Mehr als nur Matcha – Tokyo Grand Tea Ceremony 2019 | Event

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Seit 2008 findet in Tokyo jährlich ein Event statt, um die doch recht traditionelle Teezeremonie interessierten Japanern aber vor allem auch ausländischen Gästen näher zu bringen – die Tokyo Grand Tea Ceremony oder auf Japanisch Tokyo Daichakai (東京大茶会). Auch dieses Jahr waren wir wieder bei der Veranstaltung und ich möchte euch hier von unserem Besuch im Hama-Rikyu Garden berichten.

Teezeremonien 2019

Dieses Jahr haben wir an zwei Zeremonien der Tokyo Grand Tea Ceremony teilgenommen. Insgesamt wurden fünf verschiedene Varianten angeboten.

Teezeremonie auf Englisch

Wir starteten mit der Teezeremonie auf Englisch. Das Ticket hierfür kostet 300 Yen und die Zeremonie findet unter freiem Himmel statt – oder unter durchsichtigen Zelten, weil es am Tag zuvor geregnet hatte. Auf Bänken sitzend kann man die Teemeisterin beobachten, wie sie zwei Schalen Matcha für die ersten beiden Gäste zubereitet. Die anderen Gäste erhalten ihren grünen Tee frisch zubereitet aus dem Zelt im Hintergrund, weil es sonst zu lang dauern würde.

Währenddessen gibt es dazu Erklärungen auf Japanisch mit anschließender englischer Übersetzung. Die englische Sprecherin hatte eine sehr angenehme Stimme und ich kannte sie bereits vom Vorjahr.

In der Zwischenzeit werden Wagashi, traditionelle japanische Süßigkeiten serviert und man kann diese essen bevor man seinen Tee erhält. Dieses Jahr war der Mond das Symbol der Süßigkeit.

Das Wagashi war lecker, genau so wie der Tee, der uns im Anschluss gereicht wurde. Ich hatte eine wunderschöne Schale mit herbstlichem Motiv. Die ganze Zeremonie war für mich sehr entspannend und etwas, was ich immer gern wieder mache.

Förmliche In-Door-Zeremonie

Bereits mehrere Wochen vor der Tokyo Grand Tea Ceremony muss man sich anmelden, wenn man an einer der besonderen In-Door-Zeremonien teilnehmen möchte. Ich hatte uns zwei Tickets für den Sonntagnachmittag gesichert. Diese kosten 700 Yen pro Person und müssen rechtzeitig vorher am Ticketstand abgeholt werden, denn die Schlange der Leute, die darauf hoffen einen Nachrückerplatz zu bekommen, ist meist recht lang.

Wir hatten Tickets für die Zeremonie um 15:00 Uhr im Hobai-Tei. Kurz vorher wurden wir vom Wartebereich in den Tatami-Raum des japanischen Hauses geführt, wo wir uns entlang der Wände setzten, damit alle einen guten Blick auf die Teemeisterin hatten.

Da es eine formelle Zeremonie war, saßen alle im Seiza – am Anfang schön und gut, doch nach etwa 10 Minuten waren meine Unterschenkel so tot, dass ich meine Zehen nicht mehr bewegen konnte. Es dauerte auch nach Ende der Zeremonie ein paar Minuten bis ich wieder was in den Beinen spürte. Ans Aufstehen war gar nicht zu denken…

Während der Zeremonie gab es wieder zahlreiche Erklärungen – dieses Mal aber nur auf Japanisch. Für die ersten zwei Gäste wurde der Matcha vor allen zubereitet. Wir anderen erhielten ihn wieder aus dem Hintergrund. Vorher gab es auch hier wieder leckeres Wagashi.

Kulturelle Erlebnisse der Tokyo Grand Tea Ceremony

Vor allem im Hama-Rikyu gibt es bei der Tokyo Grand Tea Ceremony neben den eigentlichen Teezeremonien noch einiges anderes zu erleben. Für ausländische Gäste gibt es extra Zelte, wo man Kimono anprobieren, an einem Ikebana-Workshop teilnehmen oder Essstäbchen herstellen kann. An den beiden ersten Sachen haben wir im Vorjahr teilgenommen (Bericht hier).

Dieses Jahr hatten wir uns für die Japanese Craft Workshops entschieden, die für alle offen waren. Für 500 Yen konnte man eine hübsche Blume fürs Haar basteln oder ein Herbarium zusammenstellen. Wir haben uns für das Herbarium entschieden und es hat sehr viel Spaß gemacht. Zudem ist es ein tolles Deko-Stück für die Wohnung oder eine Geschenk-Idee.

Auch auf der Bühne gab es einiges an Programm. Wir haben uns den Auftritt von Shamisen und Beat-Boxing angeschaut und das war schon eine einzigartige Kombination. In meinem Video zur Tokyo Grand Tea Ceremony könnt ihr reinhören.

Der Hama-Rikyu Garden

Der Hama-Rikyu (浜離宮) ist ein weitläufiger Landschaftsgarten, der einiges zu bieten hat. Neben Teichen mit Meereswasser gibt es dort auch verschiedene Gebäude zu sehen. Eines davon ist ein Teehaus, dass von Wasser umgeben ist. Der Garten bietet vor allem eine grüne Oase in mitten der zahlreichen Hochhäuser, welche auch eine besondere Kulisse für Fotos bilden.

Die Geschichte des Gartens reicht zurück bis ins 17. Jahrhundert. 1946 wurde der Park der Stadt Tokyo übertragen, die ihn dann weitgehend restaurierte. 

Die Tokyo Grand Tea Ceremony hat mir auch dieses Jahr wieder sehr gefallen. Ich kann sie jedem nur empfehlen, der in diesem Bereich Interesse hat. Und allzu teuer ist es dort auch nicht für diese besondere Erfahrung. Ich werde wahrscheinlich auch im kommende Jahr wieder dabei sein.

Wenn ihr Lust habt, dann gibt es unseren Besuch im Hama-Rikyu auf meinem Youtube-Kanal nochmal in bewegten Bildern. Schaut gern rein.


Mehr zum Thema?
→ Offizielle Webseite zum Event
→ Bericht zu meinem Besuch 2018

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