Highlights of Kansai – Teil 2: Wakayama & Hyogo | Pressereise

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Im Januar 2020 wurde ich auf eine Pressereise in die Kansai-Region eingeladen, um diese Gegend von Japan besser kennen zu lernen und neue Orte zu entdecken. Auf meinem Blog möchte ich euch in zwei Artikeln mitnehmen auf diese Reise und euch meine Erlebnisse weitergeben und euch vielleicht auch ein paar Ideen für eure eigene Reise nach Japan geben. Hier starten wir mit dem zweiten Teil der Artikel-Reihe über die Präfekturen Wakayama und Hyogo. Den ersten Teil über die Präfektur Osaka findet ihr hier.

Hinweis: Für diesen Artikel wurde ich auf eine Pressereise eingeladen.
Es handelt sich daher um bezahlte Werbung.

Koyasan – Ein Highlight von Wakayama

Die Präfektur Wakayama hat natürlich viele sehenswerte Orte zu bieten. Unsere Pressereise führte uns zu einem ganz besonderen davon: Koyasan (高野山). Auf dem Berg befindet sich das Zentrum des Shingon Buddhismus, einer wichtigen buddhistischen Sekte, die im Jahr 805 durch Kobo Daishi nach Japan gebracht wurde.

Aufgrund dessen befinden sich im dem kleinen Ort auf dem Berg über 100 größere und kleinere Tempelanlagen. Die drei bedeutendsten haben wir besucht und möchte ich euch hier kurz vorstellen.

Okunoin Friedhof

Der Okunoin (奥の院) gilt als heiligster Ort von Koyasan. Mit der Ichinohashi Brücke beginnt ein zwei Kilometer langer Weg, der von mehr als 200.000 Gräbern gesäumt ist. Diese gehören zu Menschen aller Klassen – gewöhnlichen Stadtbewohnern bis hin zu Shogunen, bekannten Schriftstellern und Schauspielern sowie Firmengründern. Zusammen mit den Jahrhunderte alten Zederbäumen hat der Weg vor allem im Nebel oder mit Schnee etwas mystisches an sich.

Ziel des Okunoin ist das Mausolem von Kobo Daishi (弘法大師御廟), welches nach seinem Tod von seinen Schülern errichtet wurde. Dieses wird durch die Gobyo no Hashi Brücke getrennt, welche den Übergang zum höchsten Heiligtum darstellt. Dort soll man den höchsten Respekt zollen, weshalb Fotografieren sowie die Zunahme von Lebensmittel dort verboten sind. Die Grabstätte an sich dürfen normale Sterbliche natürlich auch nicht betreten. So heißt es u.a. dass Kobo Daishi immer noch meditierend darin verweilen soll. Gedenken kann man in der Laternenhalle (燈籠堂, Toro-do Hall) direkt vor dem Mausoleum.

Kongobu-ji Tempel

Der Kongobu-ji (金剛峯寺) ist der Haupttempel unter mehr als weltweit 4.000 Tempeln der buddhistischen Shingon Sekte. Der Tempel wurde ursprünglich 1593 durch Hideyoshi Toyotomi erbaut. Der Eintritt kostet 500 Yen, wofür man viel zu sehen bekommt. Eine Besonderheit des Tempels sind die zahlreichen eleganten Bilder auf den Schiebetüren, die Geschichten erzählen und jahreszeitlich wechseln. Dazu gehört auch der Raum, in dem Hidetsugu Toyotomi durch seinen Onkel Hideyoshi zum Selbstmord gezwungen wurde.

Lange Korridore führen durch den Tempelkomplex. Entlang an einem wunderschönen Steingarten, dessen Steine aus Shikoku, wo Kobo Daishi geboren wurde, ein Drachenpaar wiederspiegeln sollen. Es gibt eine große Aufenthaltshalle mit Tatamimatten, in der man Tee zu sich nehmen kann, sowie eine große historische Küche.

Danjo Garan

Danjo Garan (壇上伽藍) ist ein Tempel-Komplex, der bereits durch Kobo Daishi erbaut wurden ist und somit auf eine lange Geschichte zurückblickt. Vieles wurde im Laufe der Zeit mehrfach verstört, weshalb die meisten Gebäude auf einen Wiederaufbau im 20. Jahrhundert zurückschauen.

