ging, sammelten wir eine Rangerin auf, die uns alles zu dem Gebiete erklärte und zeigte. Eine wirklich nette Frau, die ihre Arbeit dort wirklich zu lieben scheint.

Zuerst ging es ins Notsuke Peninsula Nature Center (野付半島ネイチャーセンター). Dort erhielten wir eine Power Point Präsentation über die Insel – Geschichte, Ansichten zu den verschiedenen Jahreszeiten sowie das Tierreich.

Und dann ging es raus in den Schnee! Oder besser gesagt: auf’s Eis! Die Notsuke Bay ist im Winter fast komplett zugefroren und man kann von dort bis zum Festland laufen. Das sollte man aber nie alleine tun und nur zusammen mit einem der dortigen Ranger! Bei Eis weiß man ja nie, ob es dort mal bricht.

Wir liefen also ein ganzes Stück über das Eis und es war wirklich beeindruckend alles um sich herum in Weiß gehüllt zu sehen. Ein Highlight im Winter ist es hier Trick Fotografie zu machen und die Rangerin kannte sich da aus. Sie hatte ein paar Utensilien mitgebracht und gab uns die Möglichkeit ein paar lustige Fotos zu schließen. So tanzte ich nun auf einer Mandarine.

Natürlich wurden auch ein paar Fotos für den Veranstalter gemacht und das war bei mehreren Leuten echt eine kleine Herausforderung, hat aber auch Spaß gemacht.

Sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt zum Beginn der Halbinsel hielt uns die Rangerin über gesichtete Tier auf dem Laufenden. Teils hielt sogar der Bus extra an und wir könnten zum Fotografieren die Fenster öffnen. Sehr praktisch.

Und es gab auch einiges zu sehen! Erst einzeln oder in kleinen Gruppen, später als Herde sahen wir Sika-Hirsche und Rehe. Auch zwei rote Füchse rannten am Bus vorbei. Teilweise flogen Riesenseeadler über uns oder saßen auf Holzpfählen. Es war wirklich beeindruckend diese wildlebenden Tiere hier in Japan sehen zu können. Allein dafür hat sich der Besuch der Halbinsel gelohnt. Leider haben die Kraniche gefehlt.


Genghis Khan Mittagessen

Es ging weiter zum Mittagessen, wo wir ein Genghis Khan Restaurant besuchten. Genghis Khan (ジンギスカン, auch Jingisukan genannt) ist auf Hokkaido sehr beliebt und soll von den mongolischen Kriegern stammen. Auf einem Tischgrill wird dabei Fleisch (vorwiegend Hammel & Lamm) & Gemüse gebraten.

Wir hatten einen großen Tisch für uns, mehrere Grills und jede Menge essen. In der guten Stunde haben wir wirklich sehr viel probieren können und es war ein gelungener Abschluss für die dreitägige Reise im kalten Norden Japans. Zum Abschied machten wir sogar noch ein Foto mit den Mitarbeitern des Restaurants und diese wunken dann unserem Bus hinterher.


Zurück nach Tokyo

Unsere Reise neigte sich dem Ende. Bis zum Flughafen dauerte e nur noch wenige Minuten. Dort wurden unsere Tickets geholt und das Gepäck aufgegeben. Der Nemuro Nakashibetsu Airport ist recht klein und es fliegen bzw. landen dort täglich nur drei Maschinen nach Sapporo und eine nach Tokyo Haneda. Das Flugzeug aus Tokyo hatte Verspätung und somit verspätete sich auch unser Rückflug ein wenig. Wir nutzen die Zeit um schnell noch ein paar kleine Mitbringsel zu kaufen. Ich fand auch endlich die Hokkaido-Flasche von Coca Cola.

Die zwei Stunden Flug vergingen recht schnell. Ich füllte den Fragebogen zum letzen Tag noch aus und schlummerte auch noch einmal kurz ein. Mit dem Verlassen des Flugzeuges war auch unsere Reise zu Ende und alle gingen ihre Wege. Ich sammelte meinen Koffer in Ruhe auf, schaute mich noch ein wenig am Haneda-Flughafen um – eigentlich wollte ich KitKat Ruby kaufen, aber das dortige Set war mir zu teuer – und fuhr dann mit den Pendlern des Freitagabendverkehrs nach Hause.

Drei aufregende Tage waren vorbei und es hat ein wenig gedauert, bis ich alles realisieren konnte, was wir in der kurzen Zeit erlebt haben. Ich danke Tokyo Weekender sowie ANA Odyssey Japan vielmals für diese Möglichkeit.

Hokkaido

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→ Übersicht zur Hokkaido-Tour 2018

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