[Alltagsleben] Debüt im japanischen TV – Hinter den Kulissen

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Heute geht es weiter mit dem zweiten Teil zu unserem Debüt im japanischen TV. Im ersten Artikel habe ich euch ja erklärt, worum es in der Sendung geht. Heute schauen wir einmal hinter die Kulissen und wie es überhaupt zu unserem Auftritt kam.

Wie kommt man eigentlich ins japanische Fernsehen?

Ich bekomme auf meinem instagram Account immer die verschiedensten Arten von Anfragen. Darunter erst kürzlich die Frage, ob ich für Geld ein Foto von meiner Zunge verschicken würde, weil derjenige einen Fetisch dafür hat (wtf!). Mitte Oktober erhielt ich eine Anfrage vom TV-Sender TBS. Auf Japanisch natürlich, also musste mein Mann mit ran, aber er wäre auch so involviert gewesen.

Für die Sendung Amezipang (アメージパング) sucht TBS gerade nach Ausländerinnen mit japanischen Ehemännern, die an einer Art Quiz-Show teilnehmen wollten. Wir schauten uns daraufhin eine Folge der Darling ha dare? (ダーリンはダレ?) Reihe an. Hierbei mussten zwei Mitglieder der Musikgruppe V6 den drei japanischen Männern die drei ausländischen Frauen zuordnen und bekamen dafür Hinweise. Das Programm war sehr lustig und so sagten wir für ein Vorgespräch zu.

Die Vorbereitungen zur Sendung Anfang November fuhren wir abends nach der Arbeit nach Akasaka zum TBS TV Building. Die nette junge Frau, mit der wir geschrieben hatten, holte uns am Eingang ab, überreichte uns Tagespässe fürs Gebäude und brachte uns in einen Besprechungsraum, in dem wir auf die Produzentin warten sollten. Uns wurden einige Fragen gestellt, wie wir uns kennen gelernt haben, der Moment in dem wir uns verliebt haben, Problem mit dem anderen, etc.

Für mich war das aufgrund des Japanisch ziemlich schwierig und ich musste meinen Mann oft auf Englisch fragen. Vor allem “der Moment in dem ich mich in ihn verliebt habe” fiel mir sehr schwer, denn so einen richtigen Moment habe ich da nicht. Das kam alles mit der Zeit unserer langen Bekanntschaft (wir kennen uns nun schon über 10 Jahre!).

Vorbereitungen zur Sendung

Nach dem Interview standen wir weiter per LINE in Kontakt mit der Assistentin. Es wurde ein Termin ausgemacht, an dem ich alleine zuhause bin, um eine Szene über die Lieblingsdinge meines Mannes zu filmen. Obwohl ich ja regelmäßig für meinen YouTube-Kanal vor der Kamera stehe, war dies trotzdem eine ganz schöne Herausforderung. Die Kamera war riesig und ich sollte sie so halten, dass ich mich filme. Nach ein paar Durchgängen übernahm dann die Regisseurin die Kamera und sprach mir vor, was ich wann sagen sollte. Und auch da brauchte ich jede Menge Anläufe. Am Ende waren die Regisseurin und ihre Assistentin eine gute Stunde bei mir.

Die Aufnahme hat es allerdings nicht in die Sendung geschafft. Nachdem der erste Aufnahmetermin der Sendung im November abgesagt wurde, erhielten wir die Nachricht, dass die Sendung etwas anders aufgebaut werden sollte: keine drei japanischen Männer sondern nur einer. Mein Mann sollte nun also die Hauptrolle spielen.

Daraufhin stand noch ein Besuch der Regisseurin und ihrer Assistentin bei uns in der Wohnung an. Nun sollte mein Mann ein Filmchen über mich drehen – und ich so lange draußen vor der Haustür warten. Nicht nur, dass sich unsere Nachbarin wunderte, warum ich da alleine in Kälte vor der Wohnung rumstehe – nein, aus den “Das dauert nur 10 Minuten” ist fast eine halbe Stunde geworden bis sie mit mir Erbarmen hatten. Fertig waren sie zwar noch nicht, aber ich durfte mich während sie im Schlafzimmer drehten (das hört sich verrucht an) im Wohnzimmer aufwärmen.

Üben! Üben! Üben!