Zwei der Gebäude sind dabei von besonderer Bedeutung. Zum einen ist das die Kondo Halle, welche als Haupthalle für wichtige Zeremonien verwendet wird. Im Inneren befindet sich eine Statue von Yakushi Nyorai, einer wichtigen Gottheit für Medizin und Heilung.

Zum anderen sticht natürlich die zinnoberrot leuchtende Konpon Daito Pagode mit ihren gut 45 Metern hervor. Darin wird die Statue des Dainichi Nyorai, dem zentralen Buddha des Shingon Buddhismus, aufbewahrt sowie weitere Statuen und Säulen- und Wandgemälde, welche alle zusammen ein dreidimensionales Mandala bilden.

Übernachtung in einem Tempel

Koyasan gehört zu den besten Orten, um einmal in einem Tempel zu übernachten, denn etwa die Hälfte der Tempelanlagen bieten das sogenannten Shukubo (宿坊), Temple Lodging, an. Dabei übernachtet man in einem traditionellen Tatami-Zimmer, welches meist recht einfach eingerichtet ist, und benutzt die Baderäume im japanischen Stil, welche auch von den Mönchen genutzt werden. Ein Highlight ist die vegetarische Küche der Tempel, die komplett auf Fleisch und Fisch verzichtet und meist Tofu und saisonale Gemüse heranzieht.

Im Tempel hat man zudem die Möglichkeit unter Anleitung der Mönche an besonderen Erfahrungen teilzunehmen. Dazu gehört das Schreiben von Sutras (für Ausländer auch das Nachmalen von Bildern) mit Pinseln oder der morgendliche Gottesdienst, bei dem in aller Frühe Sutras rezitiert werden. Wir haben all das im Henjo Sonin (遍照尊院) erleben dürfen.

Zu dieser besonderen Erfahrung wird es in Zukunft noch einen ausführlicheren Blogartikel geben.

Webseiten zu Koyasan:
Offizielle Webseite
Übernachtung im Henjo Sonin


Kobe – Nicht nur Rind und Hafen

Die Stadt Kobe (神戸) ist der Verwaltungssitz der Präfektur Hyogo. Vor allem aber als Hafenstadt ist sie bekannt, durch die viele Ausländer nach Japan kamen und sich dort ansiedelten. Das große Hanshin-Erdbeben 1995 hat auch Kobe schwer getroffen, weshalb jedes Jahr im Dezember das große Lichterfest Luminarie stattfindet. Wir haben uns bei unserer Reise ein paar weniger bekannte Attraktionen angeschaut.

Hakutsuru Sake Brauerei Museum

Der Nada Distrikt in Kobe ist bekannt für Sake und so gibt es dort verschiedene Brauereien, die auch für Touristen & Interessenten ihre Türen geöffnet haben. Eine davon ist die Hakutsuru Brauerei (白鶴酒造), die in einem alten Brauereigebäude eine kostenlose Ausstellung gestartet hat. Unter den Exponaten sind lebensgroße Figuren und Handwerksgeräte, um den Prozess der Sake-Herstellung bildlich zu erklären. Zudem gibt es kleine Filme, auch in Englisch, bei den verschiedenen Stationen.

Neben der Ausstellung kann man vor Ort natürlich auch eine Verkostung verschiedener Sake-Sorten machen, im Shop einkaufen und sogar Sake-Softcreme essen.

Webseite: Hakutsuru Sake Brewery Museum

Takenaka Carpentry Tools Museum

Ein weiteres interessantes Museum der Stadt ist das Takenaka Carpentry Tools Museum (竹中大工道具館), wo sich alles um Werkzeuge für traditionelles Handwerk dreht. Hört sich anfangs nicht sehr spannend an, aber das moderne Museum hat vor allem auch viel zum Anfassen zu bieten. Insgesamt ist die permanente Ausstellung in sieben Bereiche geteilt. Diese nehmen einen mit in die geschichtliche Entwicklung der Handwerksgeräte und zeigen eine Ausstellung von heutigen Stücken aus Japan und der ganzen Welt.

