[Konzert] Rocken in die Reiwa Ära – MUCC im Nakano Sunplaza

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Mein erster Artikel in der neuen Kaiser-Ära, also sage ich mal WILLKOMMEN IN REIWA! (Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr hier.) Und wie kann man eine neue Kaiser-Epoche besser begrüßen als mit einem Konzert seiner Lieblingsband? MUCC haben es möglich gemacht.

Eigentlich war ich etwas traurig, dass ich wegen meiner Deutschlandreise die Broken Piano Tour von MUCC in Tokyo verpasst habe, denn ich mag das Album wirklich sehr. Umso schneller stand fest, dass ich zum Special Live am 1. Mai im Nakano Sunplaza gehen wollte, denn neben dem Willkommenheißen der neuen Ära war auch “Kowareta Piano to Living Dead” im Titel enthalten.

Ein Ticket habe ich zum Glück bekommen. Dieses Mal handelte es sich um Smartphone-Tickets, was einerseits recht praktisch ist, andererseits hatte ich aber auch 30 Minuten zu tun, bis ich das Ticket mit der Anleitung auf Japanisch auf meinem Handy hatte. Mein Sitzplatz war mal wieder ganz weit weg von der Bühne – vorletzte Reihe in der unteren Etage, ganz außen rechts. Dadurch hatte ich allerdings auch Platz, weil ich im Gang stehen konnte. Und da das Nakano Sunplaza gut aufgebaut ist mit einer Erhöhung nach Hinten, hatte ich trotzdem eine tolle Sicht.

Am Tag des Konzertes hat es mal wieder geregnet und ich war ganz froh, dass ich so zeitig da war, dass ich gerade so noch einen Platz unterm Dach beim Anstehen bekommen hatte. Der Einlass hat nämlich auf sich warten lassen. 10 Minuten nach eigentlichem Beginn durften wir zumindest im Foyer auf der Treppe anstehen (damit vermutlich die restlichen Wartenden hinter uns nachrutschen konnten). Mit 25 Minuten Verspätung begann dann der Einlass endlich.

Hinter der Ticketkontrolle befand sich gleich der Goods-Stand, wo ich ein paar Sachen einkaufte. Auch Plakate für den Birthday Circuit hingen aus, die alle gleich fotografierten. Und natürlich gab es auch die üblichen Blumenbuketts.

Wie der Einlass ließ dann auch der Beginn des Konzertes auf sich warten. Aber davon bin ich schon ausgegangen, als gegen 18 Uhr immer noch alle am Strömen zu ihren Sitzen waren. 18:23 Uhr gingen aber dann doch die Lichter aus und als Intro ertönte Kowareta Piano, welches auch das Album einleitet. Nach und nach kamen alle einzeln auf die Bühne und stimmten mit ein.

Setlist: MUCC im Nakano Sunplaza am 1. Mai 2019

1. 壊れたピアノ (Kowareta Piano)
2. サイコ (PSYCHO)
3. KILLER
4. アイリス (IRIS)
5. 娼婦 (Shoufu)
6. ヴァンパイア (Vampire)
7. TIMER
8. レクイエム (Requiem)
9. 自己嫌悪 (Jikoken’o)
10. ファズ (FUZZ)
11. 秘密 (Himitsu)
12. In the Shadows
13. 積想 (Sekisou)
14. Instrumental -Mondscheinsonate-
15. 雨のオーケストラ(Ame no Orchestra)
16. 百合と翼 (Yuri to Tsubasa)
17. 脈拍 (Myakuhaku)
18. フライト (Flight)
19. Mr. Liar
20. カウントダウン (Countdown)
21. Living Dead

Encore 1
22. 蘭鋳 (Ranchuu)
23. ハイデ (Heide)
24. 生と死と君

Encore 2
25. 大嫌い (Daikirai)

Mit PSYCHO gab es dann gleich einen starken Einstieg in den Abend. Im Hintergrund der Bühne wurde eine Illustration aus dem Broken Piano Booklet gezeigt. Auf der Bühne gab es links und rechts einen Galgen, auf dem zwei der Violisten meist standen. Vier weitere saßen auf einer Anhöhung hinter dem Schlagzeug.