Fünf Tage vor der Aufzeichnung der Sendung erhielten wir das Drehbuch. Dort war ein ungefährer Ablauf wiedergegeben und was wir sagen sollen. Mein Abschnitt mit der Kennenlerngeschichte war länger als erwartet und enthielt einige Worte, die neu für mich waren. Ich verbrachte vor allem am Vorabend also viel Zeit mit Lernen. Und meine größte Angst war eigentlich nur, dass ich das mit dem Japanisch nicht auf die Reihe bekomme.

Der Tag im TV-Studio

Unser Tag mit der Aufnahme begann früh. Da wir gegen 8 Uhr im Studio sein sollten und wir knapp zwei Stunden nach Akasaka im morgendlichen Berufsverkehr brauchten, klingelte der Wecker als um 5:00 Uhr. Frühstücken fiel für mich um die Uhrzeit natürlich aus.

Als wir am TBS TV Building ankamen, meldeten wir uns bei der Assistentin, bekamen unsere Tagespässe und wurden in einen großen Raum verbracht, wo wir die meiste Zeit verbringen sollten. Zum Glück hatten wir auch noch etwas Zeit bis es los ging, so konnten wir erstmal unsere Sandwich essen und die anderen beiden ausländischen Frauen kennenlernen. Mit der Regisseurin haben wir das Drehbuch nochmal durchgesprochen, vor allem die Aktionen mit dem Boxen und das Aishiteru yo Game.

Um 9:00 Uhr ging es dann das erste Mal ins Studio zur Probe. Anstatt den echten V6-Membern waren zwei Statisten anwesend. Wir spielten die Sendung also einmal durch und die Statisten haben an unserer Art sofort erkannt, dass Aki und ich zusammen gehören. Da mussten wir in der Pause dann noch etwas dran arbeiten. Auch habe ich meinen Text nicht so ganz auf die Reihe bekommen – mich mehrmals versprochen und nach Worten gesucht. Das machte mich umso nervöser für die eigentliche Aufnahme später.

Wir hatten bei der Probe etwa eine Stunde im blauen Raum. Es wurde geklärt, wo wir bei den Aktionen stehen sollten, wo wir bei den kleinen Video-Einblendungen hinschauen sollten usw. Dann ging es durch die vielen Gänge wieder zurück in unseren großen Raum, wo wir nun bis zur richtigen Aufnahme um 13:30 Uhr Zeit hatten. Auf den Tischen standen Bento bereit, die wir als Mittagessen essen konnte. Ich habe allerdings nicht viel runter bekommen – einerseits war ich total nervös und andererseits mochte ich auch viele daraus nicht. Mein Mann hat sich gefreut: er hat meine Reste bekommen.

Zwischenzeitlich kam die Regisseurin noch einmal zu uns und wir übten vor allem die Box- und die Aishiteru-Szenen noch einmal. Und wurde noch einmal erklärt, wie wir am besten ein Pokerface zeigen usw.

Auch wurde die Auswahl an Klamotten noch einmal geändert. Ich hatte eigentlich eines meiner Axes Femme Kleider angezogen, doch die Regisseurin wollte etwas anderes. Sie hatten mich zwar ein paar Tage zuvor nach meinen Maßen gefragt und wollten selbst etwas vorbereiten, doch die waren anscheinend so unpassend *lach*, dass sie mich gebeten hatten selbst noch 2~3 andere Outfits mitzubringen. Am Ende wurden es ein Rock mit weißer Bluse.

Etwa eine Stunde vor Aufnahme kam auch eine Frau, die sich um unser Make Up und die Haare kümmern sollte. Ich trage ja meist nicht sehr viel Make Up und war echt erstaunt, was sie alles rausgeholt hat. Wie immer hagelte es dabei auch wieder sehr viele positive Kommentare wegen meinen tollen Haaren, der hellen Haut, den hübschen Augen… Gottchen, das ist einem schon fast peinlich!

Dann war es endlich soweit! Mit der Assistentin ging es wieder nach unten ins TV Studio, wo wir noch ein wenig auf V6 warten mussten. Eine Aufgabe für mich war: Fernhalten von meinem Mann, damit sie es nicht gleich hinter den Kulissen sehen.