In der Ausstellung sieht man typische japanische Techniken der Arbeit mit Holz, z.B. beim Bau eines Tempels oder traditionellen japanischen Zimmern. Man kann in Filmen verschiedene Verarbeitungstechniken sehen und die Unterschiede erfüllen. Sehr interessant ist auch der Bereich zum Thema Holz, in dem Besucher die verschiedenen Baumarten nicht nur anfassen sondern auch riechen können.

Das Museum befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Shin-Kobe Bahnhof. Der Eintritt kostet 500 Yen für Erwachsene. Neben der permanenten Ausstellung gibt es zudem immer wieder wechselnde Ausstellung sowie Workshops.

Webseite: Takenaka Carpentry Tools Museum

Soshuen

The Garden Place Soshuen ist ein Ort, an dem Menschen aus der ganzen Welt zusammen kommen. So spiegelt es sich auch in der Geschichte des Gebäudes in Kobes Mikage Distrikt wieder. 1934 wurde das Anwesen als Residenz einer früheren Handelsgruppe errichtet. Die Bauart im japanischen Stil mit drei Etagen war zu dieser Zeit sehr ungewöhnlich. Nach dem zweiten Weltkrieg ging das Anwesend in den Besitz eines chinesischen Händlers über. Dieser eröffnete dort ein Restaurant und gab dem Komplex seinen heutigen Namen Soshuen, abgeleitet vom chinesischen Suzhou, dem “Himmel auf Erden”.

Mit der Zeit ist das Soshuen ein einzigartiger Ort geworden, im ostasiatischen Stil und mit einem großen Garten mit mehr als 500 Bäumen und Blumen. Darin befinden sich Restaurants & Cafés im eleganten Stil sowie mehrere Räumlichkeiten für Parties und Banquets – vor allem für Hochzeitsfeiern sehr beliebt.

Webseite: Soshuen

Arima Onsen

Arima Onsen (有馬温泉) gehört mit über 1.300 Jahren Geschichte zu den ältesten Onsenorten Japans und liegt nicht allzu weit von Kobes Innenstadt entfernt. Besonders bekannt ist der Ort für seine zwei Arten von Quellwasser, welche Kinsen (“goldenes Wasser”) und Ginsen (“silbernes Wasser”) genannt werden. Diese enthalten besondere Mineralien und Säuren und sollen positive Wirkungen auf den Körper haben.

Der kleine Ort lädt neben dem Onsenbesuch auch zu einem Spaziergang entlang des Flusses und durch die schmalen Straßen mit vielen verschiedenen kleinen Geschäften ein.

Wir verbrachten die Nacht im Ryokan Gekkoen Kourokan (旅館 月光園 鴻朧館), einem schicken Hotel im japanischen Stil. Zimmer gibt es sowohl im japanischen (Futon) als auch im westlichen Stil (Bett) und man kann die verschiedenen Bäder mit Wasser aus den heißen Quellen nutzen. Zudem bietet das Ryokan auch drei private Onsen an.

Auch das Essen im Ryokan ist etwas Besonderes. Beim abendlichen Kaiseki gibt es zahlreiche Gänge mit verschiedenen traditionellen und saisonalen Speisen, darunter u.a. auch Kobe Rind. Beim Frühstück kann man zwischen japanisch und westlich wählen.

Webseiten zu Arima Onsen:
Visit Arima Onsen
Ryokan Gekkoen

Kobe Rind im Wakkoqu

Wenn man in Kobe ist, darf man natürlich eins nicht verpassen: das sagenumwobene Kobe Rind! Wir haben dafür ein Restaurant in unmittelbarer Nähe zum Shin-Kobe Shinkansen-Bahnhof besucht. Dort gab es für uns ein Menü mit 200g des teuren Rindfleisches. Alles wurde auf einer heißen Platte direkt am Tisch von einem Koch gebraten. Dieser hat auch ausführlich unsere Fragen zum Thema Kobe Rind beantwortet.

Und was soll ich sagen: es war einfach unglaublich lecker!