Es ging rockig weiter und das Konzert hat somit gleich von Beginn sehr viel Spaß gemacht. Zu Vampire wurde eine durchsichtige Leinwand herunter gefahren und darauf eine Video mit einer Geistervilla projektiert. Tatsuro, Miya und Yukka spielten davor. Während des Song sah man die Untoten Tanzen und wurde durch die Villa zum Geister-Piano geführt.

Die Leinwand blieb eine Weile dort. Zu Timer wurde das das Fenster der Villa eingeblendet, die passend zum Song regelmäßig in die Lust gesprengt wurden und uns in eine zerstörte Stadt brachte. Für Requiem wurde eine Kathedrale eingeblendet.

Das Bühnenbild wechselte für die nächsten Songs zu großen Kirchenfenstern im Hintergrund und es wurde viel mit dem Licht gespielt. Tatsurou versprach uns, dass es viel zu sehen geben würde und so war auf der Bühne immer etwas los. Die zwei Geiger liefen in ihren im Dunkeln leuchtenden Kostümen über die Bühne, Miya besetze zwischenzeitlich das Piano und Tatsuro hing sich bildlich an den Galgen auf.

Aus der Insta-Story von MUCC

Mein Highlight folgte mit Sekisou, meinem Lieblingslied vom Album, das mich immer wieder zum Weinen bringt. Und das habe ich auch schon, als der Song begann. Die Bühne wurde verdunkelt, Tatsuro hatte eine kleine Laterne mit einer Kerze in der Hand und auf der Bühne war alles voll Nebel. Am Ende blies er die Kerze theatralisch aus.

Es folgte ein Bühnenbildwechsel und zu den Klängen der Mondscheinsonate wurde ein riesiger Vollmond eingeblendet. Die Sonate baute sich von erst alleine nur Piano, gefolgt von Geigen mit immer mehr Instrumenten auf uns ging dann in Ame no Orchestra über, bei dem man im Hintergrund den Regen an der Leinwand sehen konnte.

Beim MC fragte uns Tatsuro zuerst, ob wir Spaß haben. Er hat sehr viel Spaß, auch wenn eine Hall mit Sitzplätzen doch etwas anderes ist als im Club zu spielen. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, was er bei Ame no Orchestra wieder gemerkt hat, als er die Augen geschlossen hatte und uns danach beim Öffnen wieder sah. Allerdings kann man durch die Stühle auch einige Songs nicht so spielen, wie sie es gern würden.

Der Hintergrund wechselte noch einmal zu einer Illustration und es hieß Party Time, u.a. mit FLIGHT, Mr. Liar und mehr. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Am Ende von Living Dead verschwand Tatsurou wortlos von der Bühne und die anderen folgten ihm nach und nach.

Zum Encore kamen erst Yukke und Tatsurou allein auf die Bühne und quasselten eine ganze Weile. Sie sind in das weiße Tour-Shirt geschlüpft. Tatsurou hatte zusätzlich das rot-blaue Devilician Parker-Shirt an. Natürlich war die neue Ära Reiwa ein Thema. So fragten sie auch, wer in Heisei und Showa geboren ist. Währenddessen kamen die anderen auch auf die Bühne hinzu und haben uns dann etwas unterhalten.

Vor allem Satochi hatte wieder die Lacher auf seiner Seite. Ein paar Fans riefen laut “Kawaii” und Tatsuro machte sich darüber lustig. Satochi meinte dann, dass ihm “Kakkoi” auch lieber wäre und so ertönte das dann in lauten Rufen. Tatsurou fragte dann noch, wer zum ersten Mal bei einem MUCC Konzert ist und erklärte, dass die MCs immer in solchen bescheuerten Gesprächen enden.

Weiter ging es. Tatsurou schaute noch einmal auf die Setlist und versprach uns, dass der nächste Song Spaß machen würde. Er hatte recht. Es folgten nach Ranchu noch zwei weitere Songs, bevor sie wieder alle von der Bühne verschwanden. Die Fans klatschten weiter und MUCC kamen noch einmal zurück auf die Bühne und bildeten mit Daikirai den krönenden Abschluss für das erste Konzert in der neuen Kaiser-Ära.

Mir hat das Konzert von MUCC im Nakano Sunplaza sehr gefallen und ich hatte schon etwas mit dem Gedanken gespielt am folgenden Tag noch einmal zu gehen. Aber na ja, das Geld wächst ja nicht an Bäumen. Auf jeden Fall hoffe ich, dass ich MUCC dieses Jahr noch einmal live sehen kann.


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