Die Aufnahme an sich hat etwa eine Stunde gedauert und wir hatten sehr viel Spaß. Miyake ist ein richtiger Spaßvogel mit sehr viel Charm und hat uns immer wieder zum Lachen gebracht. Schade, dass von den 60 Minuten am Ende nur ca. 25 Minuten im TV gelandet sind.

Ich konnte dieses Mal meinen gelernten Text recht flüssig sagen, nur passierte das, wovor ich Angst hatte: V6 stellten mir eine Frage und ich habe sie nicht verstanden. Zum Glück hatten wir vorher abgesprochen, dass mir die anderen beiden in so eine Situation weiter helfen sollten. Am Ende hat man dies im TV auch nicht gesehen. Es wurde allgemein sehr viel geschnitten an Gesprächen, die wir u.a. bei den Verlieben-Geschichten und auch nach dem VTR-Video unserer Wohnung geführt haben. Das finde ich ein wenig schade, aber so haben wir ein paar besondere Erinnerung für uns, die nicht jeder kennt.

Die Aufnahme war ziemlich schnell vorbei. In so einer Situation rennt die Zeit wirklich sehr schnell und man bekommt es gar nicht mit. Nachdem die eigentliche Aufnahme abgeschlossen war, verabschiedeten sich V6 und es wurden noch einmal ein paar Nah- und Schwenkaufnahmen von uns Gästen gemacht, die später zwischendurch an passenden Stellen eingeblendet werden sollten.

Für mich war es sehr interessant, die Arbeit hinter den Kulissen mitzuerleben. Die vielen Kameras, Lichter und Kabel. Die ganze Technik im Nebenraum und wie viele Menschen doch am Set rumwuseln. Alles wirklich sehr beeindruckend, allerdings würden mich die langen Arbeitszeiten an solchen Tagen doch sehr abschrecken. Wenn ich allein gesehen habe, zu welchen Zeiten uns die Assistentin noch Nachrichten geschrieben hat… Das ist schon fast eine 24-Stunden-Job.

Am Ende wurden wir wieder hoch in den großen Raum gebracht, wo wir unsere Sachen holen konnten und dann gegen 15:10 Uhr das TBS-Building verließen. Für meinen Mann war der anstrengende Tag damit beendet. Ich hatte noch das L’ArChristmas-Konzert von L’Arc~en~Ciel im Tokyo Dome vor mir, was einen perfekten Abschluss für den spannenden Tag brachte.

Kleines Gruppenfoto als Erinnerung! ♥

Debüt im japanischen Fernsehen

Wir haben eine Weile überlegt, ob wir die Sendung live im TV schauen, weil sie schließlich wirklich spät in der Nacht läuft. Am Ende bin ich aber doch aufgeblieben – sein Debüt im japanischen TV kann man sich ja nicht entgehen lassen!

Es war ein echt eigenartiges Gefühl, sich selbst im TV zu sehen – vor allem, weil man ja nur die Situation im Studio kennt und nicht wusste, wie es am Ende wirklich geschnitten aussieht mit allen Sachen, die sie dann zusätzlich eingeblendet haben und allem drum und dran. Das zuschauen hat wirklich sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich darauf, es bald zusammen mit meiner Schwiegermama zu schauen, denn diese hat die Sendung selbst noch nicht gesehen.

Allzu viel werde ich jetzt nicht nochmal ausholen, da ich euch die Sendung im ersten Teil ja schon erklärt habe. Wie bereits gesagt, war es für mich und meinen Mann eine sehr spannende Erfahrung und ich würde nicht nein sagen, wenn ich noch einmal so ein Angebot bekomme – allerdings muss ich dafür dringend an meinem Japanisch arbeiten…


Ich hoffe, die kleine zweiteilige Artikel-Serie zu unserem Debüt im japanischen TV hat euch gefallen. In letzter Zeit komme ich leider nicht mehr sehr regelmäßig zum Schreiben, obwohl ich sooooo viele Themen hätte… Einige habe ich inzwischen schon wieder von der To-Do-Liste gestrichen, weil sie schon so lange zurück liegen.

Wenn ihr mit meinem Leben in Japan auf dem Laufenden bleiben möchtet, folgt mir doch auf Twitter oder Instagram. Dort poste ich eigentlich täglich. Zudem gibt es jede Woche Freitag ein neues Video auf meinem Youtube-Kanal (^w^)~

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