Webseite: Wakkoqu


Himeji – Die weiße Schönheit

Die Stadt Himeji (姫路) befindet sich ebenfalls in der Präfektur Hyogo und ist mit dem Shinkansen nur 15~20 Minuten von Kobe entfernt. Das bekannteste Highlight der Stadt ist natürlich die Burg, doch in Himeji gibt es noch mehr zu entdecken.

Die Burg Himeji

Die Burg Himeji (姫路城) schaut auf eine lange Geschichte zurück, denn sie wurde bereits vor 400 Jahren errichtet – und die meisten Strukturen des Burgkomplexes sind auch noch aus dieser Zeit erhalten. Sie unterlief in den vergangenen Jahren einer großen Restaurierung und erstrahlt seit ihrer Wiedereröffnung 2015 in einem neuen Weiß.

Das Gelände der Burg ist sehr groß und es gibt dort viele Strukturen zu sehen. Hauptaugenmerk ist aber für die Meisten die Burg selbst, in der man über steile Treppe nach oben Klettern kann und dann einen tollen Ausblick über die Stadt hat. Vor allem zur Kirschblütenzeit ist ein Besuch des Burggartens sehr beliebt.

Webseite: Himeji Castle

Kokoen Garden

Westlich der Burg befindet sich die 3,5 Hektar große Gartenanlage Kokoen (好古園), welche 1992 eröffnet wurde. Sie beinhaltet eine frühere Daimyo-Residenz sowie neun Gärten in verschiedenen Stilen und ein Teehaus. Die Residenz wird als Restaurant Kaissui-ken genutzt, in dem Besucher bei Anagodon, Soba und Tempura den Blick auf den Residenzgarten genießen können.

Durch die verschiedenen Gärten lohnt sich der Besuch des Kokoen zu den verschiedensten Jahreszeiten, denn es gibt immer etwas zu sehen egal ob Teegarten, Bambusgarten, Kieferngarten, Blumengarten und mehr.

Webseite: Kokoen Garden

Kimono Verleih Jokamachi Style

Für besondere Erinnerungen an die Reise nach Himeji bietet es sich an vor den einzigartigen Kulissen im Kimono zu posen. Verschiedene Kimono-Verleihe geben Besuchern hierfür die Möglichkeit. Wir haben uns im Jokamachi Style (城下町Style) einkleiden lassen, die eine große Auswahl an Farben und Mustern für Kimono haben.

Neben der Burg und der Gartenanlage befinden sich in der Nähe auch noch der Harima-no-Kuni Sosha und der Itate-Hyouzu Schrein, bei denen man im Kimono schöne Fotos machen kann. Wir hatten sogar das Glück, dass die Laternen von den Neujahrsfeierlichkeiten noch hingen.

Webseite: Jokamachi Style

Japan Toy Museum

Etwas abseits von der Innenstadt liegt das Japan Toy Museum in einer eher ländlichen Gegend. Die Geschichte geht bereits zurück bis in die 1970er Jahre, wo der damalige Besitzer das Inoue Local Toy Museum mit seiner privaten Sammlung eröffnete. Mit der Zeit ist es gewachsen und besteht heute aus sechs Gebäuden und insgesamt 90.000 Ausstellungsstücken. Diese stammen nicht nur aus ganz Japan – unterteilt in verschiedene Regionen und Zeiten -, sondern auch aus über 160 Ländern der ganzen Welt.

Neben den permanenten Ausstellungen finden auch hier immer wieder spezielle Ausstellungen statt, u.a. zu Weihnachten, dem Puppenfest, dem Kinderfest und mehr. In einem Bereich des Museums kann man sogar selbst japanisches Spielzeug ausprobieren und im Shop Spielzeuge kaufen.

Webseite: Japan Toy Museum


Das war der zweite und letzte Teil meines Berichtes zur Kansai Pressereise. Es war eine spannende Reise, in der ich viele Erlebnisse zum ersten Mal machen und einige Orte neu kennen lernen durfte. Ich bedanke mich, für die Einladung zu dieser Reise.

Zudem hoffe ich natürlich, dass ihr für eure eigene Reise ein paar neue Impressionen erhalten und neue Ziele finden konntet.